Unsere Gesellschaft, so scheint es, geht am Stock. Schon 2010 werden sich nach Expertenschätzungen 20 Prozent der Deutschen mit Arthrose rumplagen. Sie bringen, wenn es schief läuft, viel Arbeit für die Chirurgen: 200.000 Hüftgelenke und 100.000 Kniegelenke werden schon heute pro Jahr eingesetzt.
Allein in der Parkklinik Manhagen verbauen Lütten und Holz mehrere Kilo Ersatzteile pro Jahr. Mal einen Mono-Schlitten fürs Kniegelenk, mal eine "bikondyläre Spezialprothese", wie der Doppel-Schlitten fachmännisch heißt, bei der der Knochen dank einer künstlichen Gelenkfläche aus Metall auf einer Schiene reibungs- und schmerzfrei hin und her rutschen kann. Dauer der OP: eine Stunde. Kosten? "Rund 2.700 Euro fürs Material", sagt Ex-Leistungsschwimmer Holz, der nebenbei die Sportler am Olympiastützpunkt in Hamburg betreut. Mittlerweile können bis zu 30 weitere Scharniere prothetisch versorgt oder anderweitig erfolgreich behandelt werden.
Außer Hüfte und Knie sind vor allem Schulter, Großzehengrund- und Sprunggelenk betroffen. Ursachen sind neben unbehandelten Verletzungen (etwa durch häufiges Umknicken mit dem Fuß oder einen Tritt auf das Sprunggelenk) Rheuma, Medikamente, Alkohol- und Nikotinmissbrauch sowie anlagebedingte anatomische Fehlstellungen, die zu Überlastungen im Gelenk und Arthrose führen. Holz: "Selbst ein Beckenschiefstand kann die Ursache sein".
Ernährung ist entscheidend
Letztlich läuft alles auf den Lebensstil hinaus. Würden wir uns mehr bewegen, "moderat und nicht immer das Gleiche" (Holz), hätten wir stärkere Muskeln, die die Gelenke entlasten. Wer außerdem zu viel isst, belastet seine Gelenke noch mit unnötigen Kilos. Weil die Gelenke dann schmerzen, bewegt man sie seltener – ein Teufelskreis. Denn nur durch Bewegung werden Gelenke und Knorpel mit dringend benötigten Nährstoffen versorgt.
Entscheidend ist auch, was man isst. "Früher", sagt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Mannschaftsarzt von Bayern München, "kam bei uns zu Hause jeden Tag vor dem Essen eine Suppe auf den Tisch, beispielsweise aus ausgekochtem Kalbsknochen. Wo ist das heute noch üblich?" Die in der Brühe enthaltene Gelatine liefert einen hohen Anteil an Aminosäuren, die den Gelenken gut tun. Eine reduzierte Fastfood-Kost schafft das nicht.
Irgendwann ist es sinnvoll nachzuhelfen
Nahrungsergänzungsmittel können diese Defizite ausgleichen. Vor allem Präparate mit Glukosaminsulfat: Je mehr dem Körper davon zur Verfügung steht, desto mehr Knorpelmasse kann er produzieren. Mit zunehmendem Alter nimmt die körpereigene Glukosamin-Produktion aber ab. Dann ist es sinnvoll nachzuhelfen – etwa mit Präparaten auf Basis der neuseeländischen Grünlippmuschel (zum Beispiel Trisana Arthrocaps, 60 Kapseln für zirka 26 Euro). Nur in Schalentieren ist Glukosamin in ausreichender Menge vorhanden.












































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