Jetzt am Kiosk
iPad-Ausgabe

Mehr Macht: Einfluss aufbauen, ohne fies zu sein

19.04.2000 , Autor:Antoinette Schmelter de Escobar
© MensHealth.de

Ohne Einfluss geht es im Job nicht weiter. Wir sagen Ihnen, wie Sie ganz groß rauskommen und dabei ein netter Kerl bleiben

Vergrößerte Ansicht
Macht:
Üben Sie ruhig Macht aus, seien Sie aber nett dabei © Shutterstock
Seite drucken
Ø 2.8 | 809 Bewertungen

Teilen
Kommentare

0 Kommentare

Kommentar schreiben

Schlagworte

Berufserfolg, Beziehungsprobleme, Karrierestrategien

Während sich andere Kollegen aufwärts katapultieren, polieren Sie weiter die unterste Stufe der Karriereleiter. Wie kann man Sie nur so verkennen? Selbst schuld. Denn auf dem Siegertreppchen landet nur, wer sich nicht an die Regeln hält – und ein paar kleine Tricks als Schubverstärker beim Gipfelsturm draufhat. "Stecke Deine Faust in einen Samthandschuh", umschreibt Robert Greene solche Strategien. Und entwirft in seinem Buch "Power" (Carl Hanser-Verlag) ein Szenario vom Karrierekampf als "zivilisiertem Krieg". Sein Erfolgsrezept: 48 Gesetze, die auf den jahrhundertealten Mechanismen der Macht basieren.

Men’s Health wollte es genau wissen und hat drei Experten um drei Beurteilungen gebeten: den Organisations- und Sozialpsychologen Professor Hermann Liebel von der Uni Bamberg, Unternehmenskommunikations-Experte Erich R. Jeske, sowie Sabine Asgodom, Sachbuchautorin und Management-Trainerin aus München. Ihr übereinstimmendes Urteil: "Power" ist an vielen Stellen zu radikal und nicht immer zeitgemäß. Von den 48 Gesetzen bleiben nur 13 übrig, durch deren Befolgung Sie tatsächlich Macht aufbauen können, ohne fies zu sein. Hier sind die ersten sieben:

1. "Halte Deine Absichten geheim"
Der Chefsekretärin erzählen Sie im Aufzug von Ihrem neuen Projekt. Die Kollegen erfahren es in der Kaffeeküche. Eigentlich ein guter Ansatz, denn Transparenz und Kooperation sind positive Geschäftstugenden. Doch manchmal ist weniger mehr, "zum Beispiel, wenn eine Idee noch nicht ausgereift ist und Sie befürchten müssen, dass andere in Ihren Ideen wildern", sagt Hermann Liebel. Oder wenn größere Personalentscheidungen anstehen und Vorabinformationen die Belegschaft verunsichern würden. In solchen Fällen sollten Sie schweigen. Brauchen Sie für Ihre Pläne dagegen Promoter, lohnt es sich, an geeigneter Stelle Andeutungen zu machen.

2. "Mache auf Dich aufmerksam"
Dunkler Anzug, blassblaues Hemd und dezente Krawatte – bei der Konferenz sehen alle aus wie geklont. Nur Kollege Müller tanzt aus der Reihe. Er trägt einen bunten Binder, auf den sich alle Augen richten. Auch der Chef guckt und hört genauer hin. Sich von anderen abzuheben, zahlt sich aus – selbst wenn’s nur äußerlich ist. Generell gilt: Nur außerhalb der Komfort-Zone, in der wir uns sicher fühlen, warten die wahren Herausforderungen. "Die Braven und die Netten sind wichtig für die Basisarbeit", weiß Sabine Asgodom aus Erfahrung, "aber weiter kommen sie nicht, weil sie nichts verheißen." Die Leistung ist laut einer amerikanischen Studie nur zu zehn Prozent karriererelevant. 30 Prozent sind Selbstdarstellung, 60 Prozent Beziehungen und Kontakte. Deshalb: Werben Sie für sich, wo und wann Sie können – denn Frechheit siegt!

