SM für Einsteiger Wie Sie den Sex kriegen, den Sie wollen
13.11.2008
, Autor:Fynn Sommer
© Men's Health
Fantasien Erotische Machtspiele
Geben Sie's doch zu! Wenn Sie an Sadomasochismus (kurz: SM) denken, fallen Ihnen spontan Lack, Leder und Latex ein. Peitschen und Handschellen. Vielleicht ein dunkler Keller und ein dicker Kerl in Ketten, mit Gummiball im Mund. Haben wir Recht?
Aber keines von diesen Dingen gehört zwangsläufig dazu. "Viele Menschen haben bei SM zwar solche Assoziationen, aber die Band-
breite ist sehr viel größer", sagt die Berlinerin Sabine Deunan, selbst überzeugte SMlerin und Buchautorin ("Ein bisschen härter ist viel besser", um 10 Euro, Schwarzkopf & Schwarzkopf). Ein SMler trägt nicht per se Leder und steht auch nicht unbedingt auf Schmerzen. Für Ihre SM-Spielchen müssen Sie darum also nicht Ihrer gefesselten Liebsten mit der Gerte den Po versohlen. Genau genommen müssen Sie Ihre Partnerin nicht mal fesseln.
Denn im Grunde ist Sadomasochismus nichts weiter als ein erotisches Spiel mit der Macht. Vor dem Sex wird festgelegt, wer das Sagen hat und wer sich den Fantasien des anderen hingibt.
Und mal ehrlich, wer hat nicht schon mal davon geträumt, dieses oder jenes mit seiner Partnerin zu machen – oder machen zu lassen. Befolgen Sie einfach diese Regeln.
1. Regel Mund aufmachen
Denken Sie daran, tabuloser Sex fängt stets mit tabulosen Gesprächen an – auch wenn die einem peinlicher sind als ein Schluckauf in der Oper
"In jedem Fall sollten sollten sie jedoch vermeiden, gleich im ersten Gespräch von SM zu reden, da dies spontan negative Gedanken bei Ihrer Partnerin hervorrufen könnte", rät Autorin Deunan.
1. Regel Fantasien austauschen
Sprechen Sie vielmehr von Rollenspielen oder – wenn es Sie tatsächlich interessiert – von Fesselspielen
Schlagen Sie vor, dass Sie beide sich im Wechsel von Ihren sexuellen Träumen erzählen, gerne auch per SMS oder E-Mail, falls Sie sich nicht trauen, es von Angesicht zu Angesicht zu tun.
2. Regel Spiel anschieben
Falls Sie eine kleine Anschubhilfe benötigen, gucken Sie zusammen den Film "9½ Wochen" mit Kim Basinger, die von Mickey Rourke verführt wird
Im Anschluss daran fällt es Ihnen erheblich leichter zu sagen, dass auch Sie es toll fänden, wenn Sie mal die Kontrolle übernehmen dürften.
2. Regel An das Thema heranführen
"Filme, die noch deutlicher sind, aber immer noch behutsam ans Thema heranführen, sind zum Beispiel ,Fessle mich‘ von Pedro Almodóvar oder ,Secretary‘ von Steven Shainberg", so die SM-Expertin
Tipp: Sehen Sie sich die Streifen vorher mal alleine an, um ganz sicher zu gehen, dass Sie damit auf dem richtigen Weg sind. Und lassen Sie unbedingt die Finger von SM-Pornos, denn die sind größtenteils eher abstoßend.
2. Regel Einlesen
Sie glauben, dass sich Ihre Partnerin erst in die Materie einlesen sollte
Dann lassen Sie einfach wie zufällig diesen Artikel offen auf dem Wohnzimmertisch liegen.
2. Regel Wetten dass???
Oder Sie schlagen ihr eine Wette vor, bei der sich der Verlierer dem Gewinner hingeben muss
Sind Sie der glückliche Verlierer, können Sie sich ja behutsam vortasten.
