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Regeneration: Sportverletzungen auskurieren

09.11.2010 , Autor:Kirsten Segler
© Men's Health

Falls Sie verletzungsbedingt in die Regeneration müssen: So kurieren Sie chronische Beschwerden und Sportverletzungen bis zum Frühjahr aus
Regeneration: Sportverletzungen auskurieren
1 / 19 | Alle gesundheitlichen Probleme erfolgreich meistern und gestärkt aus der kalten Jahreszeit kommen

Regeneration Endlich richtig fit werden

Probleme erkennen & ausbessern


Der Winter war schon immer eine Zeit der Einkehr. Da rückte man am Feuer näher zusammen und reparierte Werkzeug fürs nächste Frühjahr. Diese Strategie ist auch für Sportler genau richtig.

Fallen Sie also nicht in einen Zustand, der sich vom Winterschlaf nur dadurch unterscheidet, dass Sie Speck ansetzen statt ihn abzubauen. Nutzen Sie stattdessen die kalte Zeit, um Ihren Körper wie ein Arbeitsgerät auf Schäden zu untersuchen und zu reparieren – damit Sie mit neuer Kraft in den Frühling starten können

Muskelzerrungen müssen nicht einfach hingenommen werden
2 / 19 | Gerade Sportler haben oft mit Zerrungen und Bänderissen zu kämpfen - © Shutterstock

Verletzung Nr. 1 Zerstörte Stellungsnerven

Bänderrisse und Muskelzerrungen


Ein Umknicken kommt selten allein. Diese leidvolle Erfahrung machen viele Sportler, die immer wieder mit Bänderüberdehnungen oder -rissen zu tun haben. Doch das müssen Sie nicht schicksalhaft hinnehmen, Ihre Bänder sind nicht ausgeleiert. Ursache dieser Instabilität ist unter anderem die Zerstörung der lokalen Stellungsnerven, die dem Hirn melden, wie die verschiedenen Körperteile im Raum zueinander stehen.

"Stellungsnerven wachsen wieder nach. Aber an Partien wie dem Sprunggelenk, wo es sehr viele davon gibt, müssen sie gezielt trainiert werden – ansonsten bleibt eine Schwachstelle", so Orthopäde Dr. Paul Ridder aus Freiburg, der sich auf Osteopathie und Spiraldynamik (Orthopädie ohne Operation, www.spiraldynamik.com) spezialisiert hat.

Mit dieser Übung knicken Sie nie wieder um
3 / 19 | Mit gestrecktem Bein die Fußsohle auf einen größeren Ball setzen. Das Knie befindet sich auf einer geraden Linie mit dem Fuß. Mit dem großen Zeh und dem diagonal gegenüberliegenden Bereich der Ferse (siehe Pfeile) gleichzeitig Druck auf den Ball ausüben

Therapie Nr. 1 Gelenke stabilisieren

Übung gegen Bänderrisse und Muskelzerrungen


Das Geheimnis, wie Sie die Bänder nach Verletzungen wieder stärken können, liegt im propriozeptiven Training – Übungen, die Gelenke zwingen, sich auf wackligem Untergrund zu stabilisieren.

"Idealerweise beginnt man damit schon 3 bis 4 Tage nach einer Verletzung", sagt Ridder. "Wer 6 Wochen wartet, bis der Bänderriss ausgeheilt ist, der braucht 3-mal länger, um wieder fit zu werden." Man muss jedoch sehr vorsichtig anfangen und sollte die Übungen bei einem Physiotherapeuten machen.

"Besonders gut ist das Training auf einem Gerät namens Posturomed", so der Orthopäde. Das ist ein Wackelbrett, das sich sehr genau justieren lässt. Diese gerätegestützte Krankengymnastik bieten viele Therapeuten an, sie wird von den Kassen bezahlt. "Anleitung ist wichtig, da es nicht nur auf die Stellung der Sprunggelenke ankommt, sondern auf die gesamte Beinachse", erklärt Ridder. Danach können Sie zu Hause trainieren, zum Beispiel Übung 1 (siehe oben), jeden Tag 15 Minuten. Sie eignet sich auch, wenn Sie zum Umknicken neigen, bisher jedoch ohne Verletzung davongekommen sind oder diese schon eine Weile her ist. "6 Monate muss man das schon durchziehen", sagt Ridder.

