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Spezialitäten für Kerle: Delikatessen nur für Hardcore-Gourmets

04.10.2012 , Autor:Anna Paul
© MensHealth.de

Verfaulter Fisch, uralte Eier, Katzen-Ausscheidungen: Sind das abartige Bräuche oder erlesene Delikatessen? Ein Blick in den Kochtopf der Extrem-Spezialitäten
1 / 13 | Surströmming: Sieht vielleicht appetitlich aus, aber nur weil Sie ihn gerade nicht riechen können - © Lola Akinmade Akerström/imagebank.sweden

Surströmming Hering mit einzigartiger Duftnote

Der Surströmming ist ein geruchsintensives Geschmackserlebnis für Gefahrensucher


Man kann die Schweden für ein solches Nationalgericht nur bewundern. Wer hat schon die Kraft, seine Nase an einen so außerirdisch stinkenden Fisch zu halten und ihn überdies auch noch in den Mund zu schieben? Jedenfalls ist der "Surströmming", auf deutsch der "saure Strömling", bei den Schweden trotz seines bestialischen Gestankes überaus beliebt und einen Geschmackstest wert. Aber Achtung: Es geht das Gerücht um, dass selbst die Schweden ihren Nachbarn in Mietshäusen Bescheid geben MÜSSEN, wenn sie vorhaben, eine Büchse zu öffnen. Und manche Fluglinien verbieten den Transport gleich ganz. Auf Youtube kursieren übrigens zahlreiche Videos, in denen nicht-schwedische Gefahrensucher mit Surströmming die Fische füttern. Asche zu Asche ...

Das Metamorphose-Rezept: Der Surströmming wird aus ausgewachsenen Ostseeheringen hergestellt, die im Frühjahr gefangen werden, um anschließend in Salzlake eingelegt zu gären. Dabei entwickeln sie auch ihren furchtbaren Gestank. Surströmming-Büchsen sollte man aufgrund ihres hohen Dioxin Gehalts auch nur im Freien oder unter fließendem Wasser öffnen, jedoch innen verzehren, da sonst Fliegen angelockt werden (Kein Scherz!). Zubereitet wird dieses skurrile Gericht auf traditionelle Weise als so genanntes "Tunnbröd" mit Mandelkartoffeln und einer Tunke aus saurer Sahne und Tomaten. Getrunken wird dazu Bier oder Schnaps. Übrigens trauen sich selbst in Schweden nur die Hälfte der Menschen (ganz sicher nicht die normalen) an den Strömling heran.

Aber: Gesundheitsschädigend ist der Fisch nicht. Lebensmittel wie den Strömling können Sie bei speziellen Versandhäusern online bestellen oder auf dem nächsten Schweden Tripp probieren.

2 / 13 | Das Tausendjährige Ei: Es ist nicht wirklich 1000 Jahre alt, aber es sieht so aus - © Shutterstock

Tausendjähriges Ei Mit den Jahrhunderten gereift

Chinesen trauen sich an Gerichte heran, bei denen unsere Geschmack- und Geruchsnerven kapitulieren. Beispiel: "Ledereier"


Das Tausendjähriges Ei ist nicht das, was wir uns in Europa unter einem leckeren Frühstücksei vorstellen. Es wird wegen der Beschaffenheit seiner Schale auch "Lederei" genannt. Dabei handelt es sich um ein durch Fermentierung gereiftes Entenei (roh!), das für etwa drei Monate in einem Brei aus Holzkohle, gebranntem Kalk, Salz und Wasser oder einer Mischung mit Tee eingelegt wird. Das Eiklar verwandelt sich dadurch in eine bernsteinfarbene Masse, die den Geruch von leichter Fäulnis verströmt. Auch das Eigelb wird nicht appetitlicher. Es bekommt eine quarkige Konsistenz und verfärbt sich grün. Anschließend kann so ein Ei schonmal monatelang ungekühlt überleben. In Deutschland allerdings sind "Pidans" aufgrund von Hygienebestimmungen nicht zu erhalten.

