14. Macht mobiles Telefonieren krank?
"Nach bisherigen Erkenntnissen ist es nicht gefährlich, aber bei einer so jungen Technologie sind Langzeitfolgen eventuell noch gar nicht absehbar und prinzipiell nicht auszuschließen", sagt Ziegelberger. "Allerdings ist es auch nicht so, als hätte die Erforschung hochfrequenter Strahlung erst mit dem Aufkommen der Handys begonnen – Radar, Radio und Fernsehen gibt es ja schon viele Jahrzehnte." Bei möglichen Gesundheitsfolgen muss man zwischen zwei Wirkmechanismen unterscheiden. Die thermische (also durch Wärme hervorgerufene) Wirkung der Strahlen kann Schäden verursachen, wenn sie ein gewisses Maß überschreitet. Das verhindert allerdings die Einhaltung der Grenzwerte. Viele sorgen sich wegen möglicher athermischer Wirkungen, die nicht durch Wärme hervorgerufen werden. In den Körperzellen werden so viele Abläufe elektrochemisch gesteuert, dass Störungen durch elektromagnetische Strahlen möglich scheinen.
15. Und wie gefährlich sind derartige Störungen der Zellchemie?
"Denkbar sind eine ganze Reihe von Folgen, die auch erforscht wurden, soweit das mit wissenschaftlichen Mitteln möglich ist", so Ziegelberger. Es wurden etwa Einflüsse auf den Schlaf erforscht, die Hirnaktivität oder die Blut-Hirn-Schranke, eine Barriere zwischen Blut und Gehirnflüssigkeit aus speziellen Zellen. Die Expertin: "Mitunter gab’s einzelne Effekte, die in neuen Studien bisher allerdings nicht zu wiederholen waren." Schwierig zu klären ist die Frage, ob Mobilfunkstrahlen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen oder ähnliche Beschwerden auslösen können. Bislang ist es nicht gelungen, Menschen zu finden, deren Gefühl für elektromagnetische Wellen sich im Labor belegen ließ. "Dennoch sind längst nicht alle Fragen geklärt", sagt Biologin Ziegelberger. "Und deshalb wird weitergeforscht." Unklar sei zum Beispiel, ob Kinder gegenüber elektromagnetischen Strahlen empfindlicher reagieren als Erwachsene. Diskutiert wird auch, ob es so genannte Fensterwirkungen gibt – dass also nur einzelne Frequenzen im Körper bisher unerkannte Wirkungen auslösen.
16. Was ist eigentlich mit Krebs?
Ziegelberger: "Nach allem, was wir bisher wissen, verursacht Mobilfunkstrahlung keinen Krebs. Einige richtungsweisende Studien zu Langzeitwirkungen laufen aber noch.“ So soll beispielsweise die länderübergreifende Interphone-Studie klären, ob langjährige Handy-Nutzung das Risiko erhöht, an einem Hirntumor zu erkranken. Auch die Resultate für das Uvealkarzinom, einer Krebsform am Auge, stehen noch aus. "Gegenüber der Strahlung, die vom Handy ausgeht, ist der Einfluss der Basisstationen so gering, dass davon keine Erhöhung der Krebsrate zu erwarten ist", sagt die Expertin und fügt hinzu: „Die jüngste Auswertung des bayerischen Krebsregisters bestätigt, dass in der Umgebung von Basisstationen die Krebsrate nicht höher ist als anderswo."
17. Kann die Masse verschiedener Funkstrahlen zum Problem werden?
Neben Mobilfunk sowie Fernsehen und Radio gibt es auch noch schnurlose Telefone, Babyfone, drahtlose Internet-Verbindungen (WLAN-Router), Fernbedienungen, Bluetooth-Geräte und mehr. Sie alle sind unproblematisch, da sie im Gegensatz zu Mobil- und Rundfunk nur geringe Entfernungen überbrücken müssen und deshalb geringe Sendeleistungen genügen. Wie groß aber die Summe all dieser Strahlenbelastungen tatsächlich ist, lässt sich kaum sagen. "Erst seit kurzer Zeit gibt’s Messgeräte, die individuelle Strahlenbelastungen über längere Zeit messen können und bei denen man verschiedene Quellen getrennt auswerten kann", sagt Expertin Ziegelberger. "Wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Studien, in denen Probanden ihre Strahlenbelastung im Alltag messen. Mit gesundheitsschädlichen Werten rechne ich dabei aber nicht."
Informationen zu den den Strahlungswerten von Mobiltelefonen (SAR-Werten) aller Hersteller finden Sie unter: www.bfs.de/elektro/oekolabel.html











































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