Kampfkunst trainiert nicht nur Kraft und Kondition – sondern hilft auch Stress abzubauen. Die meisten Kampfsportarten basieren auf spirituellen Werten und haben eine klare, friedfertige Philosophie. Bei den Kämpfen liegt der sportliche Aspekt klar im Vordergrund und auch Fairness spielt eine große Rolle. Auf den folgenden Seiten zeigen wir neun Kampfkünste und erklären, welcher Sport am besten Konzentration, Kraft und Koordination schult.
Aikido
Die japanische Kampfkunst Aikido schult die Konzentration
© ShutterstockWorum geht’s? Aikido ist eine friedfertige Kampfkunst, offensive Angriffstechniken gibt es nicht. Charakteristisch sind weiche und runde Bewegungen sowie spektakuläre Würfe. "Meist geht es darum, die Energie des Gegenübers aufzunehmen und in einer neuen Bewegung umzusetzen", so der Kölner Aikido-Lehrer Bodo Rödel (www.aikido-schule.de). Dreht sich in anderen Disziplinen alles um die Wettkämpfe, geht es beim Aikido um die Genauigkeit der Bewegungsabläufe. "Im Mittelpunkt steht die Präzision der Technik. Daher arbeiten Sie nie gegen-, sondern immer miteinander", so Buchautor Rödel ("Aikido Grundlagen", Meyer & Meyer, um 23 Euro).
Woher kommt’s?Gründer ist der Japaner Morihei Ueshiba, ein durch die Wirren des russisch-japanischen Krieges geläuterter Soldat. Er kombinierte um 1900 verschiedene Kampfstile, vor allem solche, die mit Jiu-Jitsu verwandt sind. 1927 öffnete die erste Schule in Tokio, 1960 kam Aikido nach Europa. Einer der größten Verbände ist die Aikido-Föderation Deutschland (www.aikido-foederation.de).
Auf dem Fitnessprofil wird sichtbar, dass Aikido alle Bereiche beansprucht
Wie sieht das Training aus? Da keine Wettkämpfe ausgetragen werden, gibt es auch keine Alters- oder Gewichtsklassen. Deshalb sind die Gruppen in der Regel bunt gemischt. Eine typische Einheit dauert eine Stunde. Meist üben Sie zunächst einige Schrittkombinationen allein, ehe Partnerübungen auf dem Plan stehen. Hier übernehmen Sie abwechselnd die Rolle des Angreifers und des Verteidigers.
Was brauche ich dafür? Am wichtigsten ist ein Kampfanzug wie im Judo (ab 30 Euro). Er muss reißfest sein, da er bei vielen Techniken zum Festhalten dient. Fortgeschrittene tragen darüber einen Hosenrock ("Hakama").
Was habe ich davon? "Die große Bewegungsvielfalt beansprucht Ihren Körper in jeder Richtung", so der Experte. Das Streben nach Perfektion fördert zudem Geduld und Disziplin. Bedingt ist Aikido auch zur Selbstverteidigung geeignet. "Grundsätzlich soll ein Angreifer bei dieser Kampfkunst aber nicht kampfunfähig gemacht, sondern eher zur Vernunft gebracht werden."
Wo erfahre ich mehr? Unter www.aikikai.de findet Sie den deutschen Fachverband, die Seite bietet eine Vielzahl von Informationen rund ums Thema Aikido, inklusive Onlineshop. Auf www.bdas.de finden SieInformationen über den Bundesverband für Aikido-Lehrer. Bei www.aikido-bund.de erfahren Sie vieles Wissenswerte über den deutschen Aikido-Bund. www.aikido.de ist eine unabhängige Plattform, die allgemeine Informationen bietet.
Mit dieser Übung legen Sie ihren Angreifer problemlos aufs Kreuz
Aikido dient der Abwehr und nicht dem Angriff
© Jason PickersgillHÜFTWURF
A Ihr Gegenüber (rechts, in grauer Hose) greift an und packt Sie an Ihrem Arm.
B Sie gleiten leicht geduckt seitlich an ihm vorbei und drücken Ihre Schulter gegen seine Brust. Dabei fassen Sie sein Handgelenk.
CNun drehen Sie Ihre Hüfte ein, dadurch fällt Ihr Kontrahent darüber (im Training hält er sich an Ihrer Jacke fest).
D Kurz darauf lassen Sie das Handgelenk wieder los.














































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