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15.07.2009
, Autor:Wolfgang Melcher
© Men's Health
Energy-Drinks sollen die Leistungsfähigkeit enorm steigern – doch nach den Erkenntnissen von Experten ist ein Becher Kaffee mit viel Zucker mindestens genauso wirkungsvoll. Professor Aloys Berg, Leiter des Bereichs Sporternährung an der Universität Freiburg, betont in der am 15. Juli erscheinenden August-Ausgabe von Men's Health, dass der Effekt der Energy-Drinks vor allem auf die Kombination von Zucker und Koffein zurückzuführen sei. Die vielen anderen Substanzen der, in der Regel teuren, Süß-Getränke beurteilt der Fachmann mit deutlicher Skepsis.
So seien insbesondere die Nebenwirkungen von Taurin, das in den meisten Energy-Drinks enthalten ist, bislang wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht, erklärt Berg. Tierversuche haben nach seinen Angaben gezeigt, dass Taurin zahlreiche Nebenwirkungen wie zum Beispiel Atmungsstörungen hervorrufen kann. Vorsicht ist auch bei dem Energydrink-Bestandteil Inosit angebracht. Das Stoffwechselprodukt kommt in nahezu allen tierischen und menschlichen Zellen vor - doch die möglichen Gefahren einer Überdosierung sind vollkommen unklar. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) empfiehlt, nicht mehr als 100 Milligramm Inosit pro Tag aufzunehmen. Darum müssen unbedingt die Mengenangaben auf den Energy-Dosen beachtet werden.
Welchen Effekt hat die Substanz Glucuronolacton?
Mit einer deutlichen Warnung belegt Berg darüber hinaus den Wirkstoff Glucuronolacton, der nach Angaben der Hersteller von Energy-Drinks bei der Entgiftung des Körpers helfen und zudem Ermüdungserscheinungen verzögern soll. Wissenschaftlich bewiesen ist das nicht. Bislang weiß darum auch noch niemand, wie sicher die Substanz bei häufigem Genuss ist. Klar ist nur eines: Karies-Bakterien würden Energy-Drinks kaufen, denn die Zahnkiller profitieren – neben den Herstellern – am meisten von dem Inhalt der knallbunten Dosen.
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