Ganz so einfach wie Erdöl wird man Vertrauen zwar nie fördern können, aber es gibt erste Probebohrungen auf diesem Gebiet. Dr. Martin Schweer ist Gründungsmitglied von Deutschlands einzigem „Zentrum für Vertrauensforschung“ an der Bochumer Ruhr-Universität. Hier wird das Phänomen auf den Gebieten Ausbildung, Beruf und Partnerschaft erforscht.
Eine zentrale Frage vieler Studien lautet: „Erleben Sie Vertrauen mit Nahestehenden so, wie Sie es sich wünschen?“ Nur etwa die Hälfte aller Befragten konnte das bejahen. Diese Hürde fand sich sowohl im beruflichen wie im privaten Bereich. Schweer: „Wer Trennungserfahrungen hat – also fast jeder –, geht vorbelastet in eine Partnerschaft. Aber während die einen akzeptieren, dass es kein Leben ohne Enttäuschungen gibt, leben die anderen stets in latenter Angst davor.“
Die beliebtesten Charaktereigenschaften für den Partner – „aufrichtig, zuverlässig, zugänglich und respektvoll“ – erlebt fast niemand so, wie er es sich wünscht. Schweers Tip für den Vertrauensaufbau: „Geben Sie am Anfang einer Beziehung nicht Ihre Lebensgeschichte preis. Prüfen Sie mit ,Versuchsballons‘ – Sie verraten zwei, drei private Angelegenheiten –, ob der andere wichtige Dinge für sich behalten kann.“
Wenn der Partner Verschwiegenheit beweist, könne man ein tiefergehendes Vertrauensverhältnis aufbauen. Schweer: „Zuverlässigkeit, Konsistenz und Berechenbarkeit von Verhalten beeinflussen dabei das Vertrauen entscheidend.“ Wenn sich trotzdem Probleme ergeben: Sprechen Sie diese sofort an! Verdrängungsmechanismen und Schauspielkunst könnten eine Beziehung zwar noch einige Zeit aufrechterhalten. Spätestens dann aber werde der Leidensdruck erfahrungsgemäß zur Trennung führen.











































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