Heft 06/2012
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Hantel-Workout Die fünf Kettlebell-Gesetze

15.10.2008 , Autor:Oliver Bertram
© MensHealth.de

Wer nicht aufpasst, kann sich mit der Kugelhantel Rückenprobleme einhandeln. Beachten Sie daher diese fünf Trainingsregeln

Das Kettlebell-Workout

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1 / 9 | Basis-Übungen: Umsetzen & Drücken (im Fachjargon Clean & Press)

Umsetzen & Drücken Typ A – Übungen mit Körperspannung

Trainiert unteren Rücken, Po, Oberschenkel (Clean) sowie Schultern und seitlichen Rumpf (Press)

Mehr Informationen zum Kettlebell-Training finden Sie hier.

Basis-Übungen: Umsetzen & Drücken (Im Fachjargon Clean & Press)

Aus der Grundhaltung heraus mit geradem Rücken vorbeugen, Po rausstrecken. Kugel zwischen den Beinen mehrmals nach vorn und hinten schwingen (Oberkörper aus der Hüfte hochdrücken).

Ist die Kugel im Aufschwung auf Brusthöhe, Arm ganz anwinkeln (Handrücken außen), Kugel darauf parken (Unterarm senkrecht, Handgelenk gerade).

Aus der Parkposition heraus Kugel hoch-drücken. Wichtig: Ellenbogen nach außen drehen, wie bei normalem Schulterdrücken. Während der Aufwärtsbewegung schauen Sie die ganze Zeit über auf die Kettlebell.

In oberster Position Arm durchstrecken, Handfläche nach vorn, Handgelenk gerade. Auf dem Weg zurück Ellenbogen am Körper lassen. Vor der nächsten Wiederholung die Kugel unten nur schwingen, nicht ablegen. Im nächsten Satz die Seiten wechseln.

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2 / 9 | Aufrichten (Turkish Get-Up)

Aufrichten (Turkish Get-Up) Typ A – Übungen mit Körperspannung

Verbessert Schulter-, Rumpf- und Beinmuskulatur

Basis-Übungen: Aufrichten (Turkish Get-Up)

Hinlegen, Kettlebell mit links greifen und senkrecht hochdrücken. Für mehr Halt das linke Bein aufstellen.

Auf den freien Arm stemmen, Kugel immer im Blick.

Hüfte hochdrücken, so dass Oberkörper und rechtes Bein eine Gerade bilden (Stützarm möglichst unter der Schulter platzieren). Kettlebell dabei stetig oben halten.

Gestrecktes Bein nach hinten unter die Hüfte ziehen und draufknien. Der Blick ist stets auf die Kugel gerichtet.

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3 / 9 | Kniebeuge mit Überkopfdrücken

KNIEBEUGE MIT ÜBERKOPFDRÜCKEN Typ A – Übungen mit Körperspannung

Schult die Schulter-, Rumpf-, Po-und Oberschenkel-Muskulatur

Aufbau-Übungen: Kniebeuge mit Überkopfdrücken

Mit links Clean & Press (End- = Ausgangsposition für diese Übung). Füße je eine Fußbreite nach außen.

In die Knie gehen, freien Arm strecken, bis die Finger den Boden berühren. Kugel stets hochhalten. Im nächsten Satz Arme wechseln.

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4 / 9 | Windmühle

WINDMÜHLE Typ A – Übungen mit Körperspannung

Zielt auf Rumpf & Schultern ab

Aufbau-Übungen: Windmühle

Erst Clean & Press mit links, um in die Ausgangsposition zu kommen. Den rechten Fuß etwa 90 Grad nach außen drehen.

Oberkörper leicht nach links drehen, nach rechts kippen.

Oberkörper maximal senken, bis Sie mit der freien Hand den Boden berühren und beide Arme in der Senkrechten sind. Zurück geht’s auf dem gleichen Weg. Im nächsten Satz Seiten wechseln.

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5 / 9 | Basis-Übung Schwingen (Swing)

SCHWINGEN (SWING) Typ B – Dynamische Übungen mit Schwungeinsatz

Trainiert Oberschenkel, Rücken, Po, Bauch und Schultern

Jetzt geht’s rund: So genannte ballistische Übungen fördern Kraftausdauer, Beweglichkeit, Koordination. Beginnen Sie mit zehn Sätzen, die aus je fünf Wiederholungen bestehen. Später trainieren Sie nach Zeit (fünf Minuten pro Übung) oder Anzahl (100 Wiederholungen). Pausen wie bei normalem Krafttraining.

Basis-Übung Schwingen (Swing)

Aus der Grundhaltung heraus und mit geradem Oberkörper die Kugel zwischen die Beine, dann nach vorne schwingen. Die Hüfte und die Knie aktiv beugen, den Po nach hinten drücken.