3 / 13 | Haggis: Es ist nicht etwa so, dass die Schotten kein Geld für ein anständiges Stück Fleisch aus der Hüfte ausgeben wollten. Nein, sie essen das tatsächlich gerne und brüsten sich auch noch damit - © Shutterstock

Haggis Für echte Schotten unentbehrlich

Ohne "Haggis" geht in Schottland gar nichts! Das Nationalgericht mit Kultstatus ist nur etwas für Hartgesottene


Wer schon mal in Schottland war, weiß: Haggis gibt's grundsätzlich überall. Das Traditionsgericht besteht aus einem Schafsmagen, der alles zusammenhält, und mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird. Das Ganze ist nicht nur sehr kalorienreich, sondern auch nicht schön anzusehen. Dennoch: Der "Haggis" ist ein kulinarischer Nationalheld. Am jährlich stattfindenden "Burns Supper", ein Gedenkfest zu Ehren des schottischen Dichters Robert Burns, ist der Anschnitt der von Burns gepriesenen Spezialität das Highlight.

4 / 13 | Insekten: Ein Gericht, das summt? Natürlich nicht, die kleinen Vielbeiner sind sämtlich tot und können nicht mehr vom Teller krabbeln, und gelten auf dem selben in vielen Ländern als Delikatesse - © Shutterstock

Insekten-Teller Käfer, Larven, Maden – geht nicht, gibt's nicht

Aus dem Fernsehen kennen wir  Menschen, die Insekten essen - aber im Alltag?


Insekten zählen schon lange zur internationalen Speisekarte und sind wegen ihres Proteinreichtums in Gesundheitsfragen nicht zu verachten. 100 Gramm afrikanische Termiten enthalten beispielsweise 610 Kalorien, 38 Gramm Protein und 46 Gramm Fett. In Mexiko sind besonders kleine Escamoles gefragt.  Ameisenlarven, pikant gewürzt und eingeölt verspeist, gelten ebenfalls als Delikatessen. Auch Schokoladen-Schrecken verzehrt man dort gerne, quasi als proteinhaltiger Schoko-Apfel Ersatz. Überhaupt werden auf vielen Teilen der Welt gerne diverse Insekten gegessen, und das auch schon ziemlich lange: Schon die Römer schwörten auf Raupen. Der Ekel vor den kleinen Krabblern kam erst im Mittelalter auf – und erst einal nur in Europa.

5 / 13 | Saures Lüngerl: Insider-Tipp - © Bayrisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Saures Lüngerl Eine bayrische Mutprobe

Beuschel, Saures Lüngerl oder Lungenhaschee: dieses Innereien-Gericht hat viele Namen


Das "Saure Lüngerl" ist eine bayrische und österreichische  Außergewöhnlichkeit, bei der es sich um Innereien handelt (Lunge, Bries, Herz, Leber und Milz). Diese schwimmen in einer sauren Essigsauce. Der geneigte Lüngerl-Konsument verzehrt seine Lieblingsspeise am liebsten mit Semmelknödeln als deftiges Mittagessen. Allgemein gelten Innereien als sehr gesund, da sie fettarm und nährstoffreich sind.

6 / 13 | Kutteln = Pansen. Für Ihren Hund? Nein, für Sie! - © Shutterstock

Kutteln Pansen Streifen für Gourmets

Kutteln sind in vielen Ländern feste Bestandteile auf der Speisekarte. Den Vormagen von Wiederkäuern gibt's in vielen Versionen


Das Wort "Pansenstreifen" löst nicht unbedingt appetitanregende Assoziationen aus. Dennoch: Kutteln sind aus vielen Kulturen nicht wegzudenken. Während sie in Deutschland als Freak-Food gelten und nur noch vereinzelt gegessen werden, gehören sie bei Italienern, Spaniern  und Franzosen nach wie vor ins Koch-Programm. Neben Kutteln vom Schaf und vom Kalb werden vor allem Kutteln vom Rind verwendet. Um sie genießbar zu machen, müssen sie sehr gründlich gereinigt, von Talg befreit, mehrere Stunden gewässert und etwa zehn Stunden in Salzwasser gegart werden. Andernfalls sind sie nur als Hundefutter zu verwenden. Falls Sie sie probieren wollen: Bekannte Kutteln-Gerichte sind "Saure Kutteln" und "Kuttelsuppe". Die Innereien bekommen Sie beim Metzger (ihres Vertrauens).