3. "Meide die Glücklosen"
"Wenn es nur schon Freitag wäre", jammert Ihr Kollege jeden Montagmorgen und wiederholt dann im Viertelstundentakt seine Fürbitte. Auch wenn es gnadenlos klingt: Ihr Mitleid macht notorische Quengler kein bisschen munterer. Im Gegenteil. Von anderen bestätigt, suhlen sie sich nur noch hingabevoller in ihrem Griesgram. Meiden Sie die Schlechte-Laune-Kandidaten – oder schützen Sie sich zumindest innerlich vor ihnen, indem Sie sich keine Endlos-Gespräche mehr aufdrücken lassen. "Klagen allein nützt gar nichts", erklärt Sabine Asgodom, "wer etwas verändern will, der muss auch handeln." Suchen Sie Menschen, mit denen Sie auch im Job Spaß haben. In diesem Umfeld lassen sich neue Prozesse ohne einen permanenten Leidensdruck in Bewegung bringen.

4. "Baue zum Schutz keine Festung"
Hängt an Ihrer Tür dauernd das Schild: "Bitte nicht stören"? Das ist falsch, findet nicht nur Robert Greene. Auch Hermann Liebel empfiehlt: "Wer in leitender Position ist, sollte Kontakt zum Personal halten. Manager müssen in der Firma unterwegs sein, um fachliche Rückmeldung zu bekommen und Beziehungen zu pflegen." Kasteln sich die Chefs in ihren Büros ein, führt das zu Informations-Defiziten und Isolation. "Abheben schadet", warnt Erich Jeske, "Führungskräfte dürfen niemals die Basis aus den Augen verlieren. Zeigen Sie sich regelmäßig und gehen Sie mit den anderen auch mal in die Kantine."

5. "Spiele den perfekten Höfling"
Zum Geburtstag besorgen Sie den Lieblingswein der neuen Abteilungsspitze – "Schleimer!", schimpfen Ihre Kollegen. Doch in der Chefetage stoßen die Komplimente eindeutig auf Gegenliebe. "Gezielt auf die Bedürfnisse des Gegenübers einzugehen, ist in Ordnung", meint Hermann Liebel. "Was nützt fachliche Kompetenz im Konferenzzimmer, wenn der Chef am liebsten in der Sauna neue Ideen ausbrütet?" Achtung: Ein vorsichtiges Austarieren derartiger Aktivitäten ist besonders wichtig und außerdem eine Frage der Ehre. "Jeder muss wissen, wie breit seine Schleimspur ausfallen darf," sagt Expertin Sabine Asgodom. "Für manche ist ein Lächeln schon zu viel, obwohl Charme eindeutig effektiver ist, als immer nur die Keule zu schwingen."

6. "Plane alles bis zum Ende"
In der Startphase Ihres neuen Projekts gibt es keine Sekunde, in der Strategie nicht zählt. Auf halber Wegstrecke haben Sie immer noch ein klares Ziel vor Augen. Aber beim Endspurt 3 gerät die Vision kräftig ins Wanken. "Man kann alles feinsäuberlich bis zum Ende planen. Funktionieren tut es deshalb noch lange nicht", sagt Erich Jeske. Trotzdem lohnt sich eine möglichst weitreichende Marschroute, wenn sie Notbremswege für Zufälle und Rückschläge vorsieht. "Bei aller Zielstrebigkeit muss man mit Hindernissen rechnen", sagt auch Sabine Asgodom. Ihr Prophylaxe-Tipp: "Es ist gut, sich das Schlimmste in Gedanken auszumalen." Solch ein Worst-Case-Szenario wappnet gegen Überraschungen und zeigt bereits im Vorfeld Schwachstellen auf.

7. "Alles muss ganz leicht aussehen"
Bis Mitternacht lief der Computer auf Hochtouren, am Morgen drauf geht’s schon um halb sieben weiter. Als Ihr Konzept drei Stunden später endlich beim Chef landet, können Sie sich einen Leidensweg-Bericht nicht verkneifen. "Bloß das nicht!", warnt Erich Jeske. "Leute, die jammern, sind verdächtig. Sie scheinen mit ihrer Arbeit nicht zurechtzukommen." Fehler Nummer zwei: Bei einer Abgabe umständlich zu erklären, was fehlt, unvollständig oder nicht perfekt gelungen ist. "So stößt man andere nur gezielt auf wunde Punkte und fordert übermäßig Kritik heraus", erklärt Sabine Asgodom. Was zählt, ist das Ergebnis – nicht das Zustandekommen. Andeutungen, wie komplex oder auch anspruchsvoll eine Aufgabe ist, sind okay – allerdings nicht verpackt in eine persönliche Botschaft wie "mir war die Sache zu schwer" – denn das verrät mangelnde Kompetenz. Unverfänglicher wirkt eine neutrale Anmerkung, beispielsweise: "Die Recherche war sehr umfangreich". Dass Ihnen alles scheinbar mühelos gelingt, heißt allerdings noch lange nicht, dass Sie nun jede neue Bürde schultern müssen. Akzeptieren Sie nur, was mit einer realistischen Chance zu verwirklichen ist. Sind Aufträge nicht zu schaffen, sollten Sie das mit einer Begründung zur Sprache bringen – und zwar rechtzeitig. "Viel schlimmer ist", sagt Sabine Asgodom, "eine Aufgabe aus Selbstüberschätzung oder Angst vor dem Nein anzunehmen und dann zu kläglich zu scheitern."

