Schatzsuche unter Wasser: Tipps fürs Wracktauchen

Schiffswrack: Hier können Sie jede Menge entdecken!

Über 100 Milliarden Euro schlummern in Schiffswracks auf dem Meeresgrund, doch so tief müssen Sie nicht gehen: Wir haben die besten Tipps fürs Wracktauchen

Auch Ihr Lieblings-Badesee könnte eine wahre Goldgrube sein. Profi-Schatzsucher und Buchautor Reinhold Ostler erklärt, wie Sie die versunkenen Schätze finden

Die besten Locations fürs Wracktauchen 

In Seen werden Sie vor allem in der Nähe von Stegen oder Anlegeplätzen fündig. „Dort sammelt sich massenweise verlorenes Kleingeld und Schmuck“, so Ostler. Werfen Sie vom Ende eines Stegs drei Steine (mit etwa 500 Gramm, einem und zwei Kilo) mit halber Kraft in Richtung Seemitte. Ostler: „Wo die Steine untergehen, sind die besten Suchplätze für alte Opfergaben, vernichtetes Diebesgut oder Utensilien aus der Kriegszeit.“

Auch in Flüssen lohnt sich die Schatzjagd. Konzentrieren Sie sich vor allem auf Biegungen. „Durch die Strömung lagern sich Gegenstände hier leichter ab“, sagt der Fachmann. Erfolgsversprechend sind außerdem die Bereiche um Furten, erhöhte Fundchancen auf historische Kostbarkeiten haben Sie in der Umgebung von Schlössern, Burgen oder Klöstern. Topographische Karten, die Heimatkunde-Stoffsammlungen von Schulbibliotheken oder Kirchenarchive geben Ihnen weitere Anhaltspunkte für gute Suchplätze.

Weitaus mehr recherchieren müssen Sie, wenn Sie unentdeckte Schiffswracks im Meer ausfindig machen wollen. Eine Vielzahl an Internet-Links gibt’s hierzu unter www.schatzsucher.net. Da ein Großteil aller Schiffe bei Lloyd’s in London versichert ist, finden Sie auch in deren Jahrbänden nützliche Hinweise 

Vorbereitung: Taucherausrüstung, Equipment & Co.

Zunächst brauchen Sie eine Standard-Tauchausrüstung (etwa 1500 Euro) und einen Basis-Tauchkurs (um 250 Euro) – danach eine gute Portion Erfahrung. „Bevor Sie sich ans Schatztauchen wagen, müssen Sie mindestens 100 Tauchgänge absolvieren“, weiß der Experte. Wracktaucher sollten über 1000 Mal in den Neoprenanzug geschlüpft sein. Für die Suche unerlässlich ist ein Unterwasser-Metalldetektor (ab 1200 Euro), den gibt’s zum Beispiel unter detectorcenter.de. „Nehmen Sie ein Gerät mit einer guten Metallunterscheidung“, rät Ostler. Sonst holen Sie zuviel Schrott aus dem Wasser. Die Suchtiefe des Detektors sollte zwischen einem und zwei Metern liegen. Im Tauchgeschäft finden Sie Sammelnetze (um 10 Euro), alternativ tun’s Zwiebelsäcke. Größere Gegenstände graben Sie mit einem alten Tischtennisschläger aus, auch zwei bis drei per Atemluftflasche aufblasbare Hebeballons (je zirka 50 Euro) sind sinnvoll.

Tipps vom Profi

„Schwimmen Sie etwa 30 Zentimeter über dem Grund in etwa fünf Meter breiten Bahnen“, rät Ostler. Halten Sie den Spulenkopf mit einem Abstand von zwei bis drei Zentimetern parallel zum Boden und bewegen Sie das Gerät auf einer geraden Linie hin und her. Wenn Ihr Detektor anschlägt, wischen Sie mit Ihrer Hand zunächst leicht über den Boden, um kleine Fundstücke zu ertasten. „Die meisten Gegenstände stecken jedoch 30 bis 40 Zentimeter tief im Schlamm“, weiß Ostler. Das heißt für Sie: Buddeln! Legen Sie Ihren Fund mit dem Tischtennisschläger so weit wie möglich frei und versuchen Sie, nicht zu viel Staub aufzuwirbeln. Ziehen Sie das gute Stück mit sanftem Druck aus dem Sediment und transportieren Sie es im Sammelnetz an Land, gegebenenfalls mit der Unterstützung Ihrer Hebeballons (Zugkraft pro Ballon: fünf bis zehn Kilo). Ist Ihre Entdeckung größer als ein Motorrad, sollten Sie sich auf jeden Fall professionelle Unterstützung holen.

Gesetzeslage

Verlorengegangene Gegenstände müssen Sie grundsätzlich ins Fundbüro bringen. Kann sechs Monate lang kein Eigentümer – oder ein Rechtsnachfolger – gefunden werden, können Sie das gute Stück wieder abholen. Ansonsten bleibt Ihnen nur ein Finderlohn in Höhe von fünf Prozent (drei Prozent bei einem Wert von über 500 Euro). Der Rechtsnachfolger der Wehrmacht ist beispielsweise die Bundeswehr, als solcher beansprucht sie generell alle ehemaligen Kriegsgeräte.

Bei alten Gegenständen, die auf keinen Fall mehr einem Eigentümer zugeordnet werden können, haben Sie zwar einen Anspruch auf das von Ihnen gehobene Schätzchen – allerdings nur zur Hälfte. Die andere Hälfte steht dem Gewässer-Eigentümer zu. Prähistorische Stücke müssen Sie bei der Denkmalschutzbehörde abliefern, Sie kriegen sie in der Regel aber wieder zurück. Ausnahme: Manche Landesgesetze zwingen sie dazu, solche Funde dem Staat zu verkaufen. Informationen über das Schatzrecht im Ausland bekommen Sie bei der jeweiligen Botschaft in Deutschland.

Weitere Infos: Reinhold Ostler, Handbuch für Unterwasserschatzsucher, Treasure Press, zehn Euro (nur per Direktbestellung beim Verlag: Telefon 08806 – 1546, Fax 08806 – 7425).

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