Helden-Knigge: Zehn Lektionen für echte Kerle

Typische Männerfilme
Die wichtigsten Helden-Lektionen im Überblick

Frauen lieben Helden. Dem kann man entgegenkommen: Heldentaten sind nämlich lernbar. Hier die wichtigsten Helden-Lektionen im Überblick

Spinne entsorgen: Schatzis Schrei nach zu urteilen, muss die Spinne die Größe einer Wasserschildkröte haben. Heldenhaft greifen Sie zu Ihrer Adilette (abwaschbar!) und zerschmettern Spiderman an der Wand. Doch statt Sie für diesen lebensrettenden Einsatz zu herzen, meckert Schatzi über die Schweinerei auf der Raufaser. Muss nicht sein – nächstes Mal beseitigen Sie das achtbeinige Mini-Monster sauber auf eine dieser Arten:

1) Fangen Sie die Spinne mit dem Staubsauger. Der Nachteil: Weil das Ungeheuer bestimmt staubresistent ist, wird Schatzi sofort den Beutel wechseln. Es sind natürlich keine mehr da, Sie müssen also auf der Stelle in die Stadt fahren, um neue zu holen, haben jedoch den Namen des Staubsaugermodells vergessen, rufen zu Hause an, wo Schatzi gerade in der Badewanne liegt, pitschnass zum Telefon rennt und für die nächsten Tage von einer Erkältung statt von ihrem Helden flachgelegt wird.
2) Greifen Sie das Ungetüm an einem Bein. Halten Sie es in der hohlen Hand, auch wenn es da wild krabbelt und strampelt, und bringen es ins Tierheim.
3) Basteln Sie einen Insektensauger. Sie brauchen dazu: eine leere Filmdose, einen Plastikschlauch (40 Zentimeter lang, acht Millimeter Durchmesser), ein Stück Nylonstrumpfhose, einen Gummiring, Schere, Handbohrer. So geht’s: Schlauch in zwei Teile schneiden, in Dosendeckel und -boden ein Loch bohren. Nylonstrumpf an einem Schlauchende mit dem Gummi gut befestigen (sonst landet das Tier später in Ihrem Rachen). Schläuche von beiden Seiten in die Dose stecken. Ein Ende vor das Monster halten und vom bestrumpften Ende aus wie bei einem Caipirinha kraftvoll ansaugen. Das krabbelnde Etwas landet lebend in der Dose, in der es dank Ihres heldenhaften Ausschüttens aus dem Fenster nicht jämmerlich zu Grunde gehen wird. 

Trost kochen: Ein ganz gewöhnlicher Frauentag: der Chef unzufrieden, erst Fingernagel, dann Absatz abgebrochen, Stress mit der Busenfreundin und nach dem sündhaft teuren Friseurbesuch ein Regenguss. Ihr Herzblatt braucht dringend Hilfe. In Form von Schokolade. Seien Sie süß, kochen Sie ihr Pudding. Fertigpulver aus der Tüte wäre okay, aber stillos. Besser Mousse au chocolat. Wir kredenzen Ihnen ein Rezept ohne Extra-Zucker (damit sie nicht sofort an die Kalorien denkt). 
150 g dunkle Schokolade, 3 Eier, 1/2 l Schlagsahne. Heult Mausi, noch 2 bis 3 El Likör dazu, zum Beispiel Grand Marnier. 
1) Schoko in Stücke brechen und im Wasserbad schmelzen. 
2) Eier im Wasserbad schaumig rühren, Likör dazu. Achtung: Das Wasser darf nicht kochen, sonst stockt das Ei. 
3) Schüssel aus dem Wasserbad nehmen, die Schokolade mit der Eimasse verquirlen (per Hand). 
4) Sahne schlagen und 
5) vorsichtig unter die Schokomasse heben. 
6) Löffelchenweise verfüttern und 
7) Belohnung genießen.

