Wer sich krank fühlt, verlangt nach einem guten Doktor – und muss häufig genug Enttäuschungen hinnehmen. Ärzte, so möchte man nur zu gerne glauben, seien umso besser, je mehr sie wissen. Hand aufs Herz: Sind Ihnen nicht schon einmal Zweifel an dieser Behauptung gekommen? Denn nicht jede Krankheit verlangt gleich einen Spezialisten von Weltruf. Der Mensch im Mediziner ist mindestens ebenso wichtig wie seine soliden Kenntnisse und sein Engagement.
Gerade wenn körperliche Erkrankungen auf seelischen Ursachen beruhen, brauchen die Patienten gesprächsbereite Ärzte nötiger denn je. Doch vielen kommt es im von den Auswirkungen der Gesundheitsreform geprägten Praxisalltag nur darauf an, so viele Patienten wie möglich durchzuschleusen und entsprechend viele Einzelleistungen abzurechnen. Denn kaum wurde die Honorierung der Patientengespräche angehoben, werden diese auch schon wieder zahlenmäßig begrenzt. Wen wundert's, wenn Ärzte umso mehr der lukrativeren Gerätemedizin huldigen? Der Leidtragende bleibt der Patient. Er muss sich weiterhin mit Wartezeiten, arrogantem Akademikerlatein und Ärzten herumschlagen, die von Sprechzimmer zu Sprechzimmer hetzen.
Der Wunsch nach Aufmerksamkeit und Verständnis verhallt so beinahe unausgesprochen. Dabei kann sich jeder wehren, indem er Ärzte boykottiert, die noch nicht umgedacht haben. Medizin ist eine Dienstleistung für den Menschen, eine sehr persönliche noch dazu. Und die beginnt bereits an der Praxistür: Sprechstundenzeiten für Berufstätige, sogar samstags oder sonntags?
Einige Praxen bieten einen solchen Service bereits an. Zunehmend lassen sich auch freundliche Helferinnen entdecken, die ihrer Berufsbezeichnung alle Ehre machen. Und es gibt immer noch genügend Ärzte, die trotz des wirtschaftlichen Drucks alles tun, um engagiert zu heilen und zu lindern. Unpersönliche Massenabfertigung müssen Sie sich nicht gefallen lassen. Gehen Sie einfach eine Tür weiter.












































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