Men’s Health: Was werden Sie tun, um die Rechte von Vätern an ihren Kindern im Trennungsfall zu stärken?
SPD: Vom neuen Unterhaltsrecht profitieren in erster Linie die Kinder. Sie sind bei einer Trennung ihrer Eltern besonders schutzbedürftig. Sie haben keinen Einfluss darauf, ob ihre Eltern verheiratet sind oder nicht, getrennt leben oder als Familie. Deshalb sollen sie auch im Falle einer Trennung keine Nachteile wegen der Entscheidungen der Eltern haben. Sie sollen beim Unterhalt an erster Stelle stehen. Bei der Dauer des Betreuungsunterhalts sollen Mütter und Väter, die ihr Kind betreuen, gleich behandelt werden – unabhängig davon, ob sie verheiratet waren oder nicht. Diese Reform bringt im Interesse der Kinder mehr Verteilungsgerechtigkeit und führt zu mehr Eigenverantwortung der Ehegatten nach der Ehe.
Men’s Health: Das Elterngeld ist ein Erfolg. Aber welche Maßnahmen planen Sie für erwerbstätige Väter, die mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen? Was ist Ihr Modell für die Zeit nach der Elternzeit? Anders gefragt: Welche Ideen haben Sie für die Umverteilung der Arbeit?
SPD: Familien brauchen ein kinderfreundliches Umfeld: am Arbeitsplatz, in der Wohnumgebung, in der Stadt. Sie brauchen eine gute Unterstützungsinfrastruktur, die im Alltag entlastet und die Gewissheit, mit ihrer Aufgabe nicht allein gelassen zu werden. Familie ist der Ort, wo Ehe und Partnerschaft gelebt werden, wo Ehe- und Lebenspartner vereinbaren, wie sie Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung aufteilen und an dem Gleichberechtigung konkret wird. Wir haben in den vergangenen Jahren viel dafür getan: Elterngeld, Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag und Ganztagsschulen ermöglichen mehr Familien mehr Entscheidungsfreiheit und die partnerschaftliche Bewältigung der Aufgaben. Das Elterngeld und die Partnermonate wollen wir so weiterentwickeln, dass die partnerschaftliche Arbeitsteilung in der Familie noch mehr als bisher gefördert wird. Das hilft erwerbstätigen Vätern, um mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen zu können. Wir wollen, dass Mütter und Väter gleichzeitig Elterngeld und Elternzeit in Anspruch nehmen können. Dafür wollen wir die Zahl der Partnermonate von zwei auf vier („12+4-Modell“) erhöhen und den gleichzeitigen Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung und Elterngeld von sieben auf sechzehn Monate erweitern.
SPD: Gleichzeitige Elternzeit von Frau und Mann
© ShutterstockMen’s Health: Nach wie vor verdienen Männer mehr als Frauen (durchschnittlich 23 % bei gleicher Qualifikation). Das hat zur Folge, dass viele Familien es sich gar nicht leisten können, dass der Vater bei den Kindern zuhause bleibt, während die Mutter arbeitet. Wie begegnen Sie dieser Ungleichbehandlung?
SPD: Für gleichwertige Arbeit müssen gleiche Löhne gezahlt werden. Wir werden mit verbindlichen Regelungen und Zielvorgaben dafür sorgen, dass Frauen und Männer gleiche Aufstiegschancen in den Unternehmen haben und der Frauenanteil in den Führungspositionen deutlich erhöht wird. Ausländischen Beispielen folgend wollen wir in den Aufsichtsgremien von Unternehmen eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent einführen.
Wir werden den Ausbau der Kinderbetreuung und des Ganztagsschulangebotes weiter fortsetzen.












































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