Hüfte explosionsartig nach vorne drücken, bis Sie aufrecht stehen. Kettlebell-Arm maximal in die Waagerechte bringen. Knie strecken, nicht aus den Armen heraus ziehen. Abwärts die Knie beugen, die Hüfte nach hinten drücken. Im nächsten Satz Arme wechseln. Sie können die Übung auch beidarmig machen.

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6 / 9 | Aufbau-Übung: Umsetzen, Werfen & Kniebeuge (Clean, Flip & Squat)

UMSETZEN, WERFEN & KNIEBEUGE (CLEAN, FLIP & SQUAT) Typ B – Dynamische Übungen mit Schwungeinsatz

Für Rumpf, Oberschenkel, Po, Brust und Arme

Aufbau-Übung: Umsetzen, Werfen & Kniebeuge (Clean, Flip & Squat)

Aus der Grundposition heraus Kettlebell beidhändig fassen, dann durch die Beine und nach vorne schwingen.

Kugel bis auf Brusthöhe schwingen (siehe auch Basis-Übung), dann aus den Armen heraus zum Körper ziehen.

Griff kontrolliert loslassen, so dass die Kugel nur noch leicht nach oben fliegt und sich dabei minimal dreht.

Kettlebell nach etwa einer halben Drehung mit beiden Händen vor der Brust fangen (Unterarme senkrecht).

So weit in die Knie gehen, bis die Ellenbogen innen die Knie berühren. Die Fersen bleiben dabei am Boden. Hoch-drücken und danach auf dem gleichen Weg zurück.

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7 / 9 | Aufbau-Übung: Reißen (Snatch)

REISSEN (SNATCH) Typ B – Dynamische Übungen mit Schwungeinsatz

Beansprucht in erster Linie Rumpf, hintere Oberschenkel und die gesamte Rückenmuskulatur, aber auch Bizeps und Schultern

Aufbau-Übung: Reißen (Snatch)

Machen Sie mit leicht angewinkeltem Arm ein bis zwei Schwünge.

Wenn sich der Arm in der Waagerechten befindet, ziehen Sie das Gewicht dynamisch zum Körper. Dabei bleiben die Schultern unten.

Von der Zugbewegung dynamisch in eine Drückbewegung nach oben übergehen: Kugel über die Hand rollen lassen, so dass sie in der Endposition am Unterarm anliegt. Zurück über die Parkposition des Umsetzens (Clean) ablassen. Im nächsten Satz Arme wechseln.

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8 / 9 | Aufbau-Übung: Stoßen (Jerk)

STOSSEN (JERK) Typ B – Dynamische Übungen mit Schwungeinsatz

Für Waden, Rumpf, Schultern und Trizeps

Aufbau-Übung: Stoßen (Jerk)

Bringen Sie die Kettlebell zunächst aus dem Schwung heraus in Parkposition vor Ihrer Brust.

Gehen Sie ruckartig in die Knie und drücken Sie sich gleich wieder hoch. Aufwärtsbeschleunigung nutzen und das Gewicht in die Höhe stemmen.

Bis hierher ist der Bewegungsablauf so wie beim Drücken (Press). In der Endposition stoppen Sie.

Gehen Sie dynamisch in den Zehenstand. Am höchsten Punkt Arm beugen, Kugel zurück in Parkposition bringen, in Arm und Knien sanft abfedern.

Aus leicht gebeugtem Stand in Ausgangsposition zurückdrücken. Im nächsten Satz Seiten wechseln.

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9 / 9 | Fitness-Experte Björn Friedrich

Das Kettlebell-Interview

Björn Friedrich, unser Fitness-Experte, spricht über sein Trainings und gibt Übungstipps. Übrigens bietet er inzwischen auch einen Kettlebell-Kurs auf DVD an: Neben Basis- und Intensiv-Workouts werden auf der Video-Scheibe auch die wichtigsten Prinzipien des Trainings mit der neuen Eisenkugel dargestellt. Unter www.fighter-fitness.com können Sie die DVD im Internet bestellen (Preis: zirka 30 Euro).

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Schlagworte

Trainingseinheiten, Workout

„Lieber mit zu wenig als mit zu viel Gewicht beginnen, denn: So vielseitig sich das Training mit Kettlebells auch darstellt, ganz ungefährlich ist es nicht“, warnt Friedrich. „Durch die einseitige Belastung muss der Körper viel Ausgleichsarbeit leisten. Das ist ein Grund, warum diese Art zu trainieren so effektiv ist. Wer aber nicht aufpasst oder eine falsche Technik anwendet, kann sich Rückenprobleme einhandeln, bis hin zum Bandscheibenvorfall.“ Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir im Folgenden für Sie die fünf Gesetze des Kettlebell-Trainings zusammengefasst.

