Jahrzehntelang galt die wissenschaftliche Wahrheit, während Wettkämpfen so viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen wie möglich. Doch neuerdings ergibt sich in der Sportmedizin ein neues und differenzierteres Bild: Zuviel kann der Gesundheit eben so schaden wie zu wenig zu trinken und zu dehydrieren. Das Symptom nennt sich Hyponatremie: Vergiftung durch zu große Wasseraufnahme. Hyponatremie geriet in den Blickpunkt, als 2002 zwei Läuferinnen starben, nachdem sie exzessiv Wasser getrunken hatten.
Das Problem besteht darin, dass die Natrium-Konzentration im Blut, durch Schwitzen ohnehin schon erniedrigt, durch die erhöhte Wasseraufnahme noch mehr verdünnt wird. Als Konsequenz können Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Schwäche auftreten und in manchen Fällen sogar Koma und Tod in Folge einer Hirnschwellung. Betroffen sind zumeist extreme Ausdauersportler wie Marathonläufer und Triathleten. So reduzierten die Veranstalter des Houston Marathons im vergangenen Jahr die Zahl der Wasserstellen auf die Hälfte, nachdem die Zahl der hyponatremischen Läufer in den vorhergehenden Jahren stetig angeschwollen war. Doch obwohl das Hyponatremie-Problem unter Experten unbestritten ist, befürchten einige, Sportler könnten nun von einem Extrem ins andere fallen und zukünftig zu wenig trinken.
Nach wie vor gilt: Schweißverlust ersetzen
Tim Noakes von der University of Cape Town in Südafrika, einer der führenden Experten in Sachen Hyponatremie, empfiehlt Ausdauersportlern daher nur dann zu trinken, wenn sie Durst verspüren. Kritiker merken allerdings an, dass bei vielen das natürliche Durstgefühl nicht ausreiche, um den Wasserhaushalt ausreichend zu regulieren.
Das American College of Sports Medicine wird daher im Frühjahr Richtlinien zur Vermeidung von Hyponatremie herausgeben. Bekannt ist bereits, dass es empfehlen wird, wenigstens den Schweißverlust des Körpers zu ersetzen. Eine andere Institution, die American Running Association, sagt, Ausdauersportler sollten vor den Wettkämpfen salzhaltige Nahrungsmittel wie beispielsweise Bretzeln, auf den Plan stellen.














































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