Prellungen sind auch oft Ursache von zu intensivem Training
4 / 19 | Ein geprelltes Schienbein kann auch durch schlechte Durchblutung kommen - © Shutterstock

Verletzung Nr. 2 Zu straffes Training

Prellungen am Bein und Überbelastung


Verletzungen am Unterschenkel können ein Kompartmentsyndrom nach sich ziehen: Durch Druckerhöhung im Gewebe wird dieses schlechter durchblutet und geschädigt, es kann sogar absterben. Dies kommt bei starken Prellungen und Quetschungen vor oder wenn ein Gips zu eng angelegt wurde, aber auch bei ambitionierten Sportlern (besonders bei Marathonläufern, Triathleten, Bodybuildern), die ihr Trainingspensum zu schnell steigern.

"Typisch für die Nervenschädigung beim Kompartmentsyndrom ist der Fallfuß: Hebt der Patient das Knie, kann er seinen Fuß nicht hochziehen – das sieht dann aus wie ein Storchengang", erläutert Ridder.

Das Training der stochastischen Resonanztherapie (SRT)
5 / 19 | Die stochastische Resonanztherapie, Bildquelle: Orthomed

Therapie Nr. 2 Nerven retten

Übung gegen Prellungen am Bein und Überbelastung


Um das Absterben des Gewebes zu verhindern, muss man dem Muskel gegebenenfalls operativ Platz verschaffen. "In vielen Fällen kann man Nerven mit einer Variante des propriozeptiven Trainings retten: der so genannten stochastischen Resonanztherapie, kurz SRT", sagt der Orthopäde. Bei diesem von Sportwissenschaftlern der Uni Frankfurt (Main) entwickelten Training steht der Patient mit den Füßen auf zwei Platten, die unterschiedlich stark vibrieren, und das in einem sich chaotisch ändernden Rhythmus.

Ridder: "Da es so zu keiner Reizgewöhnung kommen kann, wird die Nervenregeneration maximal angeregt." Diese Behandlung wird eher von größeren Kliniken, Therapie- und Rehazentren angeboten und von der Kasse übernommen (Info: www.srt-medical.de).

Wenn das Knie instabil wird, können viele Verletzungen folgen
6 / 19 | Knieprobleme kann viele Ursachen haben - © Shutterstock

Verletzung Nr. 3 Wackelbrett-Training

Knieverletzungen und chronische Probleme


Auch das Knie ist für Stellungsnerven ein Hotspot, propriozeptives Training darum nach jeder Verletzung Pflicht, um es zu stabilisieren (siehe Punkt 1). "Selbst eine Kniespiegelung, bei der nichts operiert wurde, verringert die Kniestabilität um 25 bis 30 Prozent", sagt Ridder und empfiehlt 6 Wochen lang täglich 30 Minuten Wackelbrett-Training, um dies auszugleichen.

Ein anderes Problem nach Knieverletzungen: "Die Oberschenkelmuskulatur schwindet wie Schnee in der Sonne, wenn das Bein ruhig gestellt wird", so Ridder. Das Knie wird noch instabiler, weitere Verletzungen können folgen.

Diese Übung stärkt Knie und Oberschenkel
7 / 19 | a. Fuß aufstellen, Oberschenkel nach außen drehen, inneren Quadrizeps mit Fingern fassen, durch leichten Zug und Druck Impulse geben. b. Das Bein bewusst strecken, die Bewegung anfangs klein halten. Sie sollen ein Gefühl dafür bekommen, wenn der Muskel "anspringt", dorther die Kraft holen, das Knie zu strecken

Therapie Nr. 3 Quadrizeps trainieren

Übung gegen Knieverletzungen und chronische Probleme


Gegen eine Quadrizeps-Schwäche helfen alle Kraftübungen, bei denen die Füße einen Widerstand wegschieben. Die Beine dürfen dabei aber nicht durchgestreckt werden!

Ridder: "Auch den inneren Anteil des Quadrizeps sollten Sie gezielt trainieren. Er degeneriert am stärksten und schnellsten." Am besten geht das mit Übung 3, täglich 15 Minuten pro Seite. Diese Übung empfiehlt Ridder allen Joggern, denn auch hinter einem so genannten Läuferknie stecke oft eine Schwäche des inneren Quadrizeps. Muskuläre Dysbalancen sind ohnehin oft die Ursache chronischer Kniebeschwerden.

