Geld und Beziehung: Gemeinsam leben

Gemeinsam leben – also auch gemeinsames Konto?

Der Bankfachmann Jürgen Pfetsch rät: „Man sollte erst dann ein Gemeinschaftskonto einrichten, wenn die Beziehung sehr gefestigt ist – sonst gibt’s nur Stress.“ Führen Sie aber kein bestehendes Konto mit zusätzlicher Vollmacht weiter, denn die kann der Kontochef jederzeit streichen, das eingezahlte Geld bleibt seins. Ups! Eröffnen Sie deshalb ein neues Konto auf beide Namen.

Jeder hat sein Privatkonto, beide zahlen feste Beträge auf ein gemeinsames Konto für Haushalt, Auto, Urlaub, Telefon. So behält jeder die Geldautonomie, dennoch gibt es einen gemeinsamen Pool.

Der einzige Nachteil: Man zahlt für alle drei Konten Gebühren. Verdient einer nicht, weil er sich um die Familie kümmert, sollte alles aufs Gemeinschaftskonto gehen, vom Rest erhalten beide eine bestimmte Summe zur privaten Verfügung. Der Zuhausebleiber darf nicht leer ausgehen, schließlich ermöglicht seine Heimarbeit die Erwerbsarbeit des Partners.

Es gibt sogar einen Richtwert: Laut Gerichtsurteil stehen einem arbeitslosen Partner in einer Ehe fünf bis sieben Prozent des Nettolohns als Taschengeld zu.

Totale Symbiotiker führen ein Konto auf beide Namen, was jedoch große Übereinstimmung in Finanzfragen erfordert. Vorsicht, da ist viel Reden und noch mehr Vertrauen nötig.

Wann ist eine Vollmacht sinnvoll? Eine Kontovollmacht bedeutet volle Verfügungsgewalt über das Geld des anderen, was zum Beispiel in Frage kommt, wenn der Kontoinhaber möchte, dass der Partner im Notfall (Auslandsreise, Unfall des Inhabers) an sein Geld heran kann, um es ihm zu übermitteln.

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