Für Geld tun Männer offenbar alles, mögen sich die Experten des Familienministeriums gedacht haben. Ein abgegriffenes Vorurteil?
Egal. Mit der Einführung der "Vätermonate" im Rahmen des Elterngeldes sorgten sie jedenfalls für Bewegung im festgefahrenen Familienbild. Immerhin: Ungefähr ein Sechstel aller jungen Väter beantragt inzwischen Elternzeit, jeder Dritte davon verlangt sogar mehr als das geforderte Minimum von zwei Monaten. Endlich also einmal eine Reform der Großen Koalition in Berlin, die tatsächlich eine Wirkung entfaltet hat, keine Frage. Im konkreten Handeln, vor allem aber auch im gefühlten Denken.
Doch was bei all den Jubelmeldungen aus dem Ministerium fast untergeht: Noch nicht mal 2 Prozent aller Väter nehmen ein volles Jahr Elternzeit. Besser gesagt: Nicht mal 2 Prozent können es nehmen. Denn der Wunsch vieler Männer, die Werkbank mit der Wickelkommode zu tauschen, stößt nach wie vor in den meisten Betrieben auf, na, sagen wir mal, überraschtes Unverständnis. Und selbst wenn der Chef mitzieht: Was kommt danach? Wer hilft den Vätern auch nach Ende der Elternzeit, eine aktive Rolle wahrzunehmen, dann, wenn es vielleicht sogar wichtiger ist als in der Babyphase? Wo bleiben realistische Teilzeitmodelle für Männer und funktionierende Betreuungskonzepte?
"Die Rahmenbedingungen für Väter müssen noch erheblich verbessert werden", gibt Caren Marks, familienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, in unserem Report ab Seite 63 in der Mai-2009-Ausgabe von Men's Health zu. Fragen Sie doch mal die Bundestagskandidaten in Ihrem Wahlkreis danach, was sie konkret dafür tun wollen!
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