Bei eineiigen Zwillingen mit identischen Genen sind in jedem dritten Fall beide Zwillinge betroffen, wenn einer der beiden unter einem vorzeitigen Samenerguss leidet, so das Ergebnis einer finnischen Studie, die im International Journal Impotence Research veröffentlicht wurde. Die erbliche Komponente für diese Sexualstörung liegt den Wissenschaftlern zufolge bei etwa 30 Prozent.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass neben der genetischen Veranlagung weitere Ursachen eine Rolle spielen müssen. Dazu gehören vor allem psychische Faktoren, aber auch chronische Krankheiten wie Diabetes und Mutiple Sklerose. Das Alter spiele dagegen, so die Wissenschaftler, eher eine untergeordnete Rolle.
Schätzungen zufolge leiden rund 30 Prozent der Männer an vorzeitigen Orgasmen. Das müsste nicht so sein, kommentiert der Androloge Frank-Michael Köhn vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) die Studie, da für nicht erblich bedingten vorzeitigen Samenerguss wirksame Therapien zur Verfügung stünden, wie zum Beispiel die klassische sexualmedizinische Therapie aber auch örtlich betäubende Cremes und Medikamente. Doch würden sich, so der Experte, immer noch zu wenig Männer trauen, das Problem beim Arzt anzusprechen.
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