Ein bisschen Stoff, einige Alu-Rohre, dazu ein paar Heringe, Leinen und Ösen. Als Zelt schützen sie vor Wind, Wetter oder lästigem Getier. Zelte gibt’s als einfache Schutzbehausung bis zum Luxus-Appartement. Sie unterscheiden sich unter anderem in Qualität und Preis. „Hochwertige Materialien, etwa definiertes Aluminium oder Silikon, machen ein Modell teurer, aber auch funktionaler und haltbarer“, so Frank Wacker, Experte vom Magazin „Outdoor“. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Form. Folgende Typen gibt es:
- Kuppelzelte sind bei harten Untergründen zu empfehlen, da sie auch stehen, ohne dass man viele Seile spannen muss (sie haben eine selbsttragende Konstruktion). Dafür sind die Apsiden (Vorräume) eher klein. Die relativ großen Flächen machen das Zelt windanfällig. Pluspunkt: Kuppelzelte sind einfach aufzubauen.
- Geodätische Zelte bestehen meist vier sich überkreuzender Stangen und kleineren Flächen. Folge: höhere Windstabilität. Bei Geodäten wird in der Regel das Innenzelt aufgebaut und das Außenzelt darüber geworfen. Vorteil: Sie können das Innenzelt bei Hitze auch ohne Überzelt verwenden.
- Bei Tunnelzelten bilden zwei oder mehr parallel angeordnete Gestängebögen eine Art Tunnel. Ergebnis: Sehr viel Platz, auch für sperriges Gepäck. Tunnelzelte sind nicht freistehend, aber bei guter Abspannung sturmsicher (wenn sie richtig zur Windrichtung stehen). Sie lassen sich sogar von einer Person im Sturm aufbauen. Das Gestänge verläuft meist im Außenzelt, das Innenzelt bleibt eingehängt.
- Pop-up- oder Wurfzelte müssen nicht umständlich zusammenbaut und aufgestellt werden. Dank flexibler, aufrollbarer Zeltstangen wirft man das Zelt auf den Boden und es errichtet sich ganz von alleine.
Welches Zelt letztlich das geeignetste für Sie ist, richtet sich auch nach dem Einsatzziel:
Familienzelte sind gut fürs Camping in großen Gruppen. Sie bieten viel Platz und Komfort – für alle, die das Zelterlebnis der stickigen Pension vorziehen. Es spielt dabei fast keine Rolle, wie schwer das Zelt ist, weil Sie es nur aus dem Auto hieven müssen und dann als Basislager nutzen.
Leichtgewichtszelte (unter 2 Kilo) sind etwas für Outdoor-Fans, die auf eher kurzen Touren alles selber tragen, die nachts nur geschützt irgendwo schlafen müssen, sonst aber eher auf den Beinen sind.
Trekkingzelte (maximal 4 Kilo) sind für Outdoorer, die lange Strecken zurück legen und jede Nacht ihr Zelt in einer neuen Umgebung aufbauen. Trekker brauchen zuverlässige Zelte, wollen aber ihr Geld lieber in ihre Reisen investieren.
Expeditionszelte sind für harte Touren, bei denen das (Über)leben an der Ausrüstung hängt. Sie sind zuverlässig, robust, noch tragbar (bis 5 Kilo) und schützen auch bei extremen Bedingungen.
Das richtige Zelt für jeden Typ
Komfortgarant World’s End RT von Jack Wolfskin
Kategorie: Trekking-Zelte. Für Outdoor-Freaks, die auf ihrer Tour ihr Nachtlager jedes Mal an einem anderen Ort aufbauen möchten; zuverlässige, robuste und relativ preisgünstige Zelte
Mit seinem großen Vorraum (Apsis) bietet dieses Trekkingzelt auf langen Touren auch bei schlechtem Wetter für 3 Personen viel Komfort, Stauraum und einen geräumigen, trockenen Platz zum Kochen. Das Tunnelzelt ist sehr windstabil, mit 6200 Gramm jedoch nicht ganz so leicht im Rucksack.
Modell: World’s End RT von Jack Wolfskin
Preis zirka 350 Euro || Infos www.jackwolfskin.com
Sitzriese Roskilde 2 von Meru
Kategorie: Trekking-Zelte. Für Outdoor-Freaks, die auf ihrer Tour ihr Nachtlager jedes Mal an einem anderen Ort aufbauen möchten; zuverlässige, robuste und relativ preisgünstige Zelte
Das fix aufzubauende Einbogenzelt (3400 Gramm) bietet Platz für 2 nicht übermäßig anspruchsvolle Trekker. Bequem dank großem, seitlichen Eingang, innen ist es hoch genug, um gut zu sitzen. Recht
simple Konstruktion, darum nur mäßig windstabil.
