Kalteis wollte nur von einer Mauer springen und sich abrollen. „Aber dann griffen meine Hände plötzlich wie von selbst nach einem Geländer und schleuderten meinen Körper einfach darunter hindurch. Es ist schade, dass ich dieses Gefühl mit niemandem teilen konnte.“
Jeder Traceur geht seinen eigenen Weg
Doch das liegt in der Natur von Parkour. Traceure sind Einzelkämpfer. Jeder von ihnen sucht sich seinen eigenen Weg. „Was für den einen schlüssig ist, kann für den anderen unsinnig sein“, so Kalteis. Darum sind Parkour-Läufer in der Regel auch alleine unterwegs. Nur zum Training treffen sie sich in Gruppen, um sich gegenseitig neue Tricks beizubringen. Die kürzlich gegründete French Parkour Federation will bald Workshops anbieten, bei denen gezielt die Grundbewegungen vermittelt werden sollen. Da die Traceure zumeist weit verstreut leben, tauschen sie sich vor allem über das Internet aus – beispielsweise über die Plattform www.parkour.net. Dort diskutieren mehr als 5000 registrierte Mitglieder über gute Spots und komplexe Moves.
Dass Parkour nach wie vor eine Randsportart ist, kann Kalteis gar nicht verstehen. „Wenn ich etwa zur Bushaltestelle will, müsste ich eigentlich den Hausgang entlang-, die Treppe runter-, zur Tür hinaus-, über den Parkplatz und an einem Bretterzaun vorbeigehen.“ Parkour dagegen sieht so aus: Er springt vom Balkon, über eine Mauer und einen Zaun – und ist in weniger als der halben Zeit am Ziel. „Was würde es dann für einen Sinn ergeben, wenn ich außenherum gehe?“














































0 Kommentare
Kommentar schreiben