2. Regel Glücklicher durch SM
Übrigens: Menschen, die auf SM-Sex stehen, sind glücklicher als andere
Das hat jedenfalls die University of New South Wales in Sydney bei einer Untersuchung herausgefunden. Vielleicht überzeugt das Ihre Liebste.
2. Regel Konkret werden
Aber ganz unabhängig davon, auf welchem Weg Sie der Partnerin Ihre Fantasien vermitteln, seien Sie dabei so konkret wie möglich
So können Fesselspiele beispielsweise unterschiedlich interpretiert werden. Der eine hat es dabei gerne bequem, der andere dagegen möchte lieber wie ein Paket verschnürt werden und gegen die Fesseln ankämpfen, bis er sich irgendwann erschöpft geschlagen gibt.
3. Regel Lust auskosten
Gerade bei SM muss man seinem Partner jederzeit blind vertrauen, nicht nur mit verbundenen Augen
Ohne dieses Vertrauen ist es undenkbar, sich auszuliefern, jede Kontrolle abzugeben und die Lust richtig auszukosten.
3. Regel Keine One-Night-Stands
Fesselspiele zum Beispiel sind eine ziemlich schlechte Idee, wenn man von dem anderen höchstens den Vornamen kennt
Wahrscheinlich werden Sie sich nie wieder richtig fallen lassen können, wenn sich die letzte Gespielin einfach aus dem Staub gemacht hat – mit Ihrer Brieftasche sowie den Schlüsseln für Ihre Wohnung, Ihr Auto und die Handschellen, die Sie gerade an das Bett ketten. In diesem Fall sollten One-Night-Stands also tabu sein.
3. Regel Ins kalte Wasser springen
Ausnahmslos dem Partner zu vertrauen bedeutet anfangs allerdings auch, dass einer von Ihnen erst mal ins kalte Wasser springen wird
Deunan: "Häufig übernimmt der Mann die Rolle des aktiven Parts, in der Szene Top genannt, und die Frau liefert sich aus – sie ist der Bottom.
3. Regel Signale geben
Dies kann sich im Laufe einer Beziehung aber auch noch ändern."
Sobald der Bottom signalisiert, dass es ihm zu weit geht, muss der Top sofort aufhören.
3. Regel Auf Signale vertrauen
Und der aktive Part muss dem passiven vertrauen können, dass dieser wirklich Bescheid gibt, falls ihm etwas nicht gefällt
Gerade am Anfang hat man schließlich kaum Erfahrung.
3. Regel Kleine Gefälligkeiten
Wichtig ist außerdem, dass sich beide voll und ganz auf das Spiel einlassen können und wollen
Natürlich gibt es da Gefälligkeiten, mit denen man dem Partner eine Freude macht, obwohl man selbst gar nicht darauf steht. Aber dieses Entgegenkommen darf nicht so weit gehen, dass Sie gegen Ihre Empfindungen handeln.
3. Regel Vertrauen wächst
Zu Beginn werden Sie beide gewiss noch recht unsicher sein, aber mit jedem weiteren Mal wächst das Vertrauen und damit die Lust
Das wird Ihre Beziehung bestimmt bereichern.
4. Regel Spielchen spielen
4. Regel Mit Kommandos führen
Stellen Sie sich aber darauf ein, dass Ihr Gleichgewichtssinn ein wenig leiden wird
Führen Sie anfangs mit Körperkontakt, später nur noch durch Kommandos.
4. Regel Verantwortung für die Liebste
Sie werden feststellen, dass es auch für Sie eine Herausforderung ist, mit der Verantwortung so umzugehen, dass Ihre Liebste sich nicht am Türrahmen die Nase bricht
Es ist erlaubt, die Schwierigkeit für die Partnerin zu erhöhen – etwa durch hochhackige Schuhe oder durch hinter dem Rücken verschränkte Hände.
