Heft 06/2012
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Sparen an Vätern Geld für Panzer, nicht für Papa

06.04.2010 , Autor:Jens Clasen
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Die Bundesregierung streitet mal wieder, dieses Mal um das Elterngeld – und das ist nicht richtig!
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Elterngeld: Der Ruf nach mehr Vätern in der Erziehung immer lauter – auch in den Reihen der Regierungskoalition
Der Ruf nach mehr Vätern in der Erziehung wird immer lauter
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Das Bundesfinanzministerium stellt sich beim Plan der Familienministerin Kristina Schröder (CDU) quer, die Leistungen auszuweiten. Sie will eine Aufstockung um zwei zusätzliche Vätermonate auf dann 16 Monate Elterngeld, sowie eine Teilzeitvariante des Elterngelds wie im Koalitionsvertrag angekündigt – Mehrkosten: 250 Millionen Euro. Das Finanzministerium begründet seine Ablehnung mit dem Sparzwang von 10 Milliarden Euro für jedes Ressort.

Der Fall scheint mehr als klar. Papa Schäuble sagt, es muss gespart werden. Das Geld ist alle, der Haushalt ächzt, für Pillepalle bleibt kein Spielraum. Also soll sich Familienministerin Schröder mit ihren träumerischen Forderungen zur Ausweitung des Elterngelds mal schön zurückhalten.

Vorsicht Männer, böse Falle!
Hier ist gar nichts Pillepalle. Die Idee der Elterngeldaufstockung ist sicherlich genau so eine Einzahlung aufs Zukunftskonto wie so manche der im Etat verankerten "Bundesmittel für Zukunftsinvestitionen der Kommunen und Länder" (insgesamt 10 Mrd. Euro). Könnte man das Elterngeld-Extra nicht da abzwacken? Schließlich wird der Ruf nach mehr Vätern in der Erziehung immer lauter – auch in den Reihen der Regierungskoalition.

Gerade wir – potenziellen – Väter müssen in der momentanen Debatte aufpassen, auf welche Seite wir uns stellen. Klar, auf den ersten Blick wirken zwei zusätzliche Vätermonate und das Teilzeit-Elterngeld nicht wie Ziele, für die Männer auf die Barrikaden gehen – und noch weniger der Gedanke, dafür auch noch eine Viertelmilliarde abzudrücken. Aber mal langsam. Zunächst einmal gibt es Etatposten, die die Sparziele der Regierung weit mehr belasten als die Pläne der Bundesfamily. Siehe die Mittel für Verteidigung oder Bankenrettung. Außerdem ließe sich doch an anderer Stelle auch ein bisschen sparen. Wer braucht zum Beispiel "Zuweisungen an die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben"?

Soll für Familien anderes Recht gelten als für Hotelbesitzer?
Im Übrigen sind die Elterngeld-Pläne im Koalitionsvertrag verankert – genau wie es übrigens die Mehrwertsteuergeschenke an die Hoteliers auch waren, worauf sich munter alle beriefen. Und jetzt soll für Familien ein anderes Recht gelten als für Hotelbesitzer? Für uns Männer gilt nun, ein spontanes Befürworten der Schäuble-Blockade ehrlich zu hinterfragen: Sind wir hier nicht gerade deswegen großzügig zum Sparen bereit, weil es uns in diesem Falle nicht wirklich belastet – uns womöglich gar erleichtert? Hat nicht schon so mancher angehende Vater angesichts der Vorstellung von 4 Monaten Kinderbetreuung leise geächzt? Und jetzt, als die Sparbremse quietschte, insgeheim gedacht: Yesss! Und laut gesagt: "Hach ja, so ein Mist, aber was soll man machen, die Zeiten sind halt hart."

Nee, Jungs. Seinen Mann stehen heißt, das auch zuhause zu tun. Und sich auch mal die Blöße zu geben, dafür vom Staat Geld einzufordern. Nein, damit sind Sie kein Bittsteller. Sie fordern, dass den Worten der Politiker Taten folgen. Besser gesagt: Sie lassen fordern. Lassen Sie Frau Schröder mal machen, fallen Sie ihr nur nicht in den Rücken. Schließlich heißt es doch immer, für den Haushalt sind die Frauen zuständig. Aber wenn es um Kohle geht, soll weiter Papa der Chef sein? So billig sollten wir uns nicht aus der Affäre ziehen.

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