Von Blasentumor bis Wadenkrampf: Worauf Sie ab 40 achten sollten

Der Schlüssel gegen Körperfett ist Krafttraining
Die Wehwehchen werden mehr - mit 40 haben Sie aber noch genug Zeit zur Vorsorge

Die Jugend liegt nun ein wenig ferner: Falten graben sich ins Gesicht. Alt sind Sie trotzdem noch nicht. Auch wenn Sie gesundheitlich nicht mehr komplett beschwerdefrei durchs Leben gehen

Mit den meisten Beschwerden sind Sie in Ihrem Alter nicht allein. Sie sollten sich daher rechtzeitig informieren und ihre Probleme behandeln. Je früher, desto besser.

Blasentumor

Immer wieder mal Blut im Urin und Schmerzen beim Wasserlassen können Hinweise auf einen Blasentumor sein. Raucher und Personen, die viel mit Lösungsmitteln arbeiten (etwa Maler und Lackierer), sind besonders gefährdet. Beim Hantieren mit lösungsmittelhaltigen Stoffen sollten Sie deshalb grundsätzlich einen Atemschutz tragen (die Sache mit dem Rauchen dürfte ohnehin klar sein). Bei einem konkreten Verdacht auf einen Blasentumor bringt nur eine Blasenspiegelung Gewissheit. Tipp: Wer täglich 2,5 Liter trinkt, reduziert sein Blasenkrebs-Risiko um die Hälfte.

Mehr im Internet

  • Hier kann man Infomaterial zum Thema Krebs und Krebsprävention bestellen und Telefonnummern von Informations- und Beratungsdiensten finden: krebshilfe.de
  • Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Patienteninformationen zu den verschiedenen Krebsarten und Berichte über neue Behandlungsmethoden: dkfz.de

Schmerzhaft: Gallensteine

Eigentlich ist die Gallenblase nur ein Vorratsbehälter für eine in der Leber gebildete Flüssigkeit, mit der die Verdauung von Fett erleichtert wird. Cholesterin, Gallensäuren und Farbstoffe machen einen großen Bestandteil dieser Gallenflüssigkeit aus, die mit der Zeit allerdings zu Gallensteinen auskristallisieren kann. Wandern diese dann in den engen Gallengang, lösen sie extreme Schmerzen (Gallenkoliken) aus.

Da ein hoher Cholesterinspiegel die Bildung von Gallensteinen fördert, sollte man viel lösliche Ballaststoffe (z. B. Haferkleie, Bohnen) essen, sie senken die Cholesterinwerte. Ein plötzliches, radikales Abnehmen (mehr als zwei Kilo pro Woche) erhöht übrigens das Risiko, Gallensteine zu kriegen, um ein Mehrfaches, obwohl auch Übergewicht zu den Risikofaktoren gehört.

Mehr im Internet

  • Informationen zur Cholelithiasis(=Gallensteine) mit Hinweisen zur Vorbeugung und Behandlung: m-ww.de
  • Menüplaner, das Ernährungstagebuch und eine Ernährungsanalyse helfen gesünder zu essen: foodplaner.de

Sollten Sie jetzt immer noch rauchen, haben die Schäden Ihrer Bronchialschleimhaut weiter zugenommen
Sollten Sie jetzt immer noch rauchen, haben die Schäden Ihrer Bronchialschleimhaut weiter zugenommen

Raucher: Lungenfunktion

Ganz abgesehen davon, dass Ihr Risiko, an einem Lungen- oder Bronchialkrebs zu erkranken, als Raucher um ein Vielfaches erhöht ist, wird Ihre Lungenkapazität noch weiter nachgelassen haben. Eine Ahnung davon erhalten Sie, wenn Sie das nächste Mal zum Zigarettenautomaten spurten. Die ganze Wahrheit ergibt ein Lungenfunktionstest beim Pulmologen. Doch auch so profitieren Sie davon, wenn Sie das Rauchen aufgeben:

  • Nach 20 Minuten normalisieren sich Ihr Puls und der Blutdruck, die Temperatur der Hände steigt wieder auf den Normalwert an.
  • Nach zwölf Stunden ist der Körper nahezu nikotinfrei.
  • Nach zwei Tagen können Sie besser riechen und schmecken.
  • Nach neun Monaten steigt Ihr Energie-Level; Husten und Nasennebenhöhlenverstopfungen gehen zurück.
  • Nach einem Jahr sinkt Ihr Herzinfarktrisiko um 50 Prozent.
  • Nach 15 Jahren entspricht Ihr Lungenkrebs- und Herzinfarktrisiko wieder fast dem eines Nichtrauchers.

Zu schnell: Puls

Je höher der durchschnittliche Ruhepuls, desto höher ist ab dem 40. Lebensjahr auch das Risiko, innerhalb der nächsten 30 Jahre an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.