Hand anlegen: Ob als Zusatzservice (weil ein Orgasmus pro Koitus zu wenig ist) oder Ersatzleistung (weil Sie geschwächelt haben), Frauen mögen Handarbeit. Auch wenn Sie ansonsten handwerklich gerne fünf krumme Nägel gerade sein lassen, sollten Sie sich beim Fingersex keinen Pfusch erlauben. Sonst bestellt sich Ihre Süße professionelle Handwerker. 
Anfänger lagern den Handballen vaginal, so dass die Finger die Klitoris massieren können. Während sich der Mittelfinger kreisend ums Lustzentrum bewegt, können Zeige- und Ringfinger rechts und links davon herumkrabbeln. Nach und nach erhöht man, ohne dabei die Fingerakrobatik einzustellen, in stetig tiefergehenden Wellenbewegungen den Druck des Handballens. Bis sie wogt, die Frau.
Virtuosen auf der Klaviatur der weiblichen Lust beherrschen den Dreiklang-Akkord: Ihre Hand liegt im rechten Winkel zu ihrer Scham. Der Daumen stimuliert die Klitoris, und der Mittelfinger bahnt sich seinen Weg bis zu den inneren Schamlippen, während der kleine Finger tut, was er tun muss. Zelebrieren Sie die Fingerübungen von adagio über crescendo bis forte, schlagen Sie die Töne nacheinander oder gleichzeitig an. Und sorgen Sie dafür, dass es kein Requiem wird.

Maus fangen: Eine Maus ist im Haus. Und Mausi aus dem Häuschen. Nachbars Katze haben Sie vor kurzem überfahren, und den Anblick einer zerquetschten Maus in der (Schlag-)Falle würde Ihre Freundin oder zumindest Ihre Beziehung nicht überleben. 
In nächtelanger redaktioneller Forschungsarbeit haben wir daher exklusiv für Sie eine Falle entwickelt, die Ihnen Ruhm und dem Vierbeiner ein langes Leben schenkt: Nehmen Sie eins von den Ess-Stäbchen, die der Sushi-Mann immer mitbringt, und brechen Sie das obere Drittel ab. Die Spitze bohren Sie durch ein sechs mal sechs Zentimeter großes Stück Schokolade (oder glauben Sie vielleicht immer noch, Mäuse stünden auf Käse?). „Als Lockmittel eignet sich auch Vanillezucker“, sagt Gartenbauingenieurin Charlotte Landau aus Lüneburg. Der lässt sich jedoch nicht so leicht aufspießen. 
Nun holen Sie einen Durchschlag aus Emaille oder Edelstahl (Plastik ist zu leicht) aus der Küche und stellen ihn schräg auf die Außenkante, angelehnt an das Stäbchen (Schokolade am oberen Ende). Sobald die Maus über das schräg gestellte Stäbchen zum Leckerli balanciert, knickt das Hölzchen weg und der Durchschlag fällt wie eine Käseglocke auf sie. Jetzt müssen Sie nur noch eine Pappe unter das Gefängnis schieben und die Maus möglichst weit in die freie Wildbahn tragen. 
Sollte blöderweise die Schlagkante dem Tierchen das Genick gebrochen haben, „entsorgen Sie die Leiche in einem Plastikbeutel, am besten bei der Tierkörperverwertung des Veterinäramtes“, sagt Charlotte Landau. Natürlich so, dass Mausi nichts mitkriegt.

