Kein Bild von einem Soldaten
In der Sportschule der Bundeswehr im westfälischen Warendorf trainieren Olympia-Athleten, machen Sportgruppenleiter ihre Sportgruppenleiterscheine – und übergewichtige Soldaten nehmen den Kampf gegen die Kilos auf.
Das Bild vom ranken, schlanken Soldaten ist ein Trugbild. Denn Soldaten sind auch nur Menschen, und Menschen haben (Gewichts-) Probleme – unter den Angehörigen der Streitkräfte sind es geschätzte 15 000. Deswegen haben die Sportmediziner der Bundeswehr im Jahr 2001 das Adipositas-Programm aufgelegt, in dem die Soldaten lernen, ihre Ernährung umzustellen und Freude am Sport zu entwickeln.
Zunächst werden ihre physiologischen Grundlagen gecheckt. „Wir wollen verhindern, dass sich die Männer zu viel zumuten, möchten ihr Verletzungsrisiko minimieren und Herz-Kreislauf-Probleme feststellen“, sagt Dr. Andreas Lison, der als Orthopäde die Teilnehmer des Programms betreut. „Dabei haben wir es oft mit Schäden zu tun, die durch das Übergewicht bereits entstanden sind.“ Zu viel Gewicht geht auf die Knochen, schadet dem Kreislauf. Für viele der Soldaten sind das völlig neue Erkenntnisse.
Nach der Erstuntersuchung werden die Teilnehmer alle 3 Monate zu Kontrollterminen eingeladen. Wer im Sinne des Programms mitzieht, wird zu einem 2-wöchigen Lehrgang eingeladen. Der wird 2-mal im Jahr für jeweils 25 Soldaten abgehalten und dauert 2 Wochen. Nicht jeder wird eingeladen, es kommen nur jene mit guter Prognose. Denn der Lehrgang soll nicht nur denen helfen, die dort sind.
„Die Teilnehmer sollen als Mediatoren andere mitziehen“, sagt Dr. Johannes Hutsteiner, Leiter des Sportmedizinischen Instituts der Bundeswehr. „Die Teilnehmer sollen Erlerntes an andere Übergewichtige in ihren Stammeinheiten weitergeben, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.“ Wer mitmacht, ist freigestellt, die Teilnahme gilt als Dienstzeit. Doch alle Ärzte betonen: Der Lehrgang ist kein Spaß!












































0 Kommentare
Kommentar schreiben