Wie sollte man sein Training grundsätzlich strukturieren?
Ich denke es ist wichtig, dass man leicht anfängt und sich dann mit der Intensität kontinuierlich steigert. Ich mache das Ganze seit 20 Jahren, da muss ich nicht plötzlich anfangen und eine Woche lang nur meinen Bauch trainieren. Das wäre kontraproduktiv. Viele junge Spieler sagen mir manchmal: Ich war gestern im Kraftraum und fühl mich nicht gut. Dann frage ich sie: Wie lang warst du denn da? Antwort: zwei Stunden. Na, dann ist das kein Wunder. Wenn man ein solches gezieltes Training nie zuvor gemacht hat, ist das ein bisschen viel. Ich kann nur raten: Was immer man aufbauen oder optimieren will, man sollte es langsam tun und über die Jahre verbessern, dann hat man mehr davon.
Welche Körperbereiche müssen für Torhüter besonders gut trainiert sein?
Alles. Rumpf, Hüfte, Arme, Rücken, Brust, Oberschenkel, Achillessehne, Wade. Wobei der Rumpf natürlich im wahrsten Sinne eine zentrale Rolle spielt.
Wie trainieren Sie Ihre Sprungkraft?
Ich arbeite sehr viel mit Bleiwesten und mit Gummizügen. Auf diese Weise wird mir das Springen erschwert. Ich mache das mit geringer Wiederholung aber relativ großem Widerstand.
Worauf muss man beim Abwurf oder beim Abstoß besonders achten?
Es ist wichtig, immer bis zuletzt auf den Ball zu gucken, wie bei allem eigentlich, auch beim Schießen. Die meisten Spieler, die den Ball nicht richtig treffen, nehmen den Kopf zu früh hoch. Wer schon mal Tennis oder Golf gespielt hat, weiß wie das ist. Wenn ich abschlage und dabei schon hochgucke, geht’s daneben, dann fehlt die Präzision. Die Technik wiederum ist eine ganz andere Sache, die ist bei jedem unterschiedlich.
Sie haben in der Jugend als Mittelstürmer angefangen. Ist das die Basis für Ihr sicheres Auftreten auch weiter vor der Linie?
Wahrscheinlich hat mit das gezeigt, wie ich als Stürmer denken würde. Ich würde aber nicht unbedingt jedem raten, deshalb gleich über den Tellerrand schauen zu wollen. Wir reden hier ja über Nuancen, die zwischen gut und sehr gut unterscheiden. Ich denke, man sollte grundsätzlich erst mal auf andere Sachen achten. Es ist wichtig, mit Leidenschaft dabei zu sein, auch wenn man am Anfang noch nicht so gut ist. Wer leidenschaftlich dabei ist, hat auch Spaß daran, sich zu verbessern. Diese Leidenschaft für den Sport, teilt man – egal wie gut oder schlecht man ist. Und wenn man leidenschaftlich ist, wird man irgendwann auch besser. Wie gut man wird, hängt dann natürlich noch von vielen anderen Faktoren ab.
Das klingt ja fast philosophisch.
Wenn ich ein leidenschaftlicher Maler wäre, könnte ich irgendwann wahrscheinlich tolle Bilder malen. Andere sind leidenschaftliche Buchhalter und gut in ihrem Job – die Leute sind verschieden.
Auf was achten Sie bei der Ernährung?
Ich glaube, was ich esse, ist bis auf Süßigkeiten ganz vernünftig. Aber ich habe Glück, weil ich einen geringen Fettanteil im Körper habe. Ich bin ein etwas dünnerer Typ – das hilft mir jetzt im Alter. Ansonsten habe ich in meinem Leben nie Fett gegessen. Nicht um mich bewusst zu ernähren. Ich habe das einfach nicht gemocht. Irgendwann hat sich dann rausgestellt, dass es so eine gute Ernährung ist: Nudeln, Salat, fettarmes Fleisch, Fisch. Ansonsten sind allgemein Kohlenhydrate wichtig.
Stichwort Süßigkeiten: Ist es wichtig, sich ab und zu was zu gönnen?
Für mich ja. Aber ich sage jetzt nicht, dass man Süßigkeiten essen sollte…
Aber Sie sagen uns bestimmt, wie Ihrer Meinung nach die deutschen EM-Chancen stehen?
Gut. Wir sind noch in der Vorbereitungszeit, die haben die anderen auch. Aber ich bin sehr optimistisch.














































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