Ein zu hoher Blutdruck verstärkt das Risiko für Herzinfarkt noch. Der ideale Ruhepuls liegt zwischen 55 und 75 Schlägen pro Minute. Die maximale Pulsgrenze beim Sport lässt sich mit „85 Prozent von 220 minus Lebensalter“ berechnen. Regelmäßiger Ausdauersport senkt den Ruhepuls.

Mehr im Internet

Aus dem Tiefschlaf heraus in einer Sekunde hellwach – das schafft nur ein Wadenkrampf
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Muskelschmerz: Wadenkrämpfe

Wachen Sie häufiger so auf, sollten Sie zunächst besonders beim Sport mehr trinken und darauf achten, dass Ihre Wadenmuskeln nicht auskühlen. „Oft ist auch ein Ungleichgewicht in der Wadenmuskulatur die Ursache häufiger Wadenkrämpfe“, sagt Orthopäde Thomas Möller. Wenn selbst ein rezeptfreies Magnesiumpräparat die Krämpfe nicht lindert, sind Sie reif für einen Besuch beim Orthopäden.

Zunehmend schlechter: Nierenfunktion

Arteriosklerose der Nierengefäße kann vom 40. Lebensjahr an die Nierendurchblutung einschränken. Die Nieren können dann die lebenswichtige Blutentgiftung zunehmend schlechter ausführen. Hoher Blutdruck, Diabetes und die regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel schaden den sonst sehr robusten Nieren ebenfalls. Eine Früherkennung von Nierenproblemen ermöglichen Teststreifen aus der Apotheke, die Eiweiß, Zucker, Blut und Nitrit (Harnwegsinfekte) im Urin anzeigen.

Ab zum Arzt: Hier kann nur der Doktor helfen

Was der Arzt checken sollteWer gecheckt werden sollWie oft?
Darmkrebs (beim Hausarzt: Test auf Blut im Stuhlgang)jederalle zwei Jahre
grüner Star (Check von Augeninnendruck, Augenkammerwinkel, Augenhintergrund, Gesichtsfeld)alle, bei denen der grüne Star in der Familie vorkommtjährlich
Krebsvorsorge (z.B. beim Hausarzt, Internisten, Hautarzt, Urologen: Darm, Haut, Prostata)jederjährlich
Schlechte Laune wegen Falten? Beugen Sie vor!
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Bloß nicht: Falten

Da stehen Sie eines Morgens auf und denken beim Blick in den Spiegel: Keith Richards zu Besuch in meinem Badezimmer? Keine Angst, nur ein böser Traum – so viele Falten wie der Stones-Gitarrist schaffen Sie nicht mehr. Sie wissen ja, dass ...

  • eine Ernährung mit vielen pflanzlichen Fetten und reichlich Vitamin A (z. B. Karotten), E (z. B. Distelöl) und C (z. B. Bananen) Falten vorbeugt.
  • Sonnenstrahlen und Solarien dagegen das Kollagen und die elastischen Fasern der Haut zerstören.
  • Cremes, die der Haut ein frischeres Aussehen verleihen sollen, wasseranziehende AHAs (Alpha-Hydroxy-Acids) enthalten.
  • Nikotin die Versorgung der Haut mit Nährstoffen stark einschränkt.

Mund auf: Hemmungen

Kennen Sie nicht? Aber vielleicht kennen Sie ja einen, der einen kennt, der sich weder in Anwesenheit des Chefs noch bei Frauen traut, den Mund aufzumachen.

„Hemmungen dieser Art sind im Alter von 35 bis 40 am stärksten ausgeprägt“, so Psychologin Dr. Poletajew. Die Folgen können z. B. Atmungs- oder Herz-Kreislauf-Probleme sein. „Häufig verbergen sich hinter der Gehemmtheit Partnerschaftskonflikte oder beruflicher Ärger“, so Poletajew. Gibt sich das Problem nach einer Weile nicht von selbst, kann oft eine Verhaltenstherapie helfen. Sagen Sie das Ihrem Bekannten.

Mehr im Internet

  • Zentralinstitut für Seelische Gesundheit: zi-mannheim.de
  • Kurze Erklärungen zur Psychotherapie selber und ausgefeilte Suchfunktionen zum Finden von Psychotherapeuten: psychotherapiesuche.de

  • Beschreibung des Grünen Stars und der Behandlungsmethoden: m-ww.de
  • Hier kann man Infomaterial zum Thema Krebs und Krebsprävention bestellen und Telefonnummern von Informations- und Beratungsdiensten finden: krebshilfe.de
  • Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Patienteninformationen zu den verschiedenen Krebsarten und Berichte über neue Behandlungsmethoden: dkfz.de

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