Auf dem SprungLe Parkour – schwerelos durch die Stadt

26.11.2006 , Autor:Andreas Stumpf
© Men's Health

Sie hechten über Zäune, klettern über Mauern, fliegen über Dächer. Was sie tun, heißt Le Parkour. Wir zeigen Ihnen, wie´s geht

Parkour-Techniken für Profis

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Präzisionssprung (saut de précision)

Geeignet für Lücken, bei denen man aus dem Stand abhebt. Als Einsteiger schafft man maximal 2 Meter, Profis bis zu 3,50 Meter

TUTORIAL: Mit den Fußballen auf die Kante stellen, Knie anwinkeln, Körper vorbeugen, Arme zurück, dann nach vorn schwingen, kräftig abstoßen. Mit Armen nach vorne den Punkt anvisieren, wo man landen will. Füße in diese Richtung strecken. Arme nach hinten pendeln lassen, mit den Ballen auf der Kante aufkommen. Leicht in die Knie, die Arme ausbreiten, Körper ausbalancieren.

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Armsprung (saut de bras)

Ebenfalls ein Lückensprung. Da man hängend andockt, kann der Spalt etwas breiter sein als beim Präzisionssprung. Einsteiger überbrücken rund 2, Profis 4 Meter

TUTORIAL: Wie beim Präzisionssprung starten, bei der Landung Arme vorn lassen. Beine sind fast durchgestreckt, zeigen Richtung Wand. Fußspitzen stoßen zuerst an, Knie berühren die Mauer nicht. Beine abwinkeln, um den Aufprall zu dämpfen. Mit den Händen die Kante packen, fest umklammern. In den Stütz gehen, hochklettern.

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Mauersprung (passe muraille)

Ideal bei stabilen Hindernissen ab Schulterhöhe. Profis katapultieren sich 3,50 Meter in die Höhe

TUTORIAL: Mit einem Bein abspringen. Im Flug mit dem Sprungbein leicht gegen die Seite treten und sich vom Hindernis wegstoßen, das sorgt für den Vertikalschub. Mit den ganzen Handflächen oben aufkommen, hochziehen. Auf der anderen Seite in die Hocke gehen, leicht nach vorne beugen und fallen lassen. Auf den Ballen und Zehen landen, abfedern. Dabei darf der Hintern nie bis unter die Höhe der Knie kommen. Den Kopf einziehen und dann mit einem Arm so vom Boden abdrücken, dass Sie sich schräg über eine Schulter abrollen.

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Durchbruchsprung (franchissement)

Geeignet, um sich unter Geländern oder zwischen Stangen hindurch-zuschwingen. Profis reicht schon eine Öffnung im DIN-A4-Format

TUTORIAL: Packen Sie die Stange so, dass die Handrücken zum Gesicht zeigen. Die Beine anziehen und nach vorne strecken. Gehen Sie leicht in Rückenlage und ziehen Sie Ihren Oberkörper so nah es nur geht an die Stange. Setzen Sie die Füße so früh wie möglich wieder auf den Boden. Dann mit den Händen hinter dem Körper vom Geländer wegdrücken, um sich schnell wieder aufzurichten.

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Einhändiger Sprung (passement)

Er bietet sich bei stabilen Hindernissen bis Schulterhöhe an. Der Einsteiger kriegt maximal Hürden bis Bauchhöhe in den Griff

TUTORIAL: Schnell anlaufen, 1,50 Meter vorm Hindernis mit ein Bein abspringen. Oberkörper zur Seite kippen und gleichzeitig den oben liegenden Arm nach vorn schwingen. Mit der unteren Hand leicht auf dem Hindernis auftippen, um noch kurz in der Waagrechten bleiben zu können. Durch das hohe Tempo ist kaum Druck auf der Hand. Auf demselben Fuß landen, mit dem Sie abgesprungen sind, so kommen Sie nicht aus dem Rhythmus.

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KATZENSPRUNG (saut de chat)

Ideal für stabile Hindernisse in Hüfthöhe. Einsteiger bewältigen eine Breite von etwa 50 Zentimetern, Profis ungefähr 3 Meter

TUTORIAL: Anlauf nehmen und etwa 1,50 Meter vor der Barriere mit beiden Beinen abspringen. Die Füße sind dabei leicht versetzt. Arme wie beim Hechtsprung nach vorne reißen, der Körper geht dann fast in die Horizontale. Kurz bevor das Hindernis überwunden ist, mit beiden Händen kurz draufklatschen, das bringt den Körper wieder in die Senkrechte. Beim Landen locker in die Knie gehen, um den Schwung abzufedern. Das Tempo sollte etwa so sein wie beim Absprung. Wer im Flug merkt, dass er zu wenig Schwung hat, sollte schnellstens ein Bein auf das Hindernis setzen, um sich mit einer Rolle über die Schulter vor einer Bruchlandung zu retten.

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Laufbekleidung, Laufschuhe, Modetrends

Parkour-Läufer sehen die Welt mit anderen Augen. Jede Hecke wird zur Hürde, jede Hauswand zu einer Herausforderung. Vereinfacht lautet ihr Prinzip: Nimm einen Stadtplan, ziehe eine Linie von A nach B und versuche, auf der Linie zu laufen – ganz egal, was sich dir in den Weg stellt.

„Bei Parkour geht’s vor allem um Effizienz“, erklärt der Profi Andreas Kalteis aus dem österreichischen Hard. „Du machst nicht einfach einen waghalsigen Sprung, damit es cool aussieht. Du überwindest Hindernisse, weil das schneller ist, als drumherum zu gehen.“

Nichts darf den Fluß bremsen
Etwa ein Dutzend Grundbewegungen zählen zum Standard-Repertoire der ungewöhnlichen Stadt-Sportart. Darunter sind Sprungtechniken, Lauf- und Klettermethoden. Mit denen kann man beispielsweise sieben Meter breite Spalten oder vier Meter hohe Wände überwinden. Zu jedem Move gibt es unendlich viele Variationen – weil Parkbank nicht gleich Parkbank und Parkhaus nicht gleich Parkhaus ist.

„Entscheidend ist, dass die Bewegung absolut flüssig abläuft“, sagt Kalteis. Im Klartext: Jeder Absprung, jede Drehung und jede Landung muss so sanft und geschmeidig wie möglich sein. Nichts darf den Flow bremsen, wie die Traceure sagen.

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