"Werden die Gelenke nicht bewegt, entsteht auch keine neue Gelenkflüssigkeit, und die Schmerzen nehmen zu," sagt Orthopäde Holz. Schwimmen und Radfahren seien unter diesem Aspekt die besten Sportarten, weil sie den Knorpelstoffwechsel aktivieren und die Gelenke nicht mit hohen Belastungsspitzen und Drehungen quälen wie Squash, Golf, Skifahren oder Tennis. Gezieltes Krafttraining stärkt Muskeln, Sehnen und Bänder rund ums Gelenk, gleicht muskuläre Dysbalancen aus und nimmt dadurch Druck vom lädierten Scharnier.
Endstation OP
Wenn alle Mühen nicht helfen, bleibt am Ende nur die OP. Die Therapien sind dann so vielfältig wie das Krankheitsbild. Die neueste ist die "Tissue-Technik", von Experten "dreidimensionale Knorpelzelltransplantation" genannt. Dabei wird ein winziges Stück gesunden Knorpels entnommen und auf ein Trägervlies gebracht, wo sich in einer Nährflüssigkeit neue Zellen bilden. Nach vier Wochen wird dieses Vlies ins Gelenk eingebaut. Nach wenigen Stunden beginnen die Zellen, neuen Knorpel zu bilden.
"Bereits nach etwa drei Monaten", sagt Holz, der die Therapie pro Jahr etwa 25-mal durchführt, "ist das Knie wieder belastbar." Vor allem für junge Patienten ist diese Variante interessant. Denn eine prothetische Versorgung sollte möglichst lange umgangen werden. Nur: Bei schweren Arthrosen helfen alle bekannten Therapien nicht dauerhaft.
"Am Ende bleibt wirklich nur die Prothese", beschreibt Carsten Lütten die finale Versorgung, vor der man aber keine Angst haben müsse. "Früher hielten Knie-Prothesen höchstens sieben Jahre, heute liegen wir dank High-Tech-Ersatz aus Metall, Kunststoff oder Keramik schon bei 15 Jahren", sagt der Ex-Hockeyspieler.
Noch länger hält der neue Werkstoff Oxinium, der die Vorteile von Keramik und Metall vereint. Der Preis für ein Knie-Kunst-Gelenk: rund 9000 Euro – der Porsche unter den Prothesen. "Wenn ich zu wählen hätte", meint Orthopäde Lütten, "dann käme nur das in mein Knie."












































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