Der Winter ist die ideale Zeit, sich diese endlich vorzuknöpfen. Fast alle ambitionierten Läufer und Triathleten sind von der Fehlstellung des Wadenbeinköpfchens betroffen, die durch zu starke Muskelspannung verursacht werden kann."Aber das sieht man auf Röntgenbildern nicht", erklärt Ridder. "So etwas finden nur Orthopäden, die manualtherapeutisch ausgebildet sind." Adressen finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin (www.dgmm.de|www.dgmm.de).

Weiche Fußsohlen sind eher kontraproduktiv gegen Fußschmerzen
8 / 19 | Weiche Sohlen tun den Füßen gar nicht gut - © Shutterstock

Verletzung Nr. 4 Senk-, Platt- und Spreizfuß

Ständige Schmerzen in den Füssen


Lange hat man gedacht, man täte den Füßen etwas Gutes, wenn man sie mit möglichst weichen Sohlen polstert – das galt besonders für Läufer. Mittlerweile weiß man, dass es kontraproduktiv ist, der Fußmuskulatur ihren Job wegzunehmen. "Die einzigartige Funktion des Fußes entsteht durch seine Konstruktion aus einem längs und einem quer verlaufenden Gewölbe", erklärt der Schweizer Orthopäde Dr. Christian Larsen, Mitinitiator des Spiraldynamik-Konzepts und Buchautor ("Gesunde Füße – schmerzfrei und beweglich", Trias, zirka 30 Euro).

Wenn die Muskulatur des Längsgewölbes zu schwach ist, kommt es zum Senk- und später zum Plattfuß. Ein Spreizfuß dagegen entwickelt sich, wenn die Muskeln des Vorfußes zu schwach sind und der Bogen des Quergewölbes, der sich bei gesunden Füßen über die Knöchel am Zehengrund spannt, einsinkt.

Laut Larsen ist der Spreizfuß in Europa mittlerweile so weit verbreitet, dass er schon zur Norm geworden ist. Zwar bereitet das nicht allen Menschen Probleme, aber je mehr Sie Ihren Füßen abverlangen, je mehr Kilometer Sie laufen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Ihre Beschwerden hier ihren Grund haben.

Endlich Schluss mit Spreizfüßen
9 / 19 | a. Beide Hände zum Fuß, Daumen auf die Knöchel der äußeren Zehen. b. So nach außen biegen, dass auch die Knöchel der anderen drei Zehen zu sehen sind und einen schönen Bogen bilden. Anschließend den Fuß auf den Boden stellen und diese Zehenstellung allein mit der Kraft der Muskeln herbeiführen

Therapie Nr. 4 Barfuß laufen

Übung gegen ständige Schmerzen in den Füssen


Wie finden Sie heraus, ob auch Sie Spreizfüße haben? Setzen Sie sich hin und stellen Sie die Füße auf den Boden. Bei einem gesunden Fuß sollten alle unteren Knöchel Ihrer Zehen als Erhebungen zu sehen sein. Larsen: "Auch wer unter dem zweiten oder dritten Zeh Hornhaut ertastet, kann davon ausgehen, dass er einen Spreizfuß hat." Auch Fußmuskeln lassen sich jedoch trainieren und dazu anregen, das eingesunkene Quergewölbe wieder in einem gesunden Bogen zu halten (siehe Übung 4). Das dauert zwar eine Weile, aber Sie haben dafür ja auch den ganzen Winter Zeit.

Zur Vorbeugung und bei leichten Spreizfüßen empfiehlt Larsen, so oft wie möglich barfuß zu gehen. Der Winter ist eine gute Zeit, um sich in der Wohnung erst einmal daran zu gewöhnen. In der warmen Jahreszeit bieten die sockenartigen Schuhe der Firmen Vibram und Feelmax Schutz vor Verletzungen. Bedenken Sie aber, dass es besonders auf natürlichem Untergrund guttut, barfuß zu gehen. Also: Beton und Asphalt meiden!

Patellasehne und Achillessehne sind für Verletzungen sehr anfällig
10 / 19 | Schnelles Bremsen und Beschleunigen kann zu Mikroverletzungen führen - © Shutterstock

Verletzung Nr. 5 Monotone Bewegungen

Überbelastungen von Achillessehne & Co.