Auto starten: Die halbe Nacht hat Schatzi im Scheinwerferlicht auf allen Vieren nach ihrer Kontaktlinse gesucht. Die andere Hälfte hat sie sich im Bett gewälzt – schließlich ist heute ihr großer Tag in der Firma. Zumindest, wenn es bis dahin gelungen ist, ihren Wagen zu starten. Denn der macht keinen Mucks. Wie gut, dass Sie sich mit schwachen Batterien auskennen: Verkneifen Sie sich jeden Kommentar, holen Sie lieber Ihr Starterkabel (DIN-Norm 72553, mindestens 16 qmm Kabelquerschnitt, beim Diesel 25 qmm). Fahren Sie mit Ihrem Wagen dicht an Schatzis Auto ran, Seite an Seite oder aber mit den Motorhauben zueinander. 
Jetzt kommt das Kabel: Die beiden Pluspole mit den roten Klemmen verbinden. Genau hingucken, denn „bei Fehlanschluss kann ein einziger Funke den Wasserstoff aus der Batterie entzünden und alles explodiert“, erklärt Diplomingenieur Helmut Schmaler vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg. „Die herumspritzende Batteriesäure verätzt Augen, Haut, Kleidung und den Lack.“ Mit der schwarzen Klemme verbinden Sie Ihren Minuspol nicht mit der leeren Batterie, sondern klammern ihn als Erdung an ein festes Metallteil im Motorblock von Schatzis Auto. „Bei Minus zu Minus können sich Knallgase entwickeln und die Lichtmaschine des Nehmers oder Elektronik-Bauteile des Gebers zerstören“, warnt der Experte. Starten Sie jetzt Ihren Motor, dann das andere Auto. Springt Schatzis Wagen an, erst das schwarze Minuskabel, danach das rote Pluskabel abnehmen. Um die Batterie neu aufzutanken, muss der Wagen jetzt 30 Kilometer zügig gefahren werden. Leihen Sie ihr also lieber Ihr Auto.

Baby zur Welt bringen: Pünktlich zum Feierabend bei Ihrem ersten Glas Wein setzen die Wehen ein. Der Taxifahrer heizt, was der Diesel hergibt, da haucht die werdende Mutter: „Es geht los.“ – „Das sagtest du bereits“, erwidern Sie nervös. Doch diesmal meint sie es ernst: Sie will Ihren Sohn partout auf dem muffigen Rückbank-Bezug zur Welt bringen. Trotzdem sollten Sie ihr dabei helfen: 
1) Die Ruhe bewahren, wir sind ja bei Ihnen. Stoppen Sie den Wagen. 
2) Der Taxifahrer holt per Notruf einen Arzt. 
3) Erinnern Sie die Gebärende daran, dass sie atmet und presst, wie sie’s gelernt hat. „Das Kind kommt von allein“, erklärt Professor Werner Rath, Direktor der Universitäts-Frauenklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Aachen. „Bloss nicht am Kopf zerren oder, im Falle einer Steißgeburt, an den Füßchen ziehen.“ 
4) Aufpassen, dass der Winzling sanft landet. 
5) „Das Baby auf Beckenniveau der Mutter lassen, nicht hochheben. Sonst könnte Blut aus der Nabelschnur zurücklaufen und eine Blutvergiftung verursachen“, warnt der Experte. 
6) Das Wichtigste ist jetzt Wärme. „Nass und glitschig, wie es aus dem Mutterleib kommt, kühlt das Baby schnell ab.“ Tupfen Sie es sauber und wickeln Sie es warm ein – in eine Decke, einen Pullover, notfalls in Zeitungspapier. 
7) Lassen Sie den Nabel in Ruhe. Das ist nichts für fahrige Männerhände. 
8) Nicht erschrecken, wenn nach vier bis sechs Minuten Nachwehen einsetzen, ein schleimiger Brocken aus Ihrer Frau quillt. Das ist die Plazenta (Mutterkuchen). 

Kater-Cocktail bereiten: Gestern Frauenabend. Prosecco und Bailey’s durcheinander. Heute ein Kater im Löwenformat. Sie hat Kanonenschläge im Schädel und Piranhas im Bauch. Verkneifen Sie sich Ihre Schadenfreude, lassen Sie die Jalousien lieber unten und sagen Sie im Büro Bescheid, dass Ihre Freundin wegen Menstruationsbeschwerden nicht kommen wird. Dann zwingen Sie die Leidende, Orangen- oder Tomatensaft und Hühnerbouillon zu trinken, um den Mineralienverlust auszugleichen. „Beim Alkoholabbau entsteht Acetaldehyd, was die Blutgefäße erweitert. Als Folge scheiden die Nieren vermehrt Wasser und Salze wie Kalium und Natrium aus“, sagt die Ökotrophologin Karin Möhrlein von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Frankfurt am Main. 
Bei Frauen in diesen Umständen lösen saure Gurken, Rollmöpse oder Bloody Mary spontan Brechreiz aus. Wahrscheinlicher ist das Verlangen nach Zucker, da ihre Leber Mono-, Di- und Polysacharide verbraten hat. Sie schieben Ihrer Süßen also happenweise Vollkornbrot mit Kräuterquark oder Nutella zwischen die verbissenen Zähne. Der Rest ist Warten. „Pro Stunde werden etwa 0,1 Promille abgebaut“, so Möhrlein. Bei einer Flasche Wein hat Mausi (um die 65 Kilo) demnach einen Alkoholspiegel von ungefähr 1,3 Promille im Blut gehabt und wird wohl 13 Stunden leiden müssen. 

