Heft 06/2012
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POLITIK FüR MÄNNER

FDP zum Thema Vaterrecht Konsequenzen für den Umgangsboykott

11.09.2009 , Autor: Björn Krause, Philipp Kröger
© MensHealth.de

Das neue Unterhaltsrecht ist dazu angetan, mehr Gerechtigkeit in getrennte Familien zu bringen. Aber immer noch gibt es Väter, denen es nach einer Trennung nicht möglich ist, ihre Kinder zu sehen, weil die Kindsmutter jeglichen Kontakt boykottiert
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Bundestagswahl: Schluss mit Umgangsboykott
FDP will Rechte von Vätern stärken © Shutterstock
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Men’s Health: Was werden Sie tun, um die Rechte von Vätern an ihren Kindern im Trennungsfall zu stärken?

FDP: Dem Wohl des Kindes entspricht es grundsätzlich am ehesten, wenn beide Elternteile sich um das Kind kümmern und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Der Deutsche Bundestag hat bereits 1998 die maßgeblich von der FDP-Bundestagsfraktion initiierte große Kindschaftsrechtsreform verabschiedet. Seit diesem Zeitpunkt ist im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegt, dass Kinder ein Recht auf Umgang mit ihren Eltern haben. Jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind berechtigt und verpflichtet. Es ist nicht richtig, dass der Umgangsboykott in Deutschland ohne Konsequenzen bleibt. Neben einer Abänderung der Sorgerechtsentscheidung kommt insbesondere die Verhängung von Zwangsgeldern in Betracht. Mit der FGG-Reform wird zusätzlich die Verhängung von Ordnungsgeldern möglich. Für weitergehende strafrechtliche Regelungen besteht kein Anlass. Die FGG-Reform hat darüber hinaus zum Ziel eine Stärkung der konfliktvermeidenden und konfliktlösenden Elemente im familiengerichtlichen Verfahren herbeizuführen. Die Ergebnisse der Reform werden zu evaluieren sein. Das Wohl des Kindes sollte bei allen Umgangsregelungen im Mittelpunkt stehen.

Men’s Health: Das Elterngeld ist ein Erfolg. Aber welche Maßnahmen planen Sie für erwerbstätige Väter, die mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen? Was ist Ihr Modell für die Zeit nach der Elternzeit? Anders gefragt: Welche Ideen haben Sie für die Umverteilung der Arbeit?

FDP: Die FDP setzt sich für Wahlfreiheit der Eltern und die Verbesserung des Elterngeldes ein, so dass Eltern gemeinsam Teilzeit arbeiten und Elterngeld ohne doppelten Anspruchsverbrauch erhalten. Eltern sollen sich bei einer Begrenzung des monatlichen Gesamtelternanspruches die Erziehung teilen können. Die FDP setzt sich für die Schaffung ausreichender, zeitlich flexibler und hochwertiger Kinderbetreuungsangebote ein und will privaten und privatgewerblichen Trägern einen gleichrangigen Zugang zu öffentlicher Förderung ermöglichen. Kinder sollen Bildungs- und Betreuungsgutscheine als familienpolitische Leistung des Bundes ab dem vollendeten ersten Lebensjahr erhalten. Diese Gutscheine können Eltern für Bildungsangebote ihrer Kinder wie Krippen und Sportvereine nutzen. Viele Betriebe haben familienfreundliche Regelungen zur Arbeitszeit, zur Telearbeit, zu Qualifizierung während der Elternzeit und bieten Kinderbetreuung an. Für Familienfreundlichkeit in Unternehmen soll verstärkt geworben werden. Der betriebswirtschaftliche Nutzen familienfreundlicher Maßnahmen in kleinen und mittleren Unternehmen wird mit einer Rendite von bis zu 25 Prozent geschätzt.

Men’s Health: Nach wie vor verdienen Männer mehr als Frauen (durchschnittlich 23 % bei gleicher Qualifikation). Das hat zur Folge, dass viele Familien es sich gar nicht leisten können, dass der Vater bei den Kindern zuhause bleibt, während die Mutter arbeitet. Wie begegnen Sie dieser Ungleichbehandlung?

FDP: Die FDP setzt sich dafür ein, dass unserer Gesellschaft jeder Frau ermöglicht, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten. Liberale Frauenpolitik setzt auf Qualifikation, Stärken und Leistungsbereitschaft von Frauen. Sie sind qualifizierter als je zuvor und bringen besondere Perspektiven, Wissen und Erfahrungen mit, auf die die Gesellschaft nicht verzichten kann. Um die Chancen von Frauen zu verbessern, ist von Staat und Politik eine Querschnittspolitik gefordert. Zentrale Handlungsfelder sind: Bildungspolitik (Berufswahlverhaltens), Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik (Entgeltgerechtigkeit, Abschaffung der Steuerklasse V) und Familienpolitik. Vorhandene Studien zur Entgeltgerechtigkeit müssen ausgewertet und Ergebnisse zusammengeführt werden. Gemeinsam mit den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern und den Unternehmen sind Modelle für bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, durch Arbeitszeitkonten und andere Arbeitsorganisationen zu erarbeiten und im Öffentlichen Dienst Programme zu entwickeln, damit Teilzeitbeschäftigung von Männern ein stärkeres Gewicht erfährt.

Bundestagswahl: Konsequenzen für den Umgangsboykott

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