Wenn am 3. Juli in Rotterdam die 97. Tour de France beginnt, ist das Thema Doping wieder in aller Munde. Einen Tag später, beim 4. Lauf des Lausitzcups in Cottbus, wird das vermutlich kein Thema sein. Genauso wenig wie bei vielen anderen Jedermannrennen in Deutschland. Was jedoch nicht daran liegt, dass die Fahrer dort alle sauber wären.
Ganz im Gegenteil: Immer mehr Breitensportler dopen. Mit Medikamenten für Diabetes- oder Herzpatienten, Testosteron, Schmerzmitteln in Höchstdosen. Selbstverordnet, ohne ärztliche Kontrolle. Die Präparate gibt's im Internet oder vom Trainingskumpel, die Dosierung per SMS. "Einem Auto gibt man doch auch ein Additiv, damit es mehr Leistung bringt", sagte ein Hobbysportler zu unserer Autorin (ihr Insider-Report: ab Seite 98 der Juli-Ausgabe von Men's Health). Gewonnen hat er nichts, aber darum geht es auch nicht: Die Schinderei soll sich lohnen, er will die Genugtuung spüren, schneller zu sein als Trainingskollegen.
Wettkampf ist männlich. Sich mit anderen zu messen, ist motivierend – das steht oft genug auch in diesem Magazin. Es ohne Rücksicht auf den eigenen Körper und seine natürlichen Grenzen zu tun, ist aber einfach nur dumm. Und genau das müssen jene deutlich sagen, die den Wettkampfgedanken fordern und fördern: Trainer, Veranstalter und auch Men's Health. Denn Aufklärung ist der einzige Weg, etwas zu verändern, da sind sich die Experten einig. Die meisten Veranstalter sind dazu leider (noch) nicht bereit. Sie scheuen hohe Kosten, fürchten sich vor Imageschäden und glauben lieber an die Sauberkeit ihrer Teilnehmer. Ganz nach dem Motto: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist billiger.

| Und was meinen Sie? Sollte Doping strafbar sein? Brauchen wir im Breitensport Kontrollen? Und wie weit würden Sie für mehr Leistung und bessere Zeiten gehen? |
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