Lesen kann leben retten: Armin Lück (36) aus Hamburg

Armin Lück (36) aus Hamburg
Armin Lück hat den Hodenkrebs besiegt

Durch einen Men’s-Health-Artikel entdeckte der Bankkaufmann im Jahr 2000 Hodenkrebs bei sich. Eine Sofort-Operation stoppte den Tumor

Armin Lück lacht. Er kommt vom Urologen. „Wieder nichts gefunden“, sagt er und strahlt wie der Siegelring, den er an seinem Mittelfinger trägt. Für den Hamburger bedeutet der Befund wieder ein Jahr Ruhe. Sechsmal ist er bereits beim jährlichen Nachsorge-Check gewesen. Sechsmal gaben die Ärzte Entwarnung. Seit man Armin einen Hoden herausgeschnitten hat, ist er den Krebs los, der ihn fast das Leben gekostet hätte. Im Frühjahr 2000, er war gerade 30 Jahre alt, las er in einem Artikel der April-Ausgabe von Men’s Health („Penis-Panne bei Promille“), dass Alkohol die Hoden schrumpfen lässt.

Da auch Armin eine Zeit lang etwas tiefer ins Glas geschaut hatte, legte er sofort Hand an. Was er da spürte, machte ihm Angst: „Einer meiner Hoden fühlte sich an wie ein zerplatzter Luftballon“, berichtet Armin, die Augen zusammengekniffen, so, als wolle er bei der blutigsten Szene eines Kinofilms nicht genau hinsehen.

„Dazwischen war ein kirsch­kerngroßer Klumpen“, sagt er. Armin geht zu einem Urologen, von dort sofort ins Krankenhaus – Verdacht auf Krebs. Eine Woche später entfernen ihm die Ärzte einen Hoden, es folgen zwei Chemotherapien. Ein halbes Jahr später hat Armin den Kampf gegen den Krebs gewonnen. Ein Tumorpatient wird er allerdings bleiben – niemand kann ausschließen, dass vielleicht doch winzig kleine Tumorzellen überlebt haben. Im Okto­ber-Heft 2001 haben wir zum ersten Mal über Armin geschrieben („Kein ganzer Kerl mehr?“). Er kam sich damals „wie ein kastrierter Kater“ vor.

Seit dem Eingriff habe er Probleme mit Frauen, denke über eine Hodenprothese aus Silikon nach. Heute kein Thema mehr. „Kurz nachdem der Ar­tikel erschienen war, habe ich meine jetzige Freundin kennen gelernt“, erzählt Armin und grinst. „Für sie war ich immer ein ganzer Mann, auch ohne zweiten Hoden.“ Seit kurzem beschreibt er im Internet unter www.arminlueck.de seine Erfahrungen, um Aufmerksamkeit zu schaffen. „Kein Mann ist vor Hodenkrebs sicher“, sagt Armin. Seit 5 Jahren sorgt er dafür, dass
das Heft mit seiner Geschichte beim Urologen ausliegt. „Men’s Health hat mir das Leben gerettet. Vielleicht kann ich so anderen helfen.“

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