Men’s Health: Was werden Sie tun, um die Rechte von Vätern an ihren Kindern im Trennungsfall zu stärken?
CDU/CSU: Kinder brauchen für ihre Entwicklung den Umgang mit beiden Eltern gleichermaßen. Daher ist es ein Anliegen der CDU, die Rechte der Väter, die getrennt von der Mutter leben, zu stärken, um ihnen einen regelmäßigen Umgang mit ihren Kindern zu garantieren. Mit dem Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG), das zum 1. September 2009 in Kraft tritt, haben wir die Position der Väter deutlich verstärkt. So wird nun z.B. gegen Mütter, die einen Umgang ihrer Kinder mit dem Vater zu vereiteln versuchen, die Verhängung von Sanktionen möglich.
Men’s Health: Das Elterngeld ist ein Erfolg. Aber welche Maßnahmen planen Sie für erwerbstätige Väter, die mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen? Was ist Ihr Modell für die Zeit nach der Elternzeit? Anders gefragt: Welche Ideen haben Sie für die Umverteilung der Arbeit?
CDU/CSU: Die CDU will die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Väter verbessern, damit Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen können. Gefragt sind familiengerechte Arbeitsplätze und nicht arbeitsplatzgerechte Familien. Dazu gibt es viele Wege: Familienbedingte Teilzeit, abgestufte Teilzeit nach Erziehungsfreistellung, Kinder-Bonuszeit, Zeitkonten, Telearbeitsplätze, Familienphasen für Mütter und Väter für die Betreuung der Kinder, aber auch von Pflegebedürftigen. Die bisher dominierende starre Ausrichtung der Arbeitswelt auf Vollzeitstrukturen lässt zu wenig Raum, die berufliche Entwicklung mit einer Familienphase zu verbinden. Wir wollen Anreize geben, mit regelmäßigen und umfassenden Audit-Verfahren (selbst gewählte Prüfungsverfahren) die Entwicklung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen voranzubringen. Darüber hinaus wollen wir das Elterngeld weiter-entwickeln und Eltern sowie Betriebe durch die Einführung eines Teilelterngeldes unterstützen: Eltern können wählen, ob sie einen vollen oder einen halben Elterngeldmonat nutzen. Teilelterngeld kann dann bis zu 28 Monate bezogen werden. Die Eltern arbeiten reduziert, erhalten für das ausfallende Einkommen Teilelterngeld und können sich Zeit für ihr Neugeborenes nehmen.
Men’s Health: Nach wie vor verdienen Männer mehr als Frauen (durchschnittlich 23 % bei gleicher Qualifikation). Das hat zur Folge, dass viele Familien es sich gar nicht leisten können, dass der Vater bei den Kindern zuhause bleibt, während die Mutter arbeitet. Wie begegnen Sie dieser Ungleichbehandlung
CDU/CSU: Die Union hält den Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ für selbstverständlich und lehnt unterschiedliche Entgelte für Frauen und Männer bei gleicher Arbeit ab. Die Wirtschaft muss dieses Prinzip pragmatisch umsetzen. Ein Instrument hierfür sind freiwillige Lohntests nach Schweizer Vorbild, die Transparenz schaffen.
Grundvoraussetzung für wachsende Entgeldgleichheit ist die Akzeptanz, dass Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen ebenso Aufgabe von Männern wie Frauen ist. Darauf müssen Unternehmen ihre Arbeits- und Karrierestrukturen ausrichten. Tarifparteien müssen die Arbeitsbeschreibungen von typischen „Frauen- und Männerberufen“ in den Tarifverträgen überprüfen. Darüber hinaus sind der Ausbau qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung, Ganztagsschulen, Tagesangebote für pflegebedürftige Angehörige und ambulante Dienste unverzichtbar












































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