4. Regel Füttern
4. Regel Kleine Gemeinheiten
Testen Sie, wie sie reagiert, wenn Sie etwas mehr Honig nehmen, der ihr über das Kinn in das Dekolleté tropft
Natürlich kann man bei dem Spiel nur schwer widerstehen, zwischen der Nougatcreme und der Sahne mal einen Löffel Senf einzuschieben.
4. Regel Keine großen Gemeinheiten
Die kleine Gemeinheit ist erlaubt
Wenn Sie Ihre Gespielin jedoch mit Erdnüssen füttern, obwohl Sie wissen, dass sie darauf allergisch reagiert, gehen Sie eindeutig zu weit.
4. Regel Die Macht wird Ihnen geschenkt
Eines sollten Sie dabei allerdings niemals vergessen: Die Macht, die der Top hat, nimmt er sich nicht, sondern sie wird ihm geschenkt (manchmal sogar verschnürt, aber dazu später mehr)
Bei einem Vertrauensbruch kann Ihnen nicht nur die Macht entzogen werden. Am Ende müssen Sie möglicherweise machtlos mit ansehen, wie sie ihre Koffer packt.
5. Regel Sicherheit einbauen
Was im Flugzeug der Fallschirm und im Zug die Notbremse, ist bei SM-Sex das Safeword, das Sicherheitswort
"Die wichtigste Voraussetzung für das Vertrauen ist die Gewissheit, dass Sie Ihr Spiel jederzeit abbrechen können", erklärt die SM-Expertin.
5. Regel Das Safeword
Dieses Wort wird von beiden zuvor festgelegt und sollte so eindeutig sein, dass es nicht mit Kommentaren verwechselt werden kann, die zufällig während des Liebesspiels vorkommen
Beispiel: Wenn sich während des Rollenspiels der Pirat (Sie) in seiner Kajüte (Schlafzimmer) über die entführte Jungfrau (Ihre Partnerin) hermachen will und sie dabei "Nein! Nein!" ruft, woher soll der Kerl mit der Augenklappe und dem Holzbein dann wissen, ob das zum Spiel gehört oder Wirklichkeit ist.
5. Regel Ein eindeutiges Schlagwort
Die Lösung ist ein eindeutiges Schlagwort, dass schnell gesagt werden kann und in jeder Liebeslage noch gut verständlich ist
Schlecht: "Fleischwarenfachverkäuferin". Besser: "Mayday". Dieses Sicherheitswort ist selbst dann zu verstehen, wenn die Partnerin gerade den Mund voll hat. Oder Sie wählen 2 Codewörter: "Rot" steht für das sofortige Ende, "Gelb" für kurzfristige Unterbrechungen, beispielsweise Luftholen.
6. Regel Hand anlegen
Sie haben viel über Fantasien geredet – jetzt werden sie umgesetzt
Treffen Sie vorher eine Vereinbarung: "Ihr Schlafzimmer wird ab sofort zum Spielzimmer, wo jede Fantasie und Rolle erlaubt ist, ohne dass sie in die Öffentlichkeit getragen wird. Hier ist ab jetzt nichts peinlich oder verrückt", sagt die Expertin.
6. Regel Erwartungen werden noch nicht erfüllt
Bereiten Sie sich aber darauf vor, dass Ihre Erwartungen nicht erfüllt werden.
Noch nicht. Denn die Wirklichkeit wird spätestens dann von Ihrer Fantasie abweichen, wenn Sie spüren, dass etwa Eis an entsprechenden Stellen verflixt kalt sein kann. Oder dass sich Knoten schon mal lösen, wenn sie es eigentlich nicht sollten.
6. Regel Fesselspiele
Kleine Fesselspiele sind übrigens ein prima Einstieg
Aber Vorsicht bei der Knotenwahl! Kletterknoten wie Sackstich und Mastwurf hören sich für Ihr Vorhaben zwar gut an, sind allerdings nicht erste Wahl.
6. Regel Knotenwahl
Die Expertin: "Wählen Sie am besten Knoten, die zügig aufgehen und sich nicht zuziehen, wenn es hektisch wird
Mit dem Weberknoten machen Sie auf jeden Fall nichts verkehrt" (eine Anleitung finden Sie etwa unter www.scoutnet.de).