Aus Ohnmacht wecken: Kaum sagt sie „Mir ist so schwindelig“, fällt sie auch schon um. Plumps. Weil Sie wieder einmal nichts gegessen, zu viel getrunken oder beim Horrorfilm doch ein Auge riskiert hat. Sie ist kreidebleich, sagt keinen Ton und ihr Schweiß läuft kalt. Bleiben Sie cool und legen Sie die Beine hoch. Aber die Ihrer Freundin, damit das Blut nach diesem orthostatischen Kollaps (der Ohn-macht) wieder Richtung Gehirn fließen kann (Mangeldurchblutung im Gehirn ist der eigentliche Auslöser ihres kurzfristigen Abgangs). „Außerdem sollte man sofort die Bewusstseinslage prüfen“, sagt Dr. Karsten Jaeger vom Zentrum Anästhesiologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Pulsschlag okay? Atmet sie?
„Bei leichten Formen der Bewusstseinsstörung kann die Person durch Rütteln an den Schultern geweckt werden. Schwerere Fälle reagieren dagegen nur noch auf Schmerzreize wie Kneifen mit den Fingernägeln in die Nasenlöcher.“ Die Alternative ist der so genannte Esmarchsche Handgriff: „Man drückt den Zeigefinger in den Kieferwinkel am Ohr, dadurch wird der Unterkiefer etwas vorgeschoben, der Mundboden angehoben. Und das macht dann die Atemwege frei.“ 
Auf keinen Fall sollten Sie der Ohnmächtigen einen Eimer Wasser ins Gesicht kippen: „Bei tiefer Bewusstlosigkeit setzen Husten- und Schutzreflexe aus. Gelangt Wasser in den Mund, könnte sie ersticken“, warnt Jaeger. Ebenfalls indiskutabel, wenn auch in den Hollywoodfilmen manchmal wirksam, sind Ohrfeigen. 

Teddy operieren: Sie liebt ihn, obwohl er alt, hässlich und schmierig ist. Opa hatte ihn schon im ersten Weltkrieg im Feldgepäck, Oma sein abgekuscheltes Fell siebzehnmal wieder angehäkelt. Der blöde Teddy wird überall hin mitgenommen, er darf immer zwischen ihren Brüsten liegen und glotzt Sie mit diesem glasig-kritischen Blick an, wenn Sie zur Sache kommen wollen. Aber nun ist ein Knopfauge ab. Jammernd, als hätte man ihr selbst eins rausgerupft, wiegt sie das einäugige Ungetüm im Arm. Sie müssen ran, Notoperation. Sollten Sie eine Lederahle besitzen, sind Sie fein raus. Sie wissen gar nicht, was das ist? Biegen Sie stattdessen eine Büroklammer zu einer Mondsichel. Stoßen Sie dem Viech eine Spitze in seine Augenhöhle, etwa sechs Millimeter rechts von der Pupillen-Stelle entfernt. Bohren Sie sich durchs Innere, so dass die Spitze sechs Millimeter links von der Mitte wieder auftaucht. Jetzt nur noch das Auge auffädeln und einen engen Ring biegen. Scharfe Enden mit einer Zange abkneifen und mit der Nagelfeile glätten. Vielleicht dürfen zur Belohnung heute mal wieder Sie zwischen ihren Brüsten liegen.

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