KrebsforschungMangelndes Know-How bei Krebsbehandlung

14.09.2010 , Autor:Wolfgang Melcher
© Men's Health

Chefredakteur Wolfgang Melcher über die Diagnose Prostata-Krebs und die fehlenden objektiven Erkenntnisse zu möglichen Therapien

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Vielen Männern fällt es schwer, den Arzt ihres Vertrauens zu finden
Vielen Ärzten fehlt es an objektiven Erkenntnissen zu möglichen Krebs-Therapien © Shutterstock
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Zu wissen, dass man einen Tumor in sich trägt, und trotzdem nichts dagegen zu tun – das ist definitiv nicht leicht. Schon gar nicht für Männer, die ja erst zum Arzt gehen, wenn’s gar nicht mehr anders geht, dann aber eine sofort wirksame Gegenmaßnahme erwarten. Und trotzdem: Bei bestimmten, weniger aggressiven Formen des Prostatakrebses kann das Nichtstun – oder besser gesagt: beobachtendes Abwarten – die beste Entscheidung sein. Zumal bei Entfernung der Prostata Inkontinenz oder Impotenz drohen.

Klar ist: Welche Reaktion nach einer Prostatakrebs-Diagnose die richtige ist, lässt sich nur im konkreten Einzelfall entscheiden. Nach ausführlicher Beratung durch den Arzt, der Für und Wider der einzelnen Methoden objektiv erläutert. Aber genau da liegt das Problem: „Ich hatte das Gefühl, dass jeder Arzt seine Methode durchbringen wollte“, berichtet ein Betroffener in unserem Report ab Seite 116. Leider kein Einzelfall, denn nach wie vor fehlt es an umfassenden und objektiven Erkenntnissen zu den unterschiedlichen Therapieansätzen für die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Erkenntnisse, die neben der bloßen medizinischen Versorgung auch die Lebensqualität der Patienten einbeziehen.

Immerhin ist in Deutschland inzwischen eine Langzeitstudie mit 5000 Patienten initiiert worden, die diese Lücke schließen möchte. Übrigens: Finanziert wird die Studie nicht vom Gesundheitsministerium oder gar von der Pharmaindustrie, sondern von einem Energieversorger. Aber vielleicht sorgt das ja sogar für mehr Objektivität – schließlich lässt sich am Nichtstun nicht wirklich viel verdienen.


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