Ein einfacher Urintest soll Männer in Zukunft vor allzu vorschnellen Eingriffen an der Prostata schützen. Forscher der University of Michigan haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie sehr genau voraussagen können, ob der erhöhte PSA-Wert eines Patienten ungefährlich oder bereits ein Hinweis auf Prostatakrebs ist.
PSA – das sogenannte prostataspezifische Antigen – ist ein Enzym, das von der Prostata produziert wird. Bisher führten Mediziner bei einer erhöhte PSA-Konzentration schnell eine Biopsie durch (eine Entnahme von Gewebe aus der Prostata zwecks genauerer Untersuchung) oder entfernten die Vorsteherdrüse vorsichtshalber komplett. Leider oft zu Unrecht, denn ein erhöhter PSA-Wert muss nicht immer gleich ein Indikator für Krebs sein.
Weitaus mehr Klarheit liefert hingegen eine bestimmte Gen-Anomalie innerhalb der Vorsteherdrüse, bei deren Befund man sicher von einer ernsthaften Erkrankung ausgehen kann. Der Urintest erkennt diese Mutationen und liefert ganz ohne den unangenehmen Eingriff Indizien über den Gesundheitszustand des Patienten.
Für ihre Studie untersuchten die Forscher Urinproben von mehr als 1300 Männern mit erhöhten PSA-Werten auf die oben beschriebene Gen-Mutation und teilten sie danach in drei Gruppen ein: solche mit geringem, mittlerem und hohem Grad der Anomalie. Gleichzeitig wurden bei den Probanden Prostata-Biopsien durchgeführt, um die Ergebnisse anschließend zu vergleichen.
In der Gruppe, in der die meisten Mutationen im Urin gefunden wurden, hatten 69 Prozent der Männer ein Karzinom. In der Gruppe mit niedrigem Wert waren es 43 Prozent und in der Gruppe mit dem geringsten Grad 21 Prozent.
Noch wird der Urintest nicht als offizielle Untersuchungsmethode eingesetzt. Jedoch soll er in Zukunft als wichtiger diagnostischer Zwischenschritt vor Operation oder Biopsie Verwendung finden.












































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