Hormon als Hungerbremse

09.08.2002 , Autor:tby
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Ein körpereigenes Hormon könnte Hoffnung für alle unglücklich Dicken bedeuten: Der Appetit-Zügler soll beim Abnehmen helfen. Doch die Darreichung ist schwierig.
0602 E Süße essen
Dass hier die Hormone verrückt spielen, ist kein Wunder...
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Abnehmen

Schon jeden Abnehm-Trick vergeblich probiert? Von "Bier-Diät" über "Friss-die-Hälfte" bis zu den "Weight-Watchers"? Dann gibt es jetzt wieder Licht am Ende des Tunnels: Wissenschaftler haben ein körpereigenes Hormon entdeckt, das den Appetit in Grenzen hält.

Stephen Bloom und sein Team vom Imperial College in London testeten das Hormon PYY3-36, dass im Körper Völlegefühl auslöst und damit chemisch signalisiert, dass man satt ist. Da viele Dicke nicht merken, wann sie genug haben, könnte dieses Völle-Hormon helfen, sich nicht zu überfressen.

<b>Keinen dritten Nachschlag mehr</b>
In ihrem Test verabreichten die Forscher den Probanden das Hormon, worauf diese bis zu einem Drittel weniger beim Buffet zulangten. Diese Kur ist aber eher was für krankhaft Dicke, die immer hungrig sind, als für solche, die mal eben ein paar Pfund verlieren möchten. Denn, so Bloom, das Hormon muss per Infusion verabreicht werden. Als Pille nimmt der Körper es nicht an. Dafür unterdrückt es den Hunger bis zu 12 Stunden lang.

Innerhalb der letzten zehn Jahre haben Wissenschaftler einen ganzen Cocktail von Hormonen entdeckt, der den Hunger reguliert. Deren bekanntester Vertreter ist das "Leptin", das in einer Art Langzeit-Wirkung dem Körper signalisiert, wenn die Fettvorräte aufgebraucht sind. PYY3-36 dagegen wirkt kurzfristig von Mahlzeit zu Mahlzeit. Es arbeitet eng mit dem "Hunger-Hormon" Ghrelin zusammen, das dem Hirn signalisiert, wenn der Magen leer ist.

Die Forschung mit PYY3-36 läuft zwar auf Hochtouren, aber noch ist es als Diäthilfe nicht marktreif. Wer zu viel Hunger hat, muss sich also noch eine Weile gedulden – und auf balaststoffreiche Nahrung wie Gemüse umstellen. Die füllt den Magen nämlich schnell und stimuliert die Produktion von körpereigenem PYY3-36.

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