Sehnenschmerz stammt zumeist von Entzündungen, die durch Überbelastungen entstanden sind. Sowohl bei der Patellasehne, die Ihre Kniescheibe umgibt, als auch bei der Achillessehne sind häufig Mikroverletzungen durch abruptes Bremsen und Beschleunigen der Grund.

"Aber auch monotone und lange andauernde Bewegungsabläufe wie beim Marathon, Skilanglauf oder Bergwandern können Probleme bereiten", sagt der ganzheitlich orientierte Orthopäde Dr. Michael Neuhaus, der in Wuppertal und Sprockhövel praktiziert. "Schonen Sie das betroffene Bein, aber stellen Sie es nicht ruhig! Bewegungen, die keine Schmerzen bereiten, sind ausdrücklich erlaubt."

Blutegel wirken schmerz- und entzündungshemmend
11 / 19 | Neben einer Therapie mit Blutegeln ist vor allem Dehnen wichtig - © Shutterstock

Therapie Nr. 5 Blutegel & Dehnen

Übung gegen Überbelastungen von Achillessehne & Co.


Neuhaus’ Strategie ist zwar hilfreich, aber langwierig – und nicht immer kann man lange genug auf die schmerzende Bewegung verzichten. Schnellere Fortschritte bringt eine Behandlung mit Blutegeln.

Ausführliche Studien, unter anderem der Uni Essen-Duisburg, haben gezeigt, dass die Tiere Sehnenentzündungen wirksam kurieren können. "Das gilt auch, wenn der Patient schon alles Mögliche vergeblich ausprobiert hat", sagt Studienleiter Professor Andreas Michalsen. Seinen Untersuchungen zufolge verringern sich die Schmerzen bei fast allen Patienten schon in den ersten Tagen beträchtlich – und: Sie dürfen darauf hoffen, dass sie ganz verschwinden und nie zurückkehren.

In der Regel genügt eine einmalige Behandlung, bei der je nach Größe des Gelenks 2 bis 8 Blutegel angesetzt werden. Das tut nicht weh, die Bisse fühlen sich allenfalls so an wie die Berührung einer Brennnessel. Die Tiere saugen Blut des Patienten und geben dabei in die Wunde ein Sekret ab, das mehr als 30 Substanzen enthält, die schmerz- und entzündungshemmend wirken. Nach 1 bis 2 Stunden fallen die Blutegel ab. Die Wunden bluten einige Stunden nach – ein gewollter Effekt.

Eine Liste der Therapeuten, die mit Blutegeln arbeiten, finden Sie unter www.?blutegel.?de. Eine Sitzung kostet rund 100 Euro, nur selten wird diese von der Krankenkasse übernommen. Sind die Schmerzen weg, sollten Sie nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Machen Sie Ihre Sehnen widerstandsfähiger!

Die Patellasehne dehnen Sie, indem Sie im Stand den Fuß in die Hand nehmen und zum Po ziehen, der Oberschenkel bleibt in der Senkrechten. Für die Achillessehne stellen Sie den Fuß nach hinten flach auf die Erde, lehnen den Körper vor, bis es in der Wade (noch angenehm) zieht. Fortgeschrittene senken die Fersen sachte über die Kante einer Stufe und drücken den Fuß langsam aus den Zehen heraus wieder hoch. Der zweite Teil der Übung wird gerne ausgelassen, ist aber entscheidend.

Dieser Sturz kann böse Folgen haben
12 / 19 | Nach dem Sturz keine Probleme? Lassen Sie sich lieber untersuchen - © Shutterstock

Verletzung Nr. 6 Schiefstellung

Beckenverdrehung nach einem Sturz


Beim Skifahren, beim Fußballspielen oder einfach bei Glatteis vorm Haus: Sicher sind auch Sie schon einmal mit Schwung auf dem Hintern gelandet. Vermutlich haben Sie die Sache auch nicht besonders ernst genommen: Es tat zwar weh, aber das war schon bald wieder vorbei. "Tatsächlich kommt es bei solchen Stürzen aber oft zu einer Verdrehung der Beckenschaufel, durch die ein Bein scheinbar länger wird als das andere", sagt Orthopäde Ridder.

"Das allerdings merkt man meistens nicht sofort, weil der Körper diesen Unterschied ausgleichen kann." Das Ungleichgewicht in der Körpermitte pflanzt sich jedoch nach unten und oben fort und kann Wochen oder gar Monate später irgendwo anders im Körper Beschwerden verursachen – abhängig in erster Linie davon, wo Ihre individuelle Schwachstelle liegt.

