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20.05.2009
, Autor:Andreas Stumpf
© Men's Health
Simon ist Fahrradkurier, einer von rund 250 in Berlin. Seit 1999 transportiert der 32-Jährige eilige Sendungen durch die Hauptstadt. Acht bis zehn Stunden sitzt Simon jeden Tag im Fahrradsattel. In der Zeit erledigt er im Schnitt 15 bis 20 Aufträge, legt dabei zwischen 80 und 120 Kilometer zurück. "Das meiste, was ich mal auf dem Tacho hatte, waren 196 Kilometer", erzählt er.
Radkuriere sind Einzelkämpfer, arbeiten freiberuflich. Die Kurierfirma ist also nicht der Arbeitgeber, sondern Geschäftspartner: Sie vermittelt die Aufträge und wickelt die Bezahlung ab, erhält dafür eine Provision zwischen 25 und 40 Prozent des Umsatzes.
Single-Speed-Bike: das Modell Peacemaker von Fixie Inc. für zirka 1250 Euro
Auch mal dem Ex-Kanzler ausweichen
"Klar sind wir sportlich unterwegs", sagt Simon. "Trotzdem ist der Radkurier meiner Meinung nach der aufmerksamste Verkehrsteilnehmer überhaupt." Einmal sei ihm fast Ex-Kanzler Gerhard Schröder ins Rad gelaufen. "Der ist vor der SPD-Zentrale einfach auf den Radweg marschiert, ohne nach links zu sehen." Eine Kollision habe Simon nur deswegen verhindern können, weil er immer aufs Ausweichen vorbereitet sei. "Man muss zu jeder Zeit zwei Notausgänge im Kopf haben", erklärt er.
Voran geht’s mit einer hohen Trittfrequenz. Der Grund: Simons Bike fehlt die Gangschaltung. Denn er fährt mit einem Single-Speed-Bike, zu Deutsch: Ein-Gang-Rädern. Radkuriere schätzen die aufs Wesentliche reduzierten Rennmaschinen nicht zuletzt, weil sie weniger Verschleißteile haben. Simons Bike ist noch spartanischer ausgestattet: Es hat nicht einmal Bremsen.
Das Interview mit Radkurier Simon aus Berlin
Fixie – das Statussymbol der Radkuriere
Simon sitzt auf einem Fixed-Gear-Bike, kurz: Fixie. Dieser aus dem Bahnradsport stammende Typus hat eine starre Nabe und damit keinen Freilauf. In der Praxis heißt das: Hört er auf zu treten und streckt er die Beine zur Seite, drehen sich die Pedale mit jeder Umdrehung des hinteren Rades weiter. Ließe er seine Füße auf den Pedalen, würde er regelrecht aus dem Sattel katapultiert. Der Straßenverkehrsordnung entspricht so ein Rad natürlich nicht. In Kurierkreisen avancierte das Fixie dennoch zum Statussymbol. In New York, der Geburtsstadt der Radkuriere (dort auch Messenger genannt), begann diese Entwicklung bereits in den 1970er-Jahren, kurz nachdem dort die ersten Kurierdienste an den Start gegangen waren.
Die optimale Ausstattung für den Weg zur Arbeit oder zum Einkauf. Praktisch, funktional, solide
Ideales Rad für die Stadt, auch tourentauglich. Angenehm zu fahren dank Shimano-Deore-LX-Schaltung.
Serienmäßig: LED-Beleuchtung vorn und hinten.
Randonneur Gent, um 900 Euro, stevensbikes.de
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Wirksamer Schutz gegen Diebstahl. Verschiedene Transportmöglichkeiten, in 4 Varianten erhältlich. LED-Key zum Ausleuchten bei Dunkelheit.
BS 450, um 50 Euro, trelock.de
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Mehrfach prämierter Fahrradhelm. 18 Belüftungsöffnungen sorgen für einen kühlen Kopf. Netzgewebe an vorderen Lüftungsöffnungen schützt gegen Insekteneinflug.
Spice L. E., um 45 Euro, alpina-helmets.de
Mit diesem Equipment sind Sie am schnellsten unterwegs. Zeitsparend dank einfacher Handhabung
Sportlichstes Bike im Feld. Durch den geraden Lenker bequemer als Rennmaschinen und dank breiterer Reifen robuster. Mit zuverlässiger Nabenschaltung.
