Risiko-Gewürz: Auch zu wenig Salz ist ungesund

Achten Sie bei Ihrem Salzkonsum auf die richtige Menge
Salz ist ein Risiko-Gewürz: Zu viel oder zu wenig davon können krank machen

Überraschende Erkenntnis: Zu wenig Kochsalz ist offenbar am gefährlichsten

Offenbar kann auch zu wenig Salz zu Herz- und Gefäßerkrankungen führen, so eine Studie aus Belgien. Bisher rieten Mediziner dazu, geringe Mengen Salz zu sich zu nehmen, um den Blutdruck niedrig zu halten und um Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vorzubeugen.

Überraschenderweise kam ein Forscher-Team der Universität Leuven zu fast gegenteiligen Erkenntnissen: Die Zahl der Todesfälle unter ihren Probanden, die wenig Salz zu sich nahmen, war fünf Mal höher, als bei denen, die gerne mit dem Salzstreuer noch einmal nachwürzten – also überdurchschnittlich viel Salz zu sich nahmen.

Trotz dieser Ergebnisse riskieren Salz-Fans immer noch einem erhöhten systolischen Blutdruck, wenn sie zu viel Kochsalz zu sich nehmen, so die Wissenschaftler. Der systolische Blutdruck ist der höhere der beiden Blutdruckwerte, der bei der Herz-Kontraktion entsteht, wenn das Blut in die Gefäße gepresst wird. Allerdings lasse sich der Zusammenhang zwischen Salzkonsum und systolischen Blutdruck nicht auf das Herzinfarkt-Risikos übertragen, schreibt das Wissenschaftler-Team im Fachmagazin "Journal of the American Medical Association".

Acht Jahre lang dauerte die Langzeitstudie. In diesem Zeitraum ermittelten die Wissenschaftler von rund 3600 Testpersonen, die vor Studienbeginn keinerlei Herzprobleme hatten, immer wieder den Salzgehalt im Urin. In der Gruppe mit den niedrigsten Salzgehalten zählten sie 50 Todesfälle, die auf Herz-Kreislauf-Störungen zurückzuführen waren. Bei den mittleren Salzwerten gab es 24 und bei den Testpersonen mit viel Salz im Urin waren es zehn Todesfälle.

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