Es lohnt sich also zu checken, ob Ihr Becken wirklich gerade steht. Sie erkennen dies am besten von hinten: Stellen Sie sich locker und gerade hin und lassen Sie von einer vertrauten Person die Beckenkämme ertasten – das sind die fühlbaren, knöchernen Kanten links und rechts des unteren Rückens, etwa dort, wo die Daumen liegen, wenn Sie Ihre Hände in die Hüften stemmen. Die Linie zwischen diesen beiden Punkten muss gerade sein. Ist sie es nicht, sieht man das oft schon an einem schief sitzenden Hosenbund. Selbst wenn Sie noch keinerlei Beschwerden haben, sollten Sie eine derartige Schiefstellung von einem manualmedizinisch versierten Orthopäden untersuchen und sich die richtigen Übungen zeigen lassen. Nur eine echte Beinlängendifferenz, die laut Ridder in 15 Prozent der Fälle vorliegt, wird durch die Erhöhung eines Schuhabsatzes ausgeglichen.

Nach einem Sturz muss der Rücken gestärkt werden
13 / 19 | Aufrecht stehen, Hände an die Hüften. Linkes Bein heben. Die Hüfte sollte nicht wie bei a auf die Standbeinseite ausweichen. Üben Sie, das Standbein gerade zu halten (b), weil nur dann der Gesäßmuskel mitarbeitet, dadurch das Becken stabilisiert

Therapie Nr. 6 Hintern stärken

Übung gegen Beckenverdrehung nach einem Sturz


Doch nicht nur Stürze, auch schlaffe Gesäßmuskeln können das Becken aus der Balance bringen. Gerade bei Sportlern belastet dies das Kreuz und die Hüftgelenke. Wenn die Beckenwaage bei Ihnen aussieht wie die in Bild 6a, sollten Sie den Winter nutzen und täglich mehrere Minuten den Einbeinstand trainieren – damit Ihr Hintern im Frühling die Kraft hat, Ihr Becken bei jedem Schritt zu stabilisieren, wie es in Bild 6b zu sehen ist.

Bei Rückenschmerzen sind nicht immer die Bandscheiben Auslöser
14 / 19 | Wenn der Rücken schmerzt, kann falsches Training zu neuen Problemen führen - © Shutterstock

Verletzung Nr. 7 Verspannungen lockern

Rückenprobleme durch Krafttraining


Ob Sie eine blöde Bewegung gemacht und es seitdem im Kreuz haben, ob Ihr Rücken immer wieder mal stärker schmerzt oder ständig ein bisschen zwickt und klemmt: "In den meisten Fällen sind nicht die Bandscheiben Ursache der Beschwerden, sondern Muskelverspannungen – ausgelöst durch Fehlhaltungen", so Orthopäde Neuhaus.

Dafür müsse man nicht einmal jahrelang gekrümmt vor dem Computer hocken, sagt der Experte. Schon 2 Tage in einer Fehlhaltung oder 2-mal falsches Training führten zu entsprechenden Veränderungen. "Das Problem: Überall wird gepredigt, dass sitzende Tätigkeiten den Rücken schwächen und er gekräftigt werden müsse", klagt Neuhaus. "Wenn man jedoch eine vollkommen verspannte Muskulatur mit Krafttraining konfrontiert, zementiert man diese Probleme geradezu oder schafft sogar neue." In einem ersten Schritt müssen also die Verspannungen gelockert werden.

Neue Kraft fürs Kreuz
15 / 19 | a. Legen Sie sich mit angewinkelten Beinen auf die Seite. Unter der Hüfte ein Theraband fixieren, schräg über die obere Hüfte bis vor den Körper führen und dann dort festhalten. b. Gegen den Zug des Bandes die obere Hüfte in Pfeilrichtung drehen. Der Oberkörper bleibt stabil, die Flanken und die Rippen öffnen sich

Therapie Nr. 7 Yoga & Pilates

Übung gegen Rückenprobleme durch Krafttraining


Wenn Sie jetzt von Sauna und Massagen träumen, ist das zwar nicht verkehrt, doch es genügt nicht. "Zu passiv", urteilt Neuhaus. "Um den Rücken wirklich fit zu bekommen, brauchen Sie aktive Dehnung."