Workout-Planung Beginnen Sie mit einem Warm-up von mindestens zehn Minuten, bei dem alle Gelenke bewegt werden. Optimal: Hampelmann oder Seilspringen. Dann machen Sie zunächst die Übungen mit Körperspannung (A), dann die mit Schwungunterstützung (B), jeweils zunächst die Basis- und danach die Aufbau-Übungen. Sie müssen nicht alle absolvieren, die Basis-Übungen sollten allerdings dabei sein. Beispiel für ein Minimal-Workout: fünf-mal fünf Wiederholungen Turkish Get-up, dann zehn Minuten Swing (Dauer: rund 20 Minuten). Trainieren Sie etwa zwei- bis dreimal pro Woche.

Körperhaltung Jede Kettlebell-Übung beginnt mit der Grundhaltung: aufrecht stehend, Arme und Schultern entspannt, Knie leicht gebeugt, Füße etwas mehr als schulterbreit auseinander. Das Gewicht liegt mittig vor Ihnen auf dem Boden. Ehe Sie danach greifen, gehen Sie leicht in die Knie und beugen Ihren Oberkörper mit geradem Rücken vor. Machen Sie beim Kettlebell-Training niemals einen Rundrücken, sonst kann es zu Verletzungen kommen! Der Rücken muss in jeder Position gerade sein (ein leichtes Hohlkreuz ist in Ordnung). Perfekt: die Brust nach vorn drücken und die Schultern nach hinten unten ziehen, ohne zu verkrampfen.

Atemtechnik Auf eine korrekte Atemtechnik müssen Sie besonders bei den Kraftübungen in Teil A achten. Es geht darum, im Bauchraum den Druck zu erhöhen, so mehr Kraft und Stabilität zu entfalten. Tief in den Bauch atmen, ihn zugleich anspannen und so verhindern, dass er sich ausdehnt. Dadurch steigt der Druck, und der gesamte Rumpf ist optimal angespannt. Nach dem Einatmen zunächst Luft anhalten (besonders bei gebeugten Positionen). Erst während oder nach der maximalen Belastung ausatmen. Lassen Sie die Luft nicht auf einmal, sondern mit einem Zischen allmählich entweichen.

Körperspannung Spannen Sie besonders bei allen Übungen in Teil A durchgehend möglichst viele Muskelgruppen an. Diese isometrische Arbeit stabilisiert den Rumpf, unterstützt die Atmung. Spannen Sie auch Muskeln an, die nicht an der Bewegung beteiligt sind. So beanspruchen Sie viele Muskelgruppen: Kugelgriff extrem fest greifen, als wollten Sie ihn zerdrücken. Freie Hand zur Faust ballen, Füße in den Boden krallen. Rumpf und Gesäß anspannen. In aufrechten Positionen die Schultern nach unten ziehen, den oberen Rücken anspannen.

Bewegungsablauf Jede Bewegung kommt zuerst aus der Hüfte. Bei den Übungen Clean & Press, Swing und Snatch beispielsweise richten Sie erst die Hüfte auf. Dadurch wird der Oberkörper in die Senkrechte gedrückt und die Kugel nach vorne oben gebracht. Grundsätzlich gilt: keine Experimente, Kettlebell stets kontrolliert bewegen. Nehmen Sie stattdessen weniger Gewicht und führen Sie saubere Wiederholungen aus. Ach ja: Sie sollten nicht nur an Ihre eigene, sondern auch an die Gesundheit umstehender Personen denken. Also sollte in Schwungrichtung der Kugel zumindest niemand stehen, der Ihnen nahesteht.

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Ein Kettlebellgriff sollte so breit sein, dass Sie ihn mit beiden Händen umfassen können
Kettlebell-Kugeln: Mit Eisen, Schwung und Fliehkräften schmelzen die Kilos

Daran erkennen Sie eine gute Kettlebell

  1. Griff „Er sollte so breit sein, dass Sie ihn mit beiden Händen umfassen können“, so Friedrich.
  2. Abstand Kugel/Griff Er muss groß genug sein, damit die Kugel auf dem Unterarm, aber nicht auf dem Handgelenksknochen aufliegt.
  3. Material Nicht zu glatt (sonst rutschen Sie ab), nicht zu rau (sonst reißen die Hände auf).
  4. Gummifuß Manche Modelle schonen den Boden. Diese und andere Kugeln: www.kettlebell.de (etwa: zwölf Kilo ab 35 Euro).

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