Modell: Roskilde 2 von Meru
Preis zirka 70 Euro || Infos www.globetrotter.de
Flachmann Small Dreamer von Robens
Kategorie: Trekking-Zelte. Für Outdoor-Freaks, die auf ihrer Tour ihr Nachtlager jedes Mal an einem anderen Ort aufbauen möchten; zuverlässige, robuste und relativ preisgünstige Zelte
Dieses niedrige, abfallende Tunnelzelt bietet dem Wind nur wenig Angriffsfläche und ist bequem von 2 Personen zu nutzen. Mit 2400 Gramm und einem kleinen Packmaß (41x17 Zentimeter) ist es für 2- oder 3-Tages-Touren bestens geeignet.
Modell: Small Dreamer von Robens
Preis etwa 150 Euro || Infos www.robens.de
Kultobjekt Sierra Leone II von Salewa
Kategorie: Trekking-Zelte. Für Outdoor-Freaks, die auf ihrer Tour ihr Nachtlager jedes Mal an einem anderen Ort aufbauen möchten; zuverlässige, robuste und relativ preisgünstige Zelte
Der Klassiker unter den 2-Mann-Kuppelzelten, mit dem Vorgängermodell waren schon unsere Eltern auf Tour. Mittlerweile geräumiger, aber schwerer (3400 Gramm) als damals. Und 2 Eingänge sorgen dafür, dass das Zelt jederzeit gut durchlüftet ist.
Modell: Sierra Leone II von Salewa
Preis um 330 Euro || Infos www.salewa.de
Tempomacher Quick Pitch SS Compact Tent von Gelert
Kategorie: Leichtgewicht-Zelte. Für Spartaner, die leicht und schnell unterwegs sind und kaum Platz brauchen, weil sie so gut wie nichts dabeihaben; superleichte, aber doch stabile Modelle
Pop-up-Zelt für 2 Personen: einfach ausbreiten, und innerhalb weniger Sekunden stellt es sich von ganz alleine auf, bietet so schnell Schutz vorm Regen. Mit 1700 Gramm ist es im Vergleich zu Vorgängermodellen viel leichter. Gute Qualität für wenig Geld.
Modell: Quick Pitch SS Compact Tent von Gelert
Preis zirka 48 Euro || Infos www.gelert.com
Gewinnertyp Hogan UL von Vaude
Kategorie: Leichtgewicht-Zelte. Für Spartaner, die leicht und schnell unterwegs sind und kaum Platz brauchen, weil sie so gut wie nichts dabeihaben; superleichte, aber doch stabile Modelle
Das Zelt wurde mehrmals Gear-of-the-Year-Sieger im Magazin „Outdoor“ – allein das spricht Bände. Mit 1800 Gramm für 2 Personen ein echtes Leichtgewicht, das (fast) expeditionstauglich ist. Schnell aufgebaut durch Clip-Verbindungen zum Gestänge.
Modell: Hogan UL von Vaude
Preis etwa 300 Euro || Infos www.vaude.com
Fliegengewicht Solar Photon 2 von Terra Nova
Kategorie: Leichtgewicht-Zelte. Für Spartaner, die leicht und schnell unterwegs sind und kaum Platz brauchen, weil sie so gut wie nichts dabeihaben; superleichte, aber doch stabile Modelle
Mit 925 Gramm das zurzeit leichteste 2-Personen-Zelt auf dem Markt. Darüber hinaus ist es winzig klein im Packmaß (40x15 Zentimeter). Die Heringe bestehen aus Titanium und wiegen pro Stück nur 1 Gramm. Alles passt locker-leicht in den Rucksack.
Modell: Solar Photon 2 von Terra Nova
Preis um 560 Euro || Infos www.terra-nova.co.uk
Windstopper Venus Extreme 2 von Exped
Kategorie: Expeditions-Zelte. Für Touren, auf denen es hart kommt und das (Über-) Leben von der Qualität der Ausrüstung abhängt; schützen auch bei extremen Wetterbedingungen
Das Expeditionszelt aus Silikon-Ripstop-Nylon ist relativ günstig und bietet 2 Abenteurern Platz. Das stabile, aber auch biegsame Alu-Gestänge sorgt mit dafür, dass das Zelt sehr stabil im Wind steht. Mit 2600 Gramm ist es noch sehr gut tragbar.
Modell: Venus Extreme 2 von Exped
Preis zirka 485 Euro || Infos www.exped.com
Aushängeschild Keron 3 von Hilleberg
Kategorie: Expeditions-Zelte. Für Touren, auf denen es hart kommt und das (Über-) Leben von der Qualität der Ausrüstung abhängt; schützen auch bei extremen Wetterbedingungen
Flagschiff des Tunnelzelt-Erfinders. Es lässt sich auch im Sturm problemlos aufbauen, hält Wind und Regen Stand. Dank seiner zwei Eingänge mit Stauraum bietet es auf Tour eine Menge Komfort, auch für 3 Personen. Mit 3900 Gramm gut tragbar.
