Men’s Health: Was werden Sie dagegen unternehmen?
FDP: Die FDP beobachtet die steigende Zahl von Menschen mit Adipositas mit großer Sorge. Insbesondere der zunehmende Anteil fettleibiger Kinder stellt ein nicht zu unterschätzendes Problem dar, denn diese Kinder haben es schwer, irgendwann ein normales Gewicht zu erreichen und später auch zu halten. Wir müssen deshalb den Schwerpunkt des Handelns darauf legen, dass Adipositas gar nicht erst entsteht. Dazu gehört die Vermittlung, was gesundes Essen ist und die Umkehr der Fast-Food-Mentalität. Wissen allein reicht aber in vielen Fällen nicht aus. Kindern muss ein gesundes Leben vorgelebt werden. Zudem spielen auch die Lebensumstände eine entscheidende Rolle. Überall dort, wo staatliche Stellen Verantwortung tragen, sind sie deshalb für ein gesundes Umfeld mitverantwortlich. Das gilt ganz besonders in öffentlichen Kindergärten und Schulen, aber z. B. auch in Behörden. Gesunde Ernährung und die Möglichkeit zur ausreichenden Bewegung sind Grundvoraussetzungen, die gegeben sein müssen.
Men’s Health: Im ersten Anlauf ist die so genannte „Ampel“-Kennzeichnung für den Nährwertgehalt von Lebensmitteln am Druck der Industrie gescheitert. Was werden Sie unternehmen um diese vernünftige und verbraucherfreundliche Idee Wirklichkeit werden zu lassen?
FDP: In der Verbraucher- und Ernährungspolitik muss neben dem gesetzlichen Verbraucherschutz verstärkt auf Eigeninitiative, Anreizsysteme, Wettbewerb und Marktöffnung gesetzt werden. Das Urteilsvermögen informierter Verbraucher, Transparenz und Produktvielfalt leisten einen entscheidenden Beitrag zu einem effektiven Verbraucherschutz. Dirigistische Eingriffe des Staates in das Marktgeschehen wie z. B. Werbeverbote sind abzulehnen. Selbstverpflichtungen der Wirtschaft sind zu begrüßen und auszubauen. Ampelkennzeichnungen oder farbliche Bewertungen von Lebensmitteln bevormunden Verbraucher und führen sie möglicherweise in die Irre. Lebensmittel können auf Grund ihres Fett-, Salz- oder Zuckergehaltes nicht als Gut (grün) oder Schlecht (rot) eingeteilt werden. So müssten Produkte wie Avocados, Butter, Margarine oder Nüsse auf Grund ihres Fettgehaltes mit „Rot“ gekennzeichnet werden. Viele Produkte würden zudem einander widersprechende Bewertungen erhalten: Speiseöl aus Raps würde z. B. mit zwei roten und zwei grünen Punkten gekennzeichnet. Das verursacht Verwirrung und ist keine Entscheidungshilfe für die Kaufentscheidung von Verbrauchern.












































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