6. Regel Keine Seidentücher
Am besten verwenden Sie Baumwollseile – oder Klettbänder, wenn Sie keine Lust haben, die
Fesseltechniken zu lernen
Seidentücher sind dagegen ungeeignet, da sie sich zusammenziehen und so Nerven abklemmen können. Außerdem gehen diese Knoten nur schwer wieder auf. Für Notfälle sollten Sie stets eine Schere griffbereit haben. Lassen Sie Seidentücher lieber über die nackte Haut gleiten.
6. Regel Baumärkte als Ideenschmiede
Übrigens: In der Versuchsphase liefern Ihnen Baumärkte viele gute Ideen
Kabelbinder eignen sich beispielsweise prima als Fesseln. "Ich habe früher gleich erkannt, ob da jemand gerade einkauft, um seine Wohnung oder das Liebesspiel zu renovieren", sagt die Expertin. Achten Sie vor Ort doch mal darauf.
6. Regel Eingang in eien Märchenwelt
Und auch in Rollenspielen können Sie unzählige Fantasien verwirklichen
Die Tür zum Schlafzimmer (oder wo immer Sie Ihren Sex ausleben) wird zum Eingang in eine andere Welt, wie in einem Märchen, das nicht jugend-frei ist.
6. Regel Rollenspiele
Welche Rollen wollen Sie dort spielen
Diebin und Detektiv, Krankenschwester und Patient, Freier und Prostituierte? Oder Sie mimen den Chef, der von seiner Sekretärin verlangt, dass Sie ihm einen runterholt – also, einen Aktenordner aus dem obersten Regal natürlich. Ist das schön, wenn die talentierte Vorzimmerdame dabei kein Höschen anhat! Und wie reagieren Sie, wenn sie plötzlich auf die Knie geht, während Sie telefonieren?
6. Regel Lächerlichkeit wird ausgeblendet
Manche Dialoge klingen sicher lächerlich
Sie werden jedoch lernen, das auszublenden.
6. Regel Es kann immer etwas schief gehen
Wenn eine Fantasie dann doch mal zur Lachnummer wird, tun Sie genau das – lachen
Denn eines ist sicher: Irgendwas kann immer schiefgehen.
6. Regel Sie darf um den Orgasmus betteln
Falls von beiden gewünscht, ist es sinnvoll, die Machtverhältnisse umzudrehen, um sich in den anderen hineinversetzen zu können
Das fördert die Kreativität, sorgt für mehr Einfühlungsvermögen und stärkere Erregung. Letztere dürfen Sie ruhig mal auf die Spitze treiben, indem Sie den weiblichen Orgasmus kontrollieren und so weit hinauszögern, wie es Ihnen gefällt – sie darf ruhig um den Höhepunkt betteln.
6. Regel Machtspiel
Das ist Ihr Spiel mit der Macht
Und das Ergebnis kann beide umhauen – ja, auch ganz ohne Schmerzen!
7. Regel Macht abgeben
"Manche Paare haben nach dem Sex das Problem, dass sie das Spiel mit der Macht in die Realität mitnehmen", sagt Deunan.
Wichtig: Wenn Sie den Märchenwald verlassen, ist das Spiel vorbei, sollten die Partner wieder gleichberechtigt sein. Sonst fliegen plötzlich im All-tag Kaffeetassen durch die Gegend, weil ein Partner Befehle erteilt.
7. Regel Gemeinsames Ritual
Um sich wieder in die Realität einzufinden, empfiehlt es sich, ein ganz bestimmtes Ritual einzuführen – sei es,
dass Sie kuscheln oder dass Sie die Wohnung
putzen
Hauptsache, Sie tun es gemeinsam.











































Erotik-Galerie: Wie Sie den Sex kriegen, den Sie wollen