Stichwort Bildung: Je geringer qualifizierend die Schulform, desto höher der Anteil an Jungen, ca. jeder zehnte Junge bleibt ohne jeglichen Schulabschluss. Anders gesagt: 62 Prozent der Schüler, die ganz ohne Abschluss bleiben, sind männlich. Jungen müssen häufiger die Klasse wiederholen als Mädchen.
Men’s Health: Welche konkreten Maßnahmen werden Sie einleiten, um die Benachteiligung von Jungen im deutschen Bildungssystem zu bekämpfen? Wie begegnen Sie der hohen Anzahl männlicher Schulabbrecher?
SPD: Wir werden nicht hinnehmen, dass bis zu 80.000 Schülerinnen und Schüler pro Jahr die Schule ohne einen Abschluss verlassen. Jede und jeder erhält eine zweite oder dritte Chance. Deshalb wollen wir das Recht, den Schulabschluss jederzeit gefördert nachholen zu können. Wir werden dafür sorgen, dass Schülerinnen und Schüler mit rechtzeitiger Berufsorientierung und Berufseinstiegsbegleitung schon in der Schule auf die Ausbildung vorbereitet werden.
In der Tat gibt es einen Vorsprung der Mädchen bei den Schulabschlüssen. Diesen Vorsprung holen die jungen Männer jedoch in der Phase der Berufsausbildung und danach schnell wieder auf. Studien zeigen, dass sie die Mädchen nach rund 5 Jahren bereits „überholt“ haben. Dies hat viel mit der strukturellen Benachteiligung von Frauen im Berufsleben zu tun. Außerdem spielt bei der Beurteilung der Benachteiligung die soziale Herkunft eine wichtige Rolle.
In diesem Zusammenhang muss man sich auch den Belangen der Jungen in der Kita und der Schule zuwenden. Kinder lernen von Vorbildern. Der Erzieherberuf und auch der Lehrerberuf (vor allem in der Elementarstufe) ist stark weiblich geprägt. Wir brauchen mehr männliche Erzieher und männliche Lehrkräfte. Durch männliche Lehrkräfte erhalten auch andere Lernformen und thematische Herangehensweisen, die mehr auf die Jungen ausgerichtet sind, mehr Relevanz. Ansonsten hat auch in diesem Bereich die frühkindliche Bildung, in der spielerisch an das Lernen herangeführt wird, eine wichtige Funktion. Auch die Elternarbeit (vor allem mit Kinder aus Familien mit Migrationserfahrung) ist wichtig, damit die Jungen auch von zuhause mehr Unterstützung erfahren












































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