Seine Empfehlung: Nutzen Sie den Winter, um sich mit Entspannungstechniken und Trainingsformen wie Yoga oder Pilates vertraut zu machen. "Beides muss aber sehr gut angeleitet werden, sonst dehnt man an einer Stelle und verkrampft dafür an einer anderen." Der Atem muss stets entspannt und gleichmäßig fließen. "Rechnen Sie mit einem halben Jahr Training, ehe ein stark verspannter Rücken deutlich lockerer ist", sagt Neuhaus.

"Damit das auch so bleibt, sollten Sie täglich Dehnübungen machen, bei sitzenden Tätigkeiten nicht nur morgens vor der Arbeit, sondern möglichst auch im Job zwischendurch." Ein Beispiel für dieses Training sehen Sie in Übung 7.

Sehnenreizungen machen sich nicht nur im Ellbogen bemerkbar
16 / 19 | Sportliche Überlastungen machen sich im Ellbogen als Sehnenreizung bemerkbar - © Shutterstock

Verletzung Nr. 8 Schmerz im Ellbogen

Tennisarm und Sehnenentzündungen


Der weiße Sport ist hier zu Lande ein wenig aus dem Blick geraten, aber die typischen Schmerzen im Ellenbogen plagen auch andere Ballspieler. Nicht-sportliche Überlastungen können ebenfalls zu der verbreiteten Sehnenreizung führen, deren Ursache Ridder zufolge in einem Drittel der Fälle gar nicht im Ellenbogen liegt, sondern in einer schlecht zentrierten Schulter (siehe Punkt 9). Wie bei allen Sehnenentzündungen, hilft auch hier die Behandlung mit Blutegeln (Punkt 5). Der Schmerz kann aber jederzeit zurückkehren, solange Sie das Grundproblem nicht beheben – und dies kann sich auch an einer völlig unerwarteten Stelle befinden: im Darm.

Antibiotika können die Darmflora wieder aufbauen
17 / 19 | Medikamente töten die Bakterien im Darm ab und lindern so die Schmerzen

Therapie Nr. 8 Darmflora heilen

Übung gegen Tennisarm und Sehnenentzündungen


"Ein Viertel der Sehnenentzündungen im Ellenbogen werden durch eine Dysbiose des Darms verursacht, eine aus der Balance geratene Besiedelung mit Bakterien", so Ridder.

"Es gibt bislang nur Theorien, warum das so ist. Tatsache ist jedoch: Bei den betroffenen Patienten verschwinden die Schmerzen durch den Wiederaufbau einer gesunden Darmflora." Zu einer Fehlbesiedelung des Darms kann es beispielsweise durch Antibiotika-Behandlungen kommen.

Ob der Darm an den Beschwerden schuld ist, erkennen Sie daran, dass auch der Ellenbogen des nicht dominanten Armes entzündet ist. Ridder: "Da dieser viel weniger belastet wird, merkt man davon jedoch eher wenig."

Dieser Test schafft Klarheit: Machen Sie eine Faust, strecken Sie den nicht dominanten Arm so wie beim Boxen nach vorne und drücken Sie die Faust gegen einen horizontalen Widerstand, zum Beispiel einen Regalboden, nach oben. Falls das im Ellenbogen wehtut, lohnt sich die Darmsanierung. Diese wird von vielen Medizinern mit einer naturheilkundlichen Zusatzausbildung und zudem von fast allen Heilpraktikern angeboten. Weil sie einige Wochen in Anspruch nimmt, passt sie gut in die Winterzeit. Doch damit warten Sie besser bis nach Weihnachten, denn Zimtsterne und Co. stehen eher nicht auf dem Behandlungsplan.

Schulterverletzungen entstehen auch durch Kalkablagerungen
18 / 19 | Beim Sport kann es schnell zu kleinen Rissen in der Schultermuskulatur kommen - © Shutterstock

Verletzung Nr. 9 Kalkablagerung

Schulterverletzungen und Ellbogenschmerz


Vor allem Ballsportler haben häufig Schulterschmerzen: Dem Handballer wird in den Wurfarm gegriffen, der Volleyballer blockt erfolgreich einen besonders knackigen Schmetterball. "Bei solchen Aktionen kommt`s nicht selten zu Mikrorissen in der Schultermuskulatur", sagt Orthopäde Ridder.