Modell: Keron 3 von Hilleberg
Preis etwa 830 Euro || Infos www.hilleberg.com
Sturmhaube TNF VE 25 von The North Face
Kategorie: Expeditions-Zelte. Für Touren, auf denen es hart kommt und das (Über-) Leben von der Qualität der Ausrüstung abhängt; schützen auch bei extremen Wetterbedingungen
Archetyp unter den so genannten geodätischen Zelten. Durch die für diese Zeltform typischen, sich mehrfach überkreuzenden Stangen ist es enorm sturmstabil. Bei trockenem Wetter lässt man das Überzelt einfach weg. 4800 Gramm, noch tragbar.
Modell: TNF VE 25 von The North Face
Preis um 750 Euro || Infos www.thenorthface.com
Praktiker Shangri-La von Golite
Kategorie: Familien-Zelte. Für alle, die viel Platz oder mehr Komfort brauchen und das Zelt nicht schleppen müssen, das Campingerlebnis jedoch einer stickigen Pension vorziehen
Clever und sehr vielseitig präsentiert sich dieses Pyramidenzelt. Es hat nur eine senkrechte Stange, Sie sparen viel Gewicht (wiegt nur 1300 Gramm). Trotzdem ist Platz für 5 Personen. Das Innen- und das Außenzelt lassen sich auch separat kaufen, falls Sie mal ganz spartanisch unterwegs sein wollen.
Modell: Shangri-La von Golite
Preis um 425 Euro (nur Außenzelt: 300 Euro) || Infos www.golite.com
Basislager Backcountry Barn von MSR
Kategorie: Familien-Zelte. Für alle, die viel Platz oder mehr Komfort brauchen und das Zelt nicht schleppen müssen, das Campingerlebnis jedoch einer stickigen Pension vorziehen
Ist schön groß, bietet 10 000 Liter Platzvolumen, bei einem Gewicht von 7000 Gramm. 5 Personen passen hinein. Optimal als Ausgangspunkt auf dem Campingplatz oder Stützpunkt im Kletterrevier. Achtung, senkrechte Flächen sind sehr windanfällig!
Modell: Backcountry Barn von MSR
Preis etwa 700 Euro || Infos www.cascadedesigns.com
Raumwunder Waterfall 5 Deluxe von Coleman
Kategorie: Familien-Zelte. Für alle, die viel Platz oder mehr Komfort brauchen und das Zelt nicht schleppen müssen, das Campingerlebnis jedoch einer stickigen Pension vorziehen
Mit einer Grundfläche von 13,4 Quadratmetern ist dieses 12 800-Gramm-Zelt größer als so manches Kinderzimmer. Es bietet 5 Personen Platz in der Schlafkabine sowie ausreichend Stehkomfort und Bewegungsfreiheit in dem geräumigen Vorraum.
Modell: Waterfall 5 Deluxe von Coleman
Preis um 180 Euro || Infos www.coleman.eu
Stehaufmännchen Alaska 3 DLX von Tatonka
Kategorie: Familien-Zelte. Für alle, die viel Platz oder mehr Komfort brauchen und das Zelt nicht schleppen müssen, das Campingerlebnis jedoch einer stickigen Pension vorziehen
In diesem 3-Personen-Zelt (6300 Gramm) kommt eine Familie mit 2 Kindern problemlos unter. Das Innenzelt hat durchgängig 1,40 Meter Stehhöhe – genug, damit sich (fast) jeder mit eingezogenem Kopf hinstellen kann, beispielsweise, um sich die Hose anzuziehen oder locker rein- und rauszugehen.
Modell: Alaska 3 DLX von Tatonka
Preis zirka 520 Euro || Infos www.tatonka.com
Daran erkennen Sie ein gutes Zelt:
- Gestänge: Hochwertige Gestänge sind aus eloxiertem Aluminium, einfache aus Fiberglas. Bei durchgehenden Stangenkanälen können Sie die Stange schneller durchschieben. Das Gestänge im Außenzelt ist besser für nasse Regionen. Das Gestänge im Innenzelt für heiße Gegenden.
- Außenzelt: Prüfen Sie die Nähte. Sie sollten geradlinig verlaufen. Das Außenzelt sollte aus Polyester, Polyamid mit Silikon (hochwertiger, reißt nicht so schnell ein) oder Polyurethan (PU, gut und günstiger) sein. Finger weg von angepriesenen alubeschichteten Zelten – die Beschichtung hält nicht lange!
- Innenzelt: Das Innenzelt sollte straff sitzen und genügend Platz bieten. Am besten: Probeliegen mit Matte! Bei Mehr-Personen-Zelten dürfen die Matten nicht überlappen, Kopf und Füße sollten nicht anstoßen. Vorsicht vor Innenzelten aus Moskitonetzstoff: Hier zieht es womöglich empfindlich durch.
- Zeltboden: Idealerweise ist er aus einem robusten Stück Nylon mit PU-Beschichtung. Hier auch auf sauber geklebte Nähte achten. Die Bodenwanne sollte sich an den Seiten mindestens acht Zentimeter hochziehen.
- Lüfter: Sie sorgen für Ventilation, wenn das Zelt geschlossen ist. Lüfter sollten sich verschließen lassen.














































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