Wirkung von Substanzen: Zusatzstoffe sind umstritten

Hyperaktivität kann eine Folge schädlicher Zusatzstoffe sein
Hyperaktivität eine Folge von schädlichen Zusatzstoffen?

Offiziell heißt es, Zusatzstoffe seien für Gesunde nicht gefährlich, solange sie nicht zu viel davon zu sich nähmen

Tatsächlich sind viele Zusatzstoffe natürliche und harmlose Bestandteile normaler Lebensmittel. So kommt die Zitronensäure in vielen Früchten vor. Als Zusatzstoff wird sie jedoch in so vielen Produkten eingesetzt, dass man leicht Mengen zu sich nimmt, die durch Obst nie erreichbar wären.

Hirnforscher Beyreuther hält das für ein Problem, da Zitronensäure es gefährlichen Stoffen potenziell erleichtert, die Blut-Hirn-Schranke zu durchdringen. Das sind speziell gestaltete Zellen in den Hirnarterien, die wie Türsteher bestimmen, welche Stoffe passieren dürfen. Leider ist die Barriere längst nicht so perfekt, wie ihr Name glauben lässt.

Einer der Stoffe, die Zitronensäure am Türsteher vorbeischmuggeln kann, ist Aluminium, das eine Rolle bei der Entstehung von Alzheimer spielt. In einigen Produkten, etwa Schokolade, kommt das Metall natürlicherweise vor. Es wird allerdings auch Farbstoffen zugesetzt. Wenn Süßigkeiten eine knallbunte Hülle haben, ist meist Aluminium-Farblack im Spiel.

Niemand weiß, wie viel drin ist
Problematisch ist, dass keiner weiß, wo „zu viel“ überhaupt anfängt. Für die meisten Stoffe gibt es zwar einen so genannten ADI-Wert (acceptable daily intake – tolerierbare tägliche Aufnahme), aber selbst wenn man den kennt, nützt er einem nichts. Grund: Die Zutatenliste der Produkte auf der Packung gibt nicht die Mengen der einzelnen Substanzen an.

Man kann nur anhand der Reihenfolge erkennen, von welcher Zutat am meisten drin ist: Je weiter vorn, desto mehr. Hinzu kommt, dass in Studien normalerweise Wirkungen der Einzelsubstanzen getestet werden und nicht Kombinationen, die man in Wirklichkeit isst. Wird es doch mal probiert, zeigen die Resultate, dass sich die negativen Folgen für das Hirn potenzieren können.

Das passt mit den Ergebnissen mehrerer Untersuchungen zusammen, nach denen sich Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Aggressivität und Unruhe deutlich verringern, wenn man sich weitgehend ohne Zusatzstoffe ernährt.

Weitere Erkenntnisse, Turbos fürs Gehirn und die Erfolgsgeschichte von Michael Wertebach finden Sie in der April-2007-Ausgabe von Men's Health

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