Speeder i8, um 650 Euro, merida-bikes.com
Mit diesem Equipment sind Sie am schnellsten unterwegs. Zeitsparend dank einfacher Handhabung
Widerstandsfähiges Scheibenzylinderschloss, das sekundenschnell angebracht werden kann. Wetterfest durch Überzug. Halterung erlaubt einfachen Transport.
HardWire 2085, um 30 Euro, kryptonitelock.com
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Der Helm wiegt nur 185 Gramm. Laut dem Magazin „Mountainbike“ der Sicherste seiner Klasse. Anklippbares Visier, Windkanäle für optimale Durchlüftung.
2D, um 180 Euro, specialized.com
Mit diesem Equipment sind Sie am schnellsten unterwegs. Zeitsparend dank einfacher Handhabung
Dank revolutionärer Kugelgelenk-Konstruktion schränkt der Rucksack kaum ein. Wasserdichtes Material und 25 Liter Volumen.
Optional: Trinkblase.
BC3, um 200 Euro, ergon-bike.com
Luxuriös und voller Hightech durch den Alltag. Mit dieser Ausrüstung kommen Sie entspannter an
Pedal Electric Cycle, kurz Pedelec, kommt in vier Stufen bis auf 25 km/h. Elektromotor am Hinterrad. Akku abnehmbar, Ladestation mitgeliefert.
Zouma Sport E, um 2200 Euro, diamant-rad.de
Luxuriös und voller Hightech durch den Alltag. Mit dieser Ausrüstung kommen Sie entspannter an
Faltschloss für höchste Sicherheitsanforderungen. Lichtschlüssel und Codecard werden mitgeliefert. Einfache, platzsparende Halterung am Rahmen des Rads.
Granit Bordo 6500 X-Plus, um 90 Euro, abus.de
Luxuriös und voller Hightech durch den Alltag. Mit dieser Ausrüstung kommen Sie entspannter an
Fahrradhelm mit integrierter Front- und Heckbeleuchtung, die sich automatisch zuschaltet. Verschließbare Lüftungsöffnungen, Fliegengitter. Helmform verstellbar.
CO:MUTE, um 100 Euro, procraft.de
Luxuriös und voller Hightech durch den Alltag. Mit dieser Ausrüstung kommen Sie entspannter an
Mit 16 Litern Stauraum geräumige und bequeme Planentasche, bei der sich das Hauptfach erweitern lässt. Wasserfest, mit einfach verstellbarem Schulterpolster.
Till, um 70 Euro, vaude.com
Mit einem solchen Rad und dem notwendigen Equipment kommen Sie bei Wind und Wetter
durch jede Großstadt – auch wenn Sie keine eiligen Sendungen ausliefern müssen
Puristisches 1-Gang-Rad mit lediglich 8,5 Kilo Gesamtgewicht. Der Rahmen ist komplett unter Lack versiegelt. Das schützt die Rohre auch im Inneren vor Rost. Das Hinterrad besitzt eine Wendenabe, lässt sich innerhalb von 2 Minuten um 180 Grad gedreht montieren und so ganz normal oder ohne Freilauf fahren.
Modell Peacemaker von Fixie Inc., zirka 1250 Euro, cycles-for-heroes.com
Mit einem solchen Rad und dem notwendigen Equipment kommen Sie bei Wind und Wetter
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Robust wie kein anderes – steckt Wasser, Staub, Stöße locker weg:
XP 3 von Sonim, etwa 300 Euro, toughestphone.com
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Bike-Tool mit 25 Funktionen, nur 4,5 cm dick, 300 Gramm schwer:
Alien 3 von Topeak, um 50 Euro, topeak.de
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Wasserdicht, schnell zu öffnender Klettverschluss, bequem zu tragen:
Messengerbag von Ortlieb, zirka 100 Euro, ortlieb.de
"Ein Fixie zu fahren ist so etwas wie die Königsdisziplin im Radsport", sagt Simon. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Rädern kann man damit auch freihändig auf der Stelle stehen oder rückwärts fahren. "Nur das Anhalten ist etwas kompliziert", sagt er.
In der Tat erfordert es einige Übung, ohne Bremsen zu bremsen. Das Grundprinzip des so genannten Konterns: Gesäß vom Sattel, Gewicht nach vorne, Hinterrad kurz heben, gleichzeitig die Kurbel durch Anspannen der Beine blockieren. Profis kontern zwei- bis dreimal schnell hintereinander, um Reifen und Kniegelenke zu schonen.
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