Besonders oft betroffen sind die Rotatorenmanschette (die Muskelgruppe ums Schultergelenk herum) und der von den Rippen zum Schulterblatt ziehende Sägemuskel. Dieser stabilisiert das Schultergelenk, verhindert das Auskugeln des Oberarmknochens. "Lagert sich in diesen Rissen Kalk ein, kann von dort der Schmerz bis in den Ellenbogen ausstrahlen." Die durch solche Einlagerungen entstehenden Entzündungen können dazu führen, dass der Obergrätenmuskel (Supraspinatus) der Rotatorenmanschette unter dem Schultereckgelenk eingeklemmt wird.

Dieses so genannte Impingement (sprich: Impinschment) erkennen Sie daran, dass Sie den Arm seitlich bis knapp auf Schulterhöhe problemlos heben können, ehe der Schmerz auftritt. Im weiteren Verlauf der Bewegung verschwindet er wieder.

Mit dieser Übung stabilisieren Sie ihre Schultern
19 / 19 | a. Im Sitzen ein Ende des zwischen Kasten und der Wand fixierten Therabandes greifen, unter leichtem Zug über dem Schenkel halten. Einen Tennisball direkt unter dem Gelenkkopf zwischen Schulter und der Wand platzieren. Schultern und Rücken liegen an der Wand auf. b. Mit entspannter Muskulatur das Band hochziehen, dabei die Handfläche zum Gesicht drehen. Der Ball darf nicht herabfallen! Dann die Hand wieder senken

Therapie Nr. 9 Trapeziusmuskel stärken

Übung gegen Schulterverletzungen und Ellbogenschmerz


Experte Ridder empfiehlt, sich bei solchen Problemen an einen Schulterspezialisten zu wenden: "Die Kalkdepots lassen sich eventuell per Stoßwellen zertrümmern. Oft jedoch kommt man nicht umhin, sie operativ zu entfernen."

Im Röntgenbild sind keine Kalkdepots zu sehen? Dann ist die Rotatorenmanschette vielleicht gar nicht für die Beschwerden verantwortlich. Deren Ursache liegt nach Ridders Ansicht häufig darin, dass bei vielen Menschen die Schultern nicht richtig zentriert und damit sowohl für Verletzungen als auch für chronische Überbelastungen viel anfälliger sind.
Übung 9 dient der Vorbeugung gegen Schäden, der Therapie leichter Beschwerden und der Nachsorge im Anschluss an eine Operation.

"Diese Übung machen Sie am besten täglich, in Kombination mit der Lockerung der Brustmuskeln, die oft verspannt sind und Ihre Schultern nach vorne ziehen", rät der Orthopäde. Auch hier sind also erst einmal Dehnübungen angesagt; später gilt es, den unteren Trapeziusmuskel im Rücken zu kräftigen. Ziel: die Schultern locker in der Mitte des Oberkörpers halten. Hochgezogene, nach vorne fallende oder – wie beim Strammstehen – zurückgedrückte Schultern sind dann passé.

Regeneration: Sportverletzungen auskurieren Muskelzerrungen müssen nicht einfach hingenommen werden Mit dieser Übung knicken Sie nie wieder um Prellungen sind auch oft Ursache von zu intensivem Training
Das Training der stochastischen Resonanztherapie (SRT) Wenn das Knie instabil wird, können viele Verletzungen folgen Diese Übung stärkt Knie und Oberschenkel Weiche Fußsohlen sind eher kontraproduktiv gegen Fußschmerzen
Endlich Schluss mit Spreizfüßen Patellasehne und Achillessehne sind für Verletzungen sehr anfällig Blutegel wirken schmerz- und entzündungshemmend Dieser Sturz kann böse Folgen haben
Nach einem Sturz muss der Rücken gestärkt werden Bei Rückenschmerzen sind nicht immer die Bandscheiben Auslöser Neue Kraft fürs Kreuz Sehnenreizungen machen sich nicht nur im Ellbogen bemerkbar
Antibiotika können die Darmflora wieder aufbauen Schulterverletzungen entstehen auch durch Kalkablagerungen Mit dieser Übung stabilisieren Sie ihre Schultern
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Bandscheibenvorfall, Knieverletzungen, Leistenbruch

Sportverletzungen auskurieren

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