Heft 06/2012
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LEBENSMITTEL-GUIDE

SO ESSEN SIE SICH, SCHLANK, SCHLAU, GESUND & STARK

Nieder mit den Diäten Hungerkuren funktionieren nicht

09.01.2007 ,
© Men's Health

Vergessen Sie Hungerkuren! Je drastischer sie sind, desto weniger funktionieren sie
Lebensmittel: Es lebe der Appetit!
Es lebe der Appetit!
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Es gibt vermutlich kein Lebensmittel, das nicht schon per Bindestrich an das Wort Diät gefesselt worden ist: Eier-Diät, Ananas-Diät, Kohlsuppen-Diät und so weiter. Welche Sie sich davon aussuchen, ist vollkommen egal, denn sie funktionieren alle (für kurze Zeit) – und gleichzeitig keine. Der Fehler liegt im System. Man muss weniger essen als verbrauchen, um abzunehmen – das stimmt schon. Aber die Rechnung: „Ein Kilo Fett hat 7000 Kalorien, also muss man nur täglich 1000 Kalorien weniger essen, dann geht pro Woche ein Kilo weg“, die geht nicht auf. Je drastischer die Energiezufuhr eingeschränkt wird, desto heftiger wehrt sich der Körper. Für ihn gibt es keine Diäten, nur potenziell tödliche Hungersnöte.

Diäten machen schwabbelig
Die meisten Diäten erlauben täglich maximal 1500 Kalorien, womit ein 85-Kilo-Mann nicht mal seinen Grundumsatz bestreiten kann. Es bleibt dem Körper also gar nichts anderes übrig, als ans Eingemachte zu gehen. Zunächst mobilisiert der Körper seine Glucose-Reserven, und weil die an Wasser gebunden sind, landen in den ersten Tagen zwei bis vier Kilo in der Toilette. Dadurch verbessert sich jedoch Ihr Aussehen nicht. Und sobald der Körper die Glucose-Speicher wieder auffüllen kann, sind die Wasser-Kilos umgehend wieder da.

Der Körper baut zwar auch Fett ab, aber nur widerwillig und erst nach einigen Tagen in nennenswertem Maße. Zuvor wird an den Proteinen geknabbert, das bedeutet: Muskelgewebe schwindet. Je geringer der Proteingehalt der Diät ist und je weniger Sie Ihre Muskeln nutzen, desto mehr wird davon verheizt. Auch das bringt Ihnen einen Scheinerfolg auf der Waage, denn Muskelgewebe ist schwerer als Fett. Die Folgen für Ihre Optik: Das Verhältnis von Fett und Muskeln verschlechtert sich, Sie werden und wirken schwabbelig.

Weil für den Körper Hungersnot herrscht, fährt er seinen Grundumsatz herunter, was sich in mieser Laune, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit und Frösteln äußert. Gleichzeitig kurbelt er Hunger und Appetit an. Auch wenn Sie stark bleiben: Irgendwann ist die Diät vorüber, und Sie kehren zu Ihrer alten Lebensweise zurück, die Sie schon einmal fett gemacht hat. Aber dann schmachten Sie noch mehr und haben einen geringeren Grundumsatz. Entsprechende Untersuchungen am Deutschen Institut für Ernährungsforschung zeigen, dass es bis zu zwölf Monate dauert, bis dieser sich wieder normalisiert hat. Der Jo-Jo-Effekt ist praktisch garantiert.

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