Hendrik stützt beide Hände auf ein Treppengeländer. Dann geht alles sehr schnell: Ein Überschlag und er landet mit beiden Füßen auf dem Asphalt. Besondere Voraussetzungen für Parkour gibt es nicht – eine durchschnittliche körperliche Fitness reicht aus. Aber: "Man muss zu 100 Prozent dabei sein, sonst steigt die Verletzungsgefahr erheblich", erzählt der Parkour-Sportler. Wie schnell das gehen kann, weiß der 28-jährige noch genau: "Ich hab' rumgealbert, war nicht bei der Sache und bin dann an einen Baum gesprungen. Der Ast war viel zu dick, natürlich bin ich runtergefallen. Aber eigentlich wusste ich das auch vorher." Ohne Folgen blieb das nicht: Der Parkour-Sportler zog sich einen Handgelenkbruch zu und war gute zwei Monate außer Gefecht gesetzt.
Traceure schauen sich ihre Hindernisse genau an. Vorher wagen sie keinen Sprung. Viel zu groß ist die Gefahr, dass beispielsweise Glasscherben rumliegen. Aber nicht nur die Umgebung spielt eine wichtige Rolle für die Moves. Fehlt die Konzentration, sollte man den Sprung lieber lassen. Hendrik: "Verletzungen bei Parkour-Läufer sind sehr selten. Sie können sich und ihren Körper ganz gut einschätzen und wissen, was sie sich für Sprünge zumuten können."
Die Bremer Gruppe trainiert zweimal die Woche in der Halle. Hier können neue Tricks erst einmal auf trockenem Boden ausprobiert werden. Das birgt nicht nur weniger Risiken, sondern auch Abstände können hier besser eingeschätzt werden.
So vermeiden Sie Verletzungen
Um Zerrungen zu vermeiden, sollten Sie sich unbedingt vor dem Parkour mindestens eine halbe Stunde lang aufwärmen. Auch dafür nutzen die Traceure alles, was ihnen in der Umgebung zur Verfügung steht. Mauern und Treppengeländer werden zu Aufwärmgeräten. Auf der Treppe wird sich warm gelaufen, Arme und Beine an den Mauervorsprüngen gedehnt. Manchmal krabbeln die Parkour-Sportler sogar. Das hält möglichst viele Muskeln in Bewegung.
Zusätzlich ist Krafttraining zu empfehlen, da die Muskeln beim Parkour stark beansprucht werden. Aber auch hier kommen die Parkour-Sportler ganz ohne Geräte aus. Stattdessen greifen sie auf Partnerübungen zurück. Dabei legen zum Beispiel vier Traceure ihre Beine jeweils auf den Rücken des Partners und machen gleichzeitig Liegestütze (siehe Bild oben). "Wer braucht bei so vielen anderen Möglichkeiten schon ein Fitnessstudio?", lacht Hendrik.














































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