Fünf Wege ins Abseits
Mit diesen Tricks landen Sie draußen, nicht ganz oben.

"Vertraue Deinen Freunden nie zu sehr, bediene dich deiner Feinde"
Diese Methode funktioniert nach Ansicht von Hermann Liebel nur mit Menschen, die oberflächlich Freunde sind und zu "Schiebefiguren" degradiert werden können. Erich Jeske ist vom Gegenteil überzeugt: "Ohne Netzwerk geht gar nichts." Und Sabine Asgodom sagt: "Ein echter Anti-Tipp. Immer nur allein zu agieren, ist verhängnisvoll."

"Lass andere für dich arbeiten, doch streiche die Anerkennung ein"
Für Hermann Liebel ist das "der beste Weg, um sich Feinde zu machen", in den Augen von Erich Jeske ist dieses Gesetz "gefährlich", weil es nur kurzfristig funktioniert. Denn ausgenutzte Mitarbeiter werden auf Dauer unzufrieden, und Ihre Anerkennung wird schwinden, sobald Ihr Vorgesetzter Wind davon kriegt.

"Vernichte deine Feinde vollständig"
Ist leichter gesagt als getan. "Steht der Feind hierarchisch höher, verlässt der Angreifer die Firma unter Garantie zuerst", warnt Erich Jeske. Auch Attacken auf gleicher Ebene haben wenig Aussicht auf Erfolg. Wer sich so verhält, diskreditiert sich als unsozialer Störer. Eine Führungsposition können Sie sich abschminken.

"Glänze durch Abwesenheit, um Respekt und Ansehen zu erhöhen"
Die beste Methode, um sich nach Ansicht von Erich Jeske ins Abseits zu manövrieren. Denn: "Abwesenheit ist gefährlich, weil sie zeigt, dass man nicht gebraucht wird." Selbst Dienst nach Vorschrift reicht heute nicht für eine Karriere. Wer hoch hinaus will, der muss mehr bieten als durchschnittliche Leistungen.

"Versetze andere ständig in Angst"
Erich Jeske meint dazu: "Wer seine Esel mit der Peitsche antreibt, lässt sie eine kurze Strecke rasen und dann zusammenbrechen. Wer hingegen die Peitsche nur zeigt und zudem eine Karotte gibt, kommt garantiert sicherer und zuverlässiger ans Ziel."

Rezept des Tages
Gebackener Lachs auf Zitronen-Dill-Bett
Lachs ist reich an Omega-3-Fettsäuren - gut bei hohen Cholesterinwerte ...mehr
Community
Blogs
Mitmachen
Gewinnspiele

ASUS Transformer Book T100 zu gewinnen

ASUS Transformer Book T100 zu gewinnen

Der Osterhase bringt Ihnen dieses Jahr das ASUS Transformer Book T100! Gewinnen Sie mit etwas Glück den idealen Begleiter für einen aktiven Lifestyle

JETZT MITMACHEN
alle Gewinnspiele
Umfragen

Wie viele Sünden sind erlaubt?

Wie viele Sünden sind erlaubt?

Pornos, Alkohol, Fast Food - keines davon sollten Sie grenzenlos konsumieren. Aber in der richtigen Dosierung sind manche Laster sogar gesund. Haben Sie Ihre Schwächen im Griff? Machen Sie mit bei unserer Umfrage, und wir verraten es Ihnen!

JETZT MITMACHEN
alle Umfragen
Online-Tests

Mann oder Mamas Liebling?

Test: Mann oder Mamas Liebling oder nur Erbe?

Sie ist zwar die Beste – aber sollte Mutti auch die wichtigste Frau in Ihrem Leben sein? Finden Sie anhand unseres Tests heraus, ob Sie eine zu enge Mutter-Sohn-Bindung pflegen

JETZT MITMACHEN
alle Online-Tests