Fortpflanzung: Biologische Uhr tickt doch schneller

Nicht auf die Masse, auf den Speed kommt es an
Zeugungsfähigkeit hin oder her Stehvermögen ist hier gefragt

Dass bei Männern die Zeugungsfähigkeit schon mit Mitte dreißig merklich abnimmt, fand jetzt ein Amerikaner heraus. Deshalb aber Erbgut auf der Samenbank bunkern macht keinen Sinn

Zeugungsfähig noch mit 70? Wer denkt, dass die biologische Uhr bei Männern langsamer tickt als bei Frauen, wird durch eine neue Studie eines besseren belehrt: Ab einem Alter von 35 lässt auch bei Männern die Zeugungsfähigkeit deutlich nach, behauptet US-Forscher David Dunson darin. Bisher nahmen man an, dass die Zeugungspotenz erst ab 40 oder 50 Jahren nachlasse.

Diese neue Erkenntnis erhielt Dunson vom amerikanischen Institut für Umweltgesundheitsforschung bei der Untersuchung von 782 Paaren, die schwanger werden wollten und unterschiedlich alt waren.

Er stellte fest, dass die Chancen einer schnellen Schwangerschaft bei Frauen ab Mitte 30 stark vom Alter des Partners abhingen. Eine Mittdreißigerin mit einem gleichaltrigen Mann konnte noch zu 29 Prozent damit rechnen, innerhalb einer Periode schwanger zu werden. War der Mann aber 5 Jahre älter, sank die Wahrscheinlichkeit auf nur noch 18 Prozent ab.

Samen einfrieren ist nicht nötig
Der Wissenschaftler stellte jedoch fest, dass das Alter der Männer bei der Zeugung erst dann eine Rolle spielte, wenn die Frau 35 Jahre oder älter war.

Mann brauche sich aber keine Sorgen zu machen, sagt dazu Svend Juul von der Uni Aarhus in Dänemark: "Man kann diese Ergebnisse kaum dazu herannehmen, Männern in einem Alter von 35 Jahren zu empfehlen, Samen einfrieren zu lassen." Die Befunde geben nur genauere Hinweise auf das Ticken der biologischen Uhr im Manne.

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