Heft 06/2012
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Editorial Im Fernsehen ist der Tod eine coole Sache

10.12.2008 , Autor:Wolfgang Melcher
© Men's Health

Men's Health Chefredakteur Wolfgang Melcher über den Tod und warum er in Deutschland nicht ausreichend untersucht wird
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Editoral: Geschätzte 1000 unbemerkte Morde in Deutschland
Rechtsmediziner Professor Klaus Püschel: Jeder 2. Totenschein ist falsch © Shutterstock
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Im Fernsehen ist der Tod eine coole Sache. In Erfolgsserien wie "CSI" sind die Hauptpersonen jung und sexy, die Labors top designt, und die technischen Geräte würden auch in einem James-Bond-Streifen gar nicht unangenehm auffallen.

Keine Frage, die Rechtsmedizin ist populär. Außer in der deutschen Realität. Da hat die Zahl der Obduktionen in den letzten Jahren stark abgenommen: Derzeit werden nicht einmal mehr 5 Prozent der Verstorbenen obduziert. Dabei ist dies nach wie vor die einzig zuverlässige Methode, die Todesursache herauszufinden. "Denn in 50 Prozent der Fälle stimmt die auf dem Totenschein angegebene Todesursache nicht mit der später per Sektion ermittelten überein", sagt der Hamburger Rechtsmediziner Professor Klaus Püschel. Auf Deutsch: Jeder 2. Totenschein ist falsch! Und das ist nicht nur deswegen dramatisch, weil dadurch in Deutschland jedes Jahr ungefähr 1000 Morde unentdeckt bleiben.

Ohne Obduktionen steigt die Fehlerquote der Mediziner



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Pathologie: Der Blick ins Innere

Geschätzte 1000 unbemerkte Morde: In Deutschland fehlt am Ende oft der Blick ins Innere

Ohne Obduktionen fehlen der Gesundheitspolitik zum Beispiel auch verlässliche Basisdaten zur Einschätzung der Gefährlichkeit bestimmter Krankheiten. Ohne Obduktionen steigt die Fehlerquote der Mediziner, ohne Obduktionen sinkt letztlich die medizinische Qualität für uns alle, beklagen Experten.

Aufklärung tut also Not. Die Angst zu nehmen vor dem, was da passiert, wenn die Filmkameras wegschwenken. Unser Reporter Björn Krause war im Sektionsraum 017 am Institut für Pathologie der Uniklinik Hamburg-Eppendorf bei der Obduktion eines Mannes zugegen. Das, was er dort sah, was er hörte und roch, war nur schwer auszuhalten. Und das ist es auch beim Lesen noch. Seinen Report (im Heft) sollten Sie trotzdem nicht überblättern, denn er erklärt, warum es für jeden von uns wichtig ist, seine Einstellung zum Leben und zum Tod zu überdenken. Gerade jetzt zum Jahreswechsel, wo die Signale bei vielen Männer wieder auf Neustart stehen.

Im Fernsehen ist der Tod eine coole Sache

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