30 Kilo zu viel statt starker Mann

Als Rheuma-Patient einen Hindernislauf meistern? Travis hat es geschafft
Als Rheuma-Patient einen Hindernislauf meistern? Travis hat es geschafft

Travis war als Kind nie besonders sportlich, dennoch träumte er davon, einmal einen Strongman Run zu meistern – und muss schon auf dem Weg dorthin einige Hindernisse bezwingen

Ein Hindernislauf über 22 Kilometer? Klar, das ist eine Herausforderung, aber für die meisten mit etwas Training machbar. Doch für Travis Fain aus Veitsbronn schien der Traum, einen solchen Lauf durchzuhalten, lange Zeit unerreichbar. Seit seinem vierten Lebensjahr litt er an Asthma. Schon schnelles Laufen brachte ihn völlig aus der Puste. Lange Zeit hinderte ihn die Krankheit daran, Sport zu treiben, bis er als Teenager anfing Basketball zu spielen: „Wir waren gerade umgezogen – von Frankfurter Stadtrand aufs Land nach Wildflecken. Vor dem Haus stand ein Basketballkorb, also bat ich meinen Vater mir einen Ball zu kaufen und fing einfach an“, erzählt der heute 36-Jährige. Er trainierte mehrmals die Woche, warf Korbe, machte 20 Meter Sprints auf dem kurzen Streetballfeld und schaute sich Moves wie den Skyhook bei seinen Basketball-Idolen ab. So verbesserte sich seine Kondition schnell und auch die frische Landluft tat ihm gut.

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Ein Wachstumsschub zum richtigen Zeitpunkt machte aus Travis einen brauchbaren Basketballspieler und er wurde im Sportverein ins Team aufgenommen. Richtige Ausdauer hatte er trotzdem noch nicht: „Ich konnte keine 2 Kilometer joggen. Dabei träumte ich insgeheim schon von einem Langstreckenlauf.“ Doch das Basketball spielen im Team machte ihm Spaß und brachte die nötigen Erfolgserlebnisse.

Doch bald folgte ein herber Rückschlag, der seinen Traum in weite Ferne rücken ließ: „Ich hatte morgens nach dem Aufstehen immer lang anhaltende Schmerzen in den Handgelenken, Knien, Fingern und Füßen“, sagt er. Nach mehreren Arztbesuchen dann die erschütternde Diagnose: Rheuma. „Für mich brach eine Welt zusammen. Wegen der starken Schmerzen konnte ich kein Basketball mehr spielen“, sagt Travis. So begann für ihn eine der schlimmsten Phasen seines Lebens: In kürzester Zeit führten der Frust, die fehlende Bewegung und Wassereinlagerungen durch die Medikamente zu 30 Kilogramm mehr auf der Waage. Es war ein Teufelskreis: Je schlimmer die Schmerzen wurden, desto mehr aß er. Und je mehr Travis zunahm, desto größer wurde die Belastung für seinen Körper.

Vom Rheuma-Patienten zum Langstrecken-Läufer

Der Wendepunkt kam eines Morgens, als Travis wieder mit Schmerzen aufwachte. Er wusste: „So konnte es nicht weiter gehen.“ Ein Leben mit Schmerzen, Übergewicht und ohne Bewegung – damit konnte er sich nicht abfinden. Also beschloss er, mit dem Jammern aufzuhören und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Von diesem Tag an wärmte er seine schmerzenden Gelenke jeden morgen auf dem Radergometer auf, strich Rheuma begünstigendeLebensmittel wie Schweinefleisch vom Speiseplan und meldete sich im Fitnessstudio an.

Seine Beharrlichkeit zahlte sich aus: Mit den Kilos verschwanden auch die Schmerzen. Nach 2 Jahren war er endlich komplett schmerzfrei und konnte die Medikamente absetzen. Doch auf diesem Erfolg ruhte sich Travis keineswegs aus. Mit seinem großen Ziel vor Augen trainierte er weiter, wechselte vom Radergometer zum Laufband und meldet sich für kleinere Volksläufe an. Erst 6 Kilometer, dann 10. So kämpfte er sich Schritt für Schritt zum Ziel. Nach weiteren 2 Jahren Training mit der Unterstützung von Physiotherapeuten, die seine ramponierten Gelenke behandelten, wollte er seinen Traum endlich wahr werden lassen und meldet sich für den Strongman Run an. "Ich war total aufgeregt und hatte bis zu letzt die Sorge, dass ich es doch nicht schaffen würde", sagt der 36-Jährige. Doch seine Freunde feuerten ihn am Streckenrand an und motivierten ihn alles zu geben. So gelang ihm tatsächlich, was noch vor ein paar Jahren niemand für möglich gehalten hätte: Er schaffte die 22 Kilometer durch Schlamm und über 15 Hindernisse in weniger als 4 Stunden! Vom Rheuma-Patienten zum Langstreckenläufer – das ist kein Sprint, sondern ein Weg, der viel Willenskraft, Beharrlichkeit und Geduld erfordert. Das weiß niemand besser als Travis: „Das ich es wirklich geschafft habe, macht mich überglücklich!“

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