„Die Spots halten nicht nur das Thema Essen ständig präsent, es wird auch mit Situationen verknüpft, die viele vermissen“, sagt Dr. Andrea Jahnen, Ernährungs-psychologin aus Berlin (www.xx-well.com). Man sitzt einsam zu Hause und sieht glückliche Familien oder fröhliche Freunde. Jahnen: „Unbewusst will man sich die heile Welt kaufen.“ Dagegen sagt Psychologieprofessor Joerg Diehl aus Gießen: „Studien zufolge verleiten Spots nur dann zum Zugreifen, wenn man sowieso Lust auf das Produkt hat.“ Darum sei es auch schwer, Gemüsemuffel mit Werbung zu Grünzeug zu bekehren. Diehls Studien mit Kindern zeigen aber: Je mehr sie fernsehen, desto öfter essen sie beworbene Produkte.
Schuldzuweisung
Laut einer anderen Studie greifen Kinder, die zuvor Süßigkeitenwerbung sahen, eher zu Riegeln als zu Obst. Trotzdem waren die Vielgucker im Schnitt nicht dicker. Hersteller meinen ohnehin, der Erfolg von Reklame bestehe lediglich in Verdrängung: Es werde nicht mehr Schokolade gegessen, sondern nur mehr Riegel X statt Y. „Mit den gleichen Argumenten arbeiten Tabakfirmen“, erklärt Marion Nestle, Ernährungs-Expertin von der Universität New York und profilierte Kritikerin der Nahrungsmittelbranche. Sie zweifelt nicht daran, dass die ständigen Botschaften „Iss was! Iss mehr!“ entscheidend für das Übergewicht vieler Menschen sind.












































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