Anstieg zum Erbeskopf, Hunsrück, Mai 2005. Es sind nur noch ein paar Meter. Ole Franke schwitzt. Es sind nur wenige Fahrer aus seiner Radsportgruppe vor ihm, ein paar mehr hinter ihm. Früher wäre er nie auch nur in die Nähe eines Berges gefahren, auch nicht, als er schon abgenommen hatte. Jetzt sind es nur noch ein paar Meter bis nach oben. Der Erbeskopf ist mit 818 Metern ü. NN der höchste Berg im Hunsrück.
Der Nachmittag, an dem Ole Franke seiner Tochter nicht das Radfahren beibringen konnte, ist weiter weg als der Mond. In seiner Gruppe fahren Leute mit, die seit 20 oder 30 Jahren im Sattel sitzen und trainieren. Und er kann mithalten. Mittlerweile hat er sich sein drittes Fahrrad seit dem Lehrgang zugelegt, 1100 Euro ist ihm die Sache mehr als wert.
In seinem Urlaub fährt er jeden Tag mindestens zwei Stunden Rad – nicht nur, um sein Gewicht zu halten, sondern weil es ihm Spaß macht. Weil er verrückt wird, wenn er eine Woche nicht trainiert. Die Kuppe wölbt sich, gleich geht’s auf der anderen Seite wieder nach unten. Als er sich zu einem seiner Mitfahrer umsieht, muss Ole Franke lachen. Einfach so. Denn er weiß: Er ist über den Berg. Autor: Jens Clasen












































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