Die Frage nach der Toilette beantwortet Ole Franke mit einem Fingerzeig. „Die blaue Tür, neben der Treppe – aber das ist eine Falle“, sagt er und lacht. Dann erklärt er: „Da bin ich früher nicht durchgekommen.“ Die Tür ist mehr als 60 Zentimeter breit, und Ole Franke beschreibt, wie er früher versucht hat, seitlich mit eingezogenem Bauch durchzukommen. „Keine Chance. Bin immer hängen geblieben.“
Franke (42) arbeitet im Programmierzentrum der Luftwaffe im rheinland-pfälzischen Birken-felde. Er erzählt die Geschichte vom Computertomografen. Damals sollte er für eine Untersuchung in die Röhre geschoben werden – und passte zunächst nicht hinein. „Wenn das so weitergegangen wäre, hätte ich auf solche Untersuchungen bald verzichten können, damit wäre Schluss gewesen.“
Kerk knufft seinen Kameraden in den Arm und grinst. „Dir wäre immer noch der Elbtunnel geblieben.“ Beide prusten los, hauen sich auf die Schultern. Heute kann Franke über derartige Witze lachen. Er wiegt jetzt 46 Kilo weniger und tritt 4,2 Watt Maximalleistung auf dem Ergometer.
Namborn im Saarland, August 2003. Heute bringt der Papa der Kleinen das Radfahren bei. Die Tochter von Ole Franke sitzt auf ihrem bunten Kinderrad und ist ganz aufgeregt, ihr kleines Herz klopft bis in ihren Hals. Der Vater schiebt sie an, die Kleine quiekt, es geht los – aber es geht nicht weit.
Schon nach wenigen Schritten, die Franke neben seiner juchzenden Kleinen hergelaufen ist, kommt er völlig außer Atem. Jetzt schlägt dem Papa das Herz bis zum Hals, schwindelig ist ihm, er versteht das alles nicht – aber er weiß, er muss etwas ändern. Noch in jenem Sommer spricht er bei den Sportmedizinern in Warendorf vor.
„Da haben sie mir hier die Karten gelegt“, sagt Franke heute. Trümpfe waren nicht dabei: Der Ausgangs-BMI für das Adipositas-Programm liegt bei 27. Als Ole Franke das erste Mal in der Sportschule gecheckt wird, liegt seiner bei 44. Er bringt 147,3 Kilo auf die Waage, tritt auf dem Ergometer 1,8 Watt pro Kilo Körpergewicht Maximalleistung. Ob das viel ist? „Zu wenig“, sagt Andreas Lison. „Das ist nur unwesentlich mehr als ein Toter.“ Radfahren war nie sein Sport, sagt Franke: „Wenn es irgendwo bergauf ging, habe ich immer abgewunken. Nee, bergauf fahren, ich, niemals! Quälerei!“












































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