Wer Gewicht verlieren will, dem wird bislang vor allem Verzicht gepredigt: Weniger Kalorien, weniger Fett und nicht zuletzt weniger Kohlenhydrate. Doch in letzter Zeit häufen sich die Hinweise, dass man den Spieß auch umdrehen kann: Wer mehr isst, nämlich mehr eiweißreiche Speisen wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte sowie Nüsse und Bohnen, dem fällt es leichter, mit weniger Kalorien auszukommen, weil er schneller und länger satt ist.
Eiweiß als Appetitzügler: Warum eiweißreiche Nahrung eine erhöhte und verlängerte Sättigung zur Folge hat, ist wissenschaftlich noch nicht ganz klar. Der Einfluss von Protein auf das Hungergefühl birgt jedoch einen Vorteil in sich, der in immer mehr Untersuchungen zum Vorschein kommt.
In einer aktuellen Studie aus Australien wurden 57 Übergewichtige in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine erhielt eine extrem eiweißhaltige Kost (34 % der Kalorien), die andere ernährte sich besonders fettreich (45 % der Kalorien). Insgesamt mussten beide Gruppen mit 1400 Kalorien am Tag auskommen. Nach zwei Monaten hatten beide Gruppen durchschnittlich neun Kilogramm abgenommen. Der entscheidende Unterschied: Die Eiweißgruppe war nach den Mahlzeiten deutlich zufriedener und weniger hungrig als die Fettgruppe. Langfristig wäre also die Eiweißdiät deutlich im Vorteil.
Denn klar ist: Am Ende entscheidet die Menge der aufgenommenen Kalorien über das Auf und Ab auf der Waage. Und wer beim Essen schneller satt wird und es länger bleibt, schleicht nicht schon wenige Stunden nach einem opulenten Mahl wieder gierig um den Kühlschrank herum.
Erfolg ohne Risiko?
Der Eiweißeffekt könnte also die Erfolge populärer Diäten und Ernährungsprogramme wie South Beach Diät, Weight Watchers und Atkins erklären. Während die erstgenannten auch die Fettzufuhr im Auge behalten, dürfen die Atkins-Anhänger auch hier grenzenlos zuschlagen – dies sorgt für anhaltende Kritik unter Fachleuten, weil sie negative Auswirkungen auf die Cholsterinwerte und das Herzinfarktrisiko befürchten
Die möglichen Langzeit-Nebenwirkungen einer besonders eiweißreichen Kost müssten ebenfalls noch untersucht werden, warnen Kritiker. Bislang fehlen jedoch klare Beweise dafür, dass das Risiko für Nierensteine, Osteoporose, Krebs, Arterienverkalkung oder sogar Übergewicht zunimmt.












































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