Heft 06/2012
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Wir fordern: Weg mit dem Speck!

31.05.2005 , Autor: Kirsten Segler
© MensHealth.de

Noch ist es in Deutschland nicht so schlimm wie in den USA. Aber auch wir bringen immer mehr Gewicht auf die Waage
Wir fordern: Salat statt Pommes!
Schule oder Firma – Kantinen sollten mehr Gesundes anbieten
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Deutschland’s Couch Potatoes holen auf. Und das zieht nicht nur gesundheitliche Schäden nach sich – auch Kosten für die Gesellschaft. Um diese Entwicklung zu stoppen und nicht nur die Folgen irgendwie zu bewältigen, brauchen wir Gegenmaßnahmen – die bereits bei den Kindern ansetzen müssen.

1. Ernährung muss Schulfach werden
Diese Forderung vertritt auch die Bundesministerin für Ernährung, Renate Künast. Doch die Umsetzung ist Sache der Länder, deren Engagement sehr unterschiedlich ist. Es genügt auch nicht, den Kindern theoretisches Wissen über Kalorien, Nährstoffe und E-Nummern vorzusetzen – das wäre viel zu langweilig, um sie für gesundes Essen zu begeistern. Es muss gekocht werden, und zwar mit Genuss und Spaß! Die Kinder müssen ausprobieren und schmecken dürfen – und dabei lernen, dass selbst kochen gar nicht schwer ist.

2. Mehr Bewegung im Schulalltag
Statt den Sportunterricht zu beschneiden, muss er ausgeweitet werden. Projekte wie die Bewegungsfreundliche Grundschule machen es vor. In den 300 teilnehmenden Schulen Baden-Württembergs können sich die Kinder jeden Tag eine Stunde austoben. Singapur konnte mit seinem Sportprogramm die Häufigkeit der Fettleibigkeit bei Schülern in 8 Jahren deutlich reduzieren. Die Lehrpläne müssen umgestaltet werden, um Freude an Bewegung zu vermitteln statt Leistungsdenken.

3. Sport stärker unterstützen
Auch die Städte müssen für mehr Bewegungsmöglichkeiten sorgen. Zum Beispiel mit vielen gepflegten Radwegen, nicht nur im Grünen, sondern gerade auch in der Innenstadt. Jogging- und Skatestrecken müssen angelegt, ausgeschildert, gepflegt und beleuchtet werden. Broschüren sollten die Strecken dann mit Kilometer- und Profilangaben bekannt machen. Die Vereine müssten stärker gefördert werden (zum Beispiel mit geringen Hallenmieten). Zudem dürfen kleine, mehr auf Sport ausgerichtete Schwimmhallen nicht länger zu Gunsten teurer Spaßbäder geschlossen werden, in denen man nur planschen kann.

4. Mehr Hilfe vom Arbeitgeber
Gesunde Angebote in der Kantine sollten selbstverständlich sein, auf Kioske und Automaten ausgeweitet werden. Es muss Bäder mit Dusche geben, damit man sich frisch machen kann, wenn man zur Arbeit radeln oder sich in den Pausen austoben will. Dafür sollten auch Hallen und Geräte, mindestens aber ein Basketballkorb zur Verfügung stehen. Die Nutzung der Angebote muss von Chefs aktiv unterstützt werden.

5. Betreuung für Übergewichtige
Wenn Menschen mit Vorstufen von Diabetes individuell zu Änderungen ihres Lebensstils angeleitet werden, reduziert sich der Anteil derer, die tatsächlich Diabetes entwickeln, um 58 Prozent. Das ergab eine US-Studie, deren Forscher vorrechneten, dass die eingesparte Summe (besonders für Behandlungen) höher ist als die Kosten für die persönlichen Berater – und neue Stellen würden auch noch entstehen. Weil Mini-Gruppen ähnlich erfolgreich sind wie Einzelberatungen, könnte man das Kosten-Nutzen-Verhältnis sogar verbessern. Zwar bieten viele Krankenkassen Zuschüsse für solche Beratungen, aber nur in ganz engem Rahmen und bei Vorerkrankungen. Besser wäre, es überhaupt nicht so weit kommen zu lassen.

6. Steuer auf Limo, Süßes und Chips
Was bei Alcopops geht, muss auch bei anderen potenziell schädlichen Genussmitteln möglich sein. Die Einnahmen könnten Maßnahmen gegen Übergewicht pushen, für die sonst Geld fehlt. Also: Schulen mit Küchen ausstatten, Sportlehrer einstellen, Vereine fördern, Joggingstrecken bauen, Radwege pflegen. Auch die Anschubfinanzierung der persönlichen Betreuung von Übergewichtigen wäre gesichert.


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