Vitamin E steht in Verdacht, das Risiko für Prostatakrebs zu erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Cleveland Klinik in Toronto, die kürzlich mit der Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial (SELECT) die größte Krebspräventions-Studie aller Zeiten durchgeführt hatten.
Rund 35.500 Männer nahmen an der Studie teil, indem sie im Zeitraum von 2001 bis 2004 täglich Vitamin E-Kapseln, Selen, eine Kombination aus beiden Ergänzungsmitteln oder Placebos einnahmen. Die Probanden waren zu Beginn der Untersuchung gesund und ihr PSA-Wert lag mit unter 4,0 ng/ml im normalen Bereich. PSA steht für prostataspezifisches Antigen und ist ein Enzym, das als Serum von der Prostata ausgeschieden wird. Ein erhöhter Wert gilt in der Medizin als Warnung für Prostatakrebs.
Die Vermutung der Forscher zu Beginn der Studie: Selen und Vitamin E sollten eine präventive Wirkung bezüglich Prostatakrebs haben. Beide Stoffe waren im Zusammenhang mit anderen Studien in Verdacht gekommen, Tumore in Schach zu halten. Allerdings war gerade das Gegenteil der Fall: Unter den Probanden, die Vitamin E einnahmen, war es sogar zu einem Anstieg der Prostatakrebsrate gekommen.
Wie die amerikanischen Wissenschaftler berichten, erhöhe die regelmäßige Einnahme von Vitamin E das Prostatakrebsrisiko um zirka 17 Prozent. Selbst nachdem die Probanden die Einnahme der Vitaminpräparate abgebrochen hatten, stellte man ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko fest – im Vergleich zu denjenigen, die Placebos schluckten.
Weitere Studien sollen nun Aufschluss geben, ob der Grund des erhöhten Risikos das Vitamin E selbst ist, die Dosis oder eine bislang völlig unerwartete Komponente.
Was ist Vitamin E und worin ist es enthalten?
Vitamin E ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von mindestens 16 fettlöslichen Substanzen mit antioxidativen und nicht-antioxidativen Wirkungen. Einen hohen Gehalt an Vitamin E weisen pflanzliche Öle wie Weizenkeim-, Palm-, Sonnenblumen-, und Olivenöl auf. Vitamin E ist bis zirka 140 Grad Celsius hitzeresistent. Beim Braten empfiehlt es sich deshalb, auf niedrige Brat-Temperaturen zu achten, um einen Vitaminverlust zu vermeiden.












































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