Parkour-Läufer Nils nimmt Anlauf und springt mit angewinkelten Beinen über eine Mauer. Sicher landet er auf der anderen Seite. Der 23-Jährige gehört zur Gruppe der Bremer Traceure. Zusammen mit Hendrik trainiert er seit einem Jahr für Parkour. Warum gerade Parkour? "Der Sport ist sehr intensiv. Man lernt seinen Körper besser kennen und das ist ein tolles Gefühl", erklärt Hendrik. Nils ergänzt: "Ich hab seitdem viel mehr Selbstbewusstsein bekommen."
Für die beiden Traceure liegt der Reiz des Parkour-Sports darin, zu sehen, wozu der eigene Körper fähig ist und wo ihre Grenzen liegen. "Es ist echt der beste Ausgleich zum stressigen Job im Büro. So kommt man wenigstens noch raus nach der Arbeit", sind sich die gelernten Mediengestalter einig.
Hendrik und Nils sind zwar ständig auf der Suche nach neuen Hindernisse und Herausforderungen, zum Einkaufen gehen Sie aber ganz normal. Außerhalb des Trainings wird man sie über keine Mauern springen sehen.
Eigentlich sind Traceure Einzelgänger. Das ist bei den beiden Bremern anders: Sie trainieren am liebsten in einer großen Gruppe. Denn dort entstehen auch am häufigsten die Ideen für neue Sprünge und Tricks. "Wem etwas einfällt, macht es vor und die anderen können Tipps geben. Zusammen schaut man dann, wie es am besten passt", erzählt Hendrik.
So schaffen auch Sie den Sprung über die Mauer
Beim Parkour werden große Höhen überwunden
© Hendrik Jakowlew"Jeder kann Parkour machen und lernen", sagt Hendrik. In der Gruppe finden sich immer Traceure, die Neueinsteigern Tipps geben können. Als Anfänger versuchen Sie sich am besten als erstes an einer Treppe. Dort können Sie schnell und einfach testen, welche Distanz Sie überwinden können. Springen Sie aus dem Stand so weit, wie Sie kommen. Zählen Sie, wieviele Treppenstufen Sie geschafft haben. Diese Weite können Sie dann auch bei Mauern und ähnlichen Hindernissen überwinden.
Wichtig für den Sport ist auch eine gewisse Kreativität: "Man muss einen Blick für die Umgebung haben. Seit ich Parkour mache, sehe ich die Natur ganz anders. Überall sehe ich Hindernisse: Jeder Stein, jede Mauer ist ein potentielles Sportgerät", erzählt Hendrik.
Traceure lernen nie aus. Selbst sehr geübte Parkour-Läufer bekommen immer wieder frische Inspirationen und sehen neue Tricks. Hendrik: "Der Schwierigkeitsgrad der Grundbewegungen ist sehr unterschiedlich." So hatte er schnell einen Move drauf, den man "Dash" nennt: Man springt mit den Füßen zuerst über die Mauer und stützt sich dann mit den Armen weiter ab. An der Grundbewegung "Monkey" hingegen feilt er heute noch. Es dauert etwa ein Jahr, um diesen Hocksprung zu beherrschen. Gerade deshalb versucht der Parkour-Sportler, den Hindernislauf so oft wie möglich in seinen Alltag zu integrieren. Er kann gar nicht anders. "Parkour ist nicht nur ein Sport. Es ist ein Lebensgefühl", erzählt er.














































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