7 / 13 | Betrunkene Meeresbewohner: Upps, die bewegen sich ja noch! - © Shutterstock

Drunken Shrimps Lebendige Mahlzeit für Zwischendurch

Sieht erstmal harmlos aus – aber Drunken Shrimps aus China werden bei lebendigem Leibe verspeist


Drunken Shrimps sind eine beliebte Spezialität der Chinesen mit  wirklich ansprechender Aufmachung – wäre da nicht die Sache mit der Lebendigkeit der Mahlzeit. Die Shrimps werden nämlich vor dem Servieren nicht erlöst, sondern nur in Alkohol mariniert, bevorzugt in chinesischem Reiswein, um dann bei lebendigem Leibe verspeist zu werden. In Europa ist solcherlei Behandlung lebender Tiere ohnehin nicht gerne gesehen, da beim Genuss von rohem Schellfisch ein erhöhtes Infektionsrisiko für parasitäre Krankheiten besteht.

8 / 13 | Blutpudding: "Black Pudding", "Blodpudding" oder "Krovianka", viele Namen für ein mörderisches Dessert - © Shutterstock

Blutpudding Gestocktes Blut mit Getreide-Aroma

Gestocktes Schweineblut auf Toast? Keine berauschende Aussicht. Doch Blutpudding ist vielerorts DAS Highlight


Die Idee, alle Bestandteile eines Tieres zu verwenden, ist ja löblich. Blutpudding allerdings ist nichts für Zartbesaitete. Wiedermal sind es die Schweden, die zu einer kulinarischen Eigenwilligkeit stehen, doch auch Briten und Russen lieben "Black Pudding" und "Krovianka", gerne auch schon zum Frühstück. Die einer Blutwurst ähnelnde Delikatesse wird aus Schweineblut und Getreide hergestellt. Beides wird miteinander vermengt und dann zum Stocken gebracht. Mit zerlassener Butter serviert ist das Gericht auch in Asien beliebt. Dort werden allerdings auch Hühner, Gänse und Enten zur Ader gelassen.

9 / 13 | Saumagen: Eine Pfälzer Spezialität und Helmut Kohls Lieblingsspeise - © Faber und Partner

Saumagen Altkanzlerfreude aus der Pfalz

Der Saumagen ist der ganze Stolz der Pfalz. Und so mancher ausländische hohe Staatsgast musste (wohl oder übel) von Altkanzler Helmut Kohls Leib- und Magenspeise kosten


Einst leicht in Vergessenheit geraten, machte Kohl das Gericht aus der Pfalz wieder populär, indem er es internationalen Staatsgästen wie Margaret Thatcher vorsetzten ließ. Wie bei einer Wurst wird auch hier der Schweinemagen verwendet, um die Füllung zusammenzuhalten. Kartoffeln, Schweinefleisch, Brät und Speck werden mit Eiern gebunden und in den Magen gefüllt. Nach dreistündigem Sieden ist die Spezialität perfekt gegart. Für Kalorienbewusste ist der Saumagen allerdings nicht geeignet.

10 / 13 | Hakarl: Haut gerade ohne Schaps selbst den härtesten Inselbewohner vom Hocker - © Isländisches Fremdenverkehrsamt

Hakarl Die härteste Geschmacks-Mutprobe

Isländer sind durch Vulkanausbrüche und lange Winter abgehärtet. Hakarl ertragen auch Sie nur mit Schnaps


Diese Delikatesse ist nur mit Vorsicht zu genießen. Beim isländischen "Hakarl" handelt es sich um fermentierten Grönlandhai. Ein Fisch, der unbehandelt ungenießbar und giftig ist, und fermentiert mit seinem Geruch noch den härtesten Esser umhaut. Der Fisch wird ausgenommen und in eine Kiesgrube eingegraben, bevor er dann nochmals für Monate in einer durchlässigen Holzkiste sein unverwechselbares Aroma entfaltet.

Selbst wenn der Fisch zum Verzehr bereit ist, sollten nur kleine Mengen gegessen werden, da der Hai sonst Durchfall verursacht. Selbst die Isländer spülen den Geschmack mit viel (in Island sündhaft teurem) Schnaps herunter.

11 / 13 | Kopi Luwak: einmal durch den Katzendarm und hinein in den Kaffeefilter, Miau! - © Shutterstock

Kopi Luwak Katzen-Ausscheidungen zu Wucherpreisen

Hochpreisig heißt nicht appetitlich. Der teure Kaffee ist eine Delikatesse, die auf spezielle Art entsteht


Im Film "Das Beste kommt zum Schluss" kann Jack Nicholson selbst im Krankenhaus und dem Tode nahe nicht auf seinen "Kopi Luwak" verzichten - bis Morgan Freeman ihm schonend beibringt, dass er da das Verdauungsprodukt  einer bestimmten Katzenart trinkt. Von den zu Indonesien gehörenden Inseln Sumatra, Java und Sulawesi wird der "Kupi Luwak" nach Deutschland exportiert. Die dort lebenden Zibetkatzen halten sich auf Kaffeeplantagen auf, fressen die reifsten Kaffeekirschen, können jedoch nur das Fruchtfleisch verdauen und scheiden die Bohnen wieder aus. Diese werden anschließend gesammelt, wie gewöhnlicher Kaffee geröstet und weitervearbeitet. Angeblich soll die außergewöhnliche Delikatesse durch die erlesene Ernährung der Schleichkatzen ein ganz besonderes Aroma haben, dass nur wahre Kenner zu schätzen wissen. Gesundheitlich ist der Kaffee einwandfrei, da die Bohnen nicht mit dem Darminhalt der Zibetkatzen in Kontakt kommen. Für den kleinen Geldbeutel ist er nichts. Ein Kilo "Kopi Luwak" kostet in Europa ab zirka 220 Euro.

12 / 13 | Töttchen: wie niedlich, Töttchen. Hört sich sich auch viel besser an als Kalbsköpfchen oderZüngelein - © www.toettchen.de

Töttchen Karriere auf der regionalen Speisekarte

Töttchen: Kalbskopf, Leber, Lunge und Zunge


Das "Töttchen" aus dem Münsterland war früher ein Arme-Leute-Essen. Mittlerweile ist es zu einm Prunkstück der regionalen Speisekarte avanciert. Ursprünglich aus Innereien wie Kalbskopf, Lunge und Zunge hergestellt, wird die Spezialität heute oft abgeschwächt angeboten, aus Kopf wurde vielerorts Kalbsfleisch. Die Konsistenz allerdings bleibt gewöhnungsbedürftig. Serviert wird das süß-saure Ragout mit Zwiebeln und mit Essig verfeinert. Ob das Ganze genießbar ist, daran scheiden sich die Geister.

13 / 13 | Labskaus: Nordish by Nature – und zudem eine echte Power-Mahlzeit - © Shutterstock

Labskaus Ein Arme-Leute-Essen macht Karriere

Wer kennt es nicht, das nordischste aller Gerichte? Labskaus ist ein Klassiker des Durchgedrehten


Ein richtig guter Labskaus ist gar nicht so unappetitlich, wie es scheint. Einst ein unansehnliches Seefahrer-Gericht, wird er heutzutage nur noch selten ganz durch den Fleischwolf gedreht, so dass sein Anblick nicht mehr automatisch am Geschmack zweifeln lässt. Gegessen wird der pinke Klassiker in Skandinavien und Norddeutschland, wobei die Rezepte variieren. Traditionell wird Labskaus aus gepökeltem Rindfleisch, roter Beete, Salzgurken und Matjes hergestellt. Zum Schluss wird Kartoffelbrei untergerührt und mit Bismarckhering, Spiegelei und Gewürzgurken garniert. Der Labskaus an sich ist zwar gehaltvoll, jedoch nicht ungesund. Der Mix aus Fisch, Fleisch und Roter Beete liefert